FC Bayern: Dietmar Hamann zählt Vereinsführung nach Pokal-Pleite gegen 1. FC Saarbrücken an - "Dilettantisch!"
Dietmar Hamann hat die Führung des FC Bayern München wegen der aus seiner Sicht verfehlten Transferstrategie mit scharfen Worten kritisiert. Insbesondere der leihweise Abgang von Defensiv-Allrounder Josip Stanišić zu Bayer 04 Leverkusen brachte den ehemaligen Nationalspieler in Rage. Der 50-Jährige zog zudem einen Vergleich mit der im Sommer entlassenen Bossen Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić.
#SotipptderBoss: VfB Stuttgart lässt Federn
Quelle: Eurosport
Nach dem blamablen Ausscheiden des FC Bayern München im DFB-Pokal gegen den 1. FC Saarbrücken (1:2) hat Dietmar Hamann die Vereinsführung des deutschen Rekordmeisters in Frage gestellt.
Bei "Sky" kritisierte der ehemalige Nationalspieler die Strategie der Münchner in der vergangenen Transferperiode mit scharfen Worten: "Da haben sie sich dilettantisch verhalten im Sommer! Das fällt ihnen jetzt auf die Füße."
Die Bayern-Bosse um den Interimsvorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen, Präsident Herbert Hainer und die im Hintergrund ins operative Geschäft zurückgekehrten Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß hatten neben dem Abgang von Innenverteidiger Lucas Hernández (Paris Saint-Germain) auch die Defensiv-Spezialisten Benjamin Pavard (Inter Mailand), Josip Stanišić (Leihe zu Bayer 04 Leverkusen), João Cancelo (Leih-Ende, jetzt FC Barcelona), Bright Arrey-Mbi (Hannover 96) und Daley Blind (FC Girona) ziehen lassen.
Im Gegenzug waren lediglich Min-Jae Kim von der SSC Neapel (50 Mio. Euro Ablöse) und Raphaël Guerreiro von Borussia Dortmund (ablösefrei) geholt sowie Frans Krätzig von den Amateuren hochgezogen worden.
Stanisic-Wechsel bringt Hamann in Rage
Im defensiven Mittelfeld dagegen wurde Trainer Thomas Tuchel nicht der Wunsch nach einem klassischen Abräumer gewährt. Konrad Laimer (ablösefrei von RB Leipzig) kam, dafür wurden Ryan Gravenberch (FC Liverpool) und Marcel Sabitzer (Borussia Dortmund) abgegeben.
In diesem Zusammenhang wies Hamann auch auf die am Ende der vergangenen Saison geschassten Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić hin: "Ich möchte gerne wissen, wenn die vorherige Führung sich das geleistet hätte, was man sich diesen Sommer geleistet hat, was man mit Kahn und Salihamidžić gemacht hätte."
Insbesondere die Leihe des gebürtigen Münchners Stanišić zum aktuellen Tabellenführer aus Leverkusen brachte den 50-Jährigen in Rage: "Ich glaube nicht, dass der Verein großes Interesse daran hat, ihn gehen zu lassen. Er kommt von hier, strahlt Identität aus, was den Bayern auch fehlt. Er ist hier Nationalspieler geworden, ist nie verletzt, spielt drei, vier Positionen. Und diesen Spieler schickt man dann weg?! Da kann ich auch die Diskussionen nicht verstehen, dass der Kader zu klein ist."
Hamann kritisiert Defensive
Bayern-Trainer Thomas Tuchel hatte wiederholt die dünne Personaldecke in der Defensive angemahnt. Drei Tage vor dem Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund hatte sich Mathijs de Ligt gegen Saarbrücken einen Teilriss des Innenbands zugezogen. Joshua Kimmich fehlt indes rotgesperrt.
Da auch hinter Dayot Upamecano (nach Muskelfaserriss) ein Fragezeichen steht, reisen die Münchner womöglich mit dem Südkoreaner Kim als einzigem etatmäßigen Innenverteidiger nach Dortmund. Ein Spiel, dass der deutsche Rekordmeister nach der Pokal-Blamage in Saarbrücken unbedingt gewinnen muss.
Bei "web.de" ergänzte Hamann: "Das Problem ist die defensive Anfälligkeit. Das zieht sich bereits durch die komplette Saison und hat sie gestern das Weiterkommen gekostet. Dadurch fällt es den Bayern schwer, über 90 Minuten oder zumindest über längere Zeit Kontrolle im Spiel zu haben."
Die defensive Anfälligkeit sei das Hauptproblem und führe dazu, "dass sie selbst gegen einen Drittligisten zu viele Chancen zulassen. Seitdem Tuchel Trainer ist, haben sie es nicht geschafft, für eine defensive Stabilität zu sorgen." Die Bayern hätten seit Monaten keine Balance im Spiel. Hamann: "Und ohne Balance wird es schwierig, Spiele zu kontrollieren."
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