FC Bayern - Probleme im Zentrum: Weder Kimmich noch Goretzka Tuchels Traumlösung - sogar Abgänge sind möglich

Die Sechser-Problematik beim FC Bayern geht in die nächste Runde. Unter Trainer Thomas Tuchel scheint weder Joshua Kimmich noch Leon Goretzka die optimale Lösung darzustellen. Alternativen wie Konrad Laimer oder Ryan Gravenberch birgen ebenfalls Gefahren. Tuchels Wunsch nach einer "Holding Six" bleibt erhalten, und auch Abgänge sind längst nicht vom Tisch. Der Status Quo im Münchner Maschinenraum.

Tuchel angefressen: "Wie Fortsetzung der letzten Saison"

Quelle: Perform

Die bayrische Sechser-Debatte geht in die nächste Runde. Der Wunsch von Cheftrainer Thomas Tuchel nach einem defensiv orientierten Sechser ist offenkundig und gut dokumentiert.
Immer wieder ist die Rede von der "Holding six" - ein tiefer Sechser, der absichernd agiert und rein defensiv denkt. Oder sich, wie Tuchel es selbst beschreibt, "zuständig fühlt für den hinteren Teil des Feldes. Der sich mehr kümmert um Verteidigung, der nicht das Erreichen des generischen Strafraums als seine primäre Qualität betrachtet."
So eine Wunschlösung soll Tuchel in Declan Rice gesehen haben - der englische Nationalspieler hat sich aber bekanntermaßen für den FC Arsenal entschieden. Auch Innenverteidiger Matthijs de Ligt weiß um das Fehlen eines Abräumers: "Wir haben das jetzt nicht, das ist die Wahrheit."
Doch abgehakt ist das Thema deswegen noch lange nicht. "Es ist unsere Aufgabe, da Lösungen zu finden", sagte Tuchel schon Anfang August. Und die Unzufriedenheit des Trainers spiegelt sich mittlerweile auch im Verhalten des betroffenen Personals wider.

Es knirscht in der Zentrale

Ausgerechnet seinem Kapitän Joshua Kimmich hat Tuchel die gesuchten Qualität erst vor wenigen Tagen abgesprochen. Der 28-Jährige sei zwar ein "strategischer Junge, der es liebt, alles zu machen. Und der dazu in der Lage ist, alles zu machen."
Doch der Trainer hakte schnell ein: "Es ist nicht in seiner DNA, ein positionshaltender Mittelfeldspieler zu sein. Er mag es, sich zu viel zu bewegen. Er hilft an zu vielen Orten aus. Er ist ein sehr guter Assist-Geber. Er spielt sehr gerne den vorletzten Pass. Das ist eine maßgebliche Stärke seines Spiels." Oder mit anderen Worten: Das defensiv-gebundene Spiel liegt Kimmich nicht.
Der Kapitän sieht das anders: "Ich bin ein Sechser!" reagierte Kimmich knapp aber deutlich auf die Diskussion um die Verpflichtung eines neuen Sechsers nach der Partie gegen den FC Liverpool.
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Wirkte zuletzt verunsichert: Joshua Kimmich

Fotocredit: Getty Images

Auch Holger Badstuber sieht die Notwendigkeit eines Sechsers mit defensivem Profil: "Ein echter Sechser ist physisch stark, groß, spielt einfach, gewinnt Zweikämpfe, erobert Bälle und ist da, wenn es brennt. Er nimmt "dreckige" Laufwege, für die sich andere zu schade wären. In dieser Rolle sehe ich weder Kimmich noch Laimer, Goretzka oder Gravenberch", so der 34-Jährige gegenüber "Web.de"
"Ich denke da an einen Spielertypen wie Casemiro, Rodri oder einen Busquets in Bestform. Oder auch an jemanden wie Javi Martinez 2012/13 bei Bayern", so der ehemalige Bayern-Verteidiger, der nachschob: "Wird diese Baustelle nicht geschlossen, könnte es weiter Probleme geben."

Kimmich und Goretzka gereizt

Die Debatte geht am 28-Jährigen ganz offensichtlich nicht spurlos vorbei. "Ihr habt doch schon genug Geschichten über mich gemacht", ließ Kimmich die Journalisten nach der jüngsten Niederlage im Supercup enttäuscht stehen.
"Man braucht sich nicht wundern: Erst vor zwei Wochen hat Tuchel Kimmich die Führung abgesprochen, auf der Position zu spielen, auf der er gegen RB gespielt hat", konnte Ex-Nationalspieler Didi Hamann die Verunsicherung des Kapitäns bei "Bild TV" nachvollziehen.
Auch Leon Goretzka war nicht in Rede-Stimmung. Der Nationalspieler ist längst ins zweite Glied gerückt. Als Neuzugang Konrad Laimer nach 45 Minuten gegen Leipzig ausgewechselt wurde, kam nicht etwa Goretzka zum Zug - sondern Kingsley Coman.
Nur zwölf Minuten kam der deutsche Nationalspieler in einem bereits entschiedenen Spiel zum Einsatz. Die Zukunft von Goretzka ist völlig offen, ein Abgang längst nicht mehr ausgeschlossen.

Nur ein vorsichtiger Gewinner

Denn ausgerechnet Konkurrent Laimer war bis dahin der große Gewinner der Vorbereitung. Der Ex-Leipzig-Star spielt seit seiner Ankunft in München eine zentrale Rolle in München. Als fleißiger Arbeiter hat der Neuzugang aktuell die besten Karten für die Position neben Kimmich.
Der Österreicher hat Goretzka auf die Bank verdrängt. In den Vorbereitungsspielen lief Laimer häufig an der Seite von Kimmich auf.
Aber noch ist der Neuzugang - der ursprünglich Wunschtransfer von Ex-Trainer Julian Nagelsmann war - keine feste Instanz im Team des Rekordmeisters. Die Erfolge der Vorbereitung sind mit Vorsicht zu genießen.
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Fordert Leon Goretzka: Neuzugang Konrad Laimer

Fotocredit: Getty Images

Wer oder was soll noch helfen?

Es spricht indessen vieles dafür, dass Tuchel eine externe Lösung bevorzugt. Goretzka scheint in Ungnade gefallen zu sein, mit Ryan Gravenberch ist eine weitere Alternative völlig außen vor.
"Es gibt nur ein paar wenige Spieler, die uns, meiner Meinung nach, besser machen können", so Tuchel: "Diese Spieler sind manchmal nicht verfügbar; manchmal passieren Dinge, die wir nicht wissen; oder Dinge passieren erst in den nächsten Wochen."
Als Kandidat gilt seit Wochen Real-Juwel Aurelién Tchouaméni, realistisch erscheint eine Verpflichtung des bis 2028 in Madrid gebundenen Franzosen aber nicht. Laut "Sport1" erwägen die Bayern deswegen ein Leihgeschäft.
Zumindest Vorstandchef Jan-Christian Dreesen gibt sich kämpferisch: "Wer uns kennt, weiß, dass wir uns - wenn wir etwas wollen - nach der Decke strecken, aber auch vernünftig bleiben. Wir werden sehen, was noch passiert", antwortete der 55-Jährige auf eine PK-Frage.
Im Falle einer Verpflichtung käme wohl auch eine alte Thematik wieder ins Rollen: Laut dem "Kicker" erwägt Tuchel, Kimmich wieder als Rechtsverteidiger einzusetzen. Damit wäre auch ein möglicher Verlust von Benjamin Pavard abgefedert.
Klar ist: Wenige Tage vor dem Auftakt der Bundesliga scheint eine kurzfristige Lösung unwahrscheinlich. Bis zum 1. September kann aber noch viel passieren - und auch ein Abgang eines Stars erscheint längst wieder möglich.
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Quelle: Perform

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