FC Bayern München - Thomas Tuchels Wunsch und Not in der Abwehr: Das sind die Transfer-Kandidaten beim FCB

Beim FC Bayern wird seit Monaten über die dünne Personaldecke diskutiert. Verletzungen, anstehende Abstellungen für Afrika- und Asien-Cup und das nun geöffnete Transferfenster bringen neuen Schwung in die Planungen der FCB-Verantwortlichen um Sportdirektor Christoph Freund. Die Suche nach neuen, erschwinglichen Spielern gestaltet sich allerdings nicht einfach. Das sind die Kandidaten.

Schürt in München Interesse: Martín Zubimendi

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Als Christoph Freund am 1. September vergangenen Jahres offiziell sein Amt als neuer Sportdirektor des FC Bayern antrat, fand er eine halb gmahde Kader-Wiesn in München vor.
Harry Kane (Tottenham), Min-Jae Kim (Neapel), Konrad Laimer (Leipzig) und Raphael Guerreiro (Dortmund) waren im Sommer verpflichtet worden, auf der anderen Seite hatten unter anderem Lucas Hernández (Paris Saint-Germain), Benjamin Pavard (Inter), Ryan Gravenberch (Liverpool), Sadio Mané (Al Nassr) und Marcel Sabitzer (Dortmund) den Klub verlassen.
Nur wenige Stunden vor Freunds Zepterübernahme war ein Deal zudem auf dramatische Weise geplatzt: Joao Palhinha, Wunschsechser von Trainer Thomas Tuchel, musste am Deadline Day trotz eines bereits bestandenen Medizinchecks unverrichteter Dinge wieder aus der bayrischen Landeshauptstadt abreisen, weil sein Arbeitgeber FC Fulham kurzfristig keinen adäquaten Ersatz für den Portugiesen organisieren konnte. Auch die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers scheiterte.
Ein Debakel kurz vor Schließung des Transferfensters. Seither wird nahezu pausenlos über die Breite im FCB-Kader diskutiert, etliche Verletzungen während der laufenden Saison gaben den Kritikern reichlich Futter. Nun, im Winter, kommt aus vielerlei Gründen neuer Schwung in Freunds Planungen.
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Min-Jae Kim ist Südkoreas Fußballer des Jahres

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Weil Innenverteidiger Kim mit Südkorea an der Asienmeisterschaft (12. Januar bis 10. Februar) teilnimmt und Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui trotz eines Muskelbündelrisses vom marokkanischen Nationaltrainer Walid Regragui für den Afrika-Cup (13. Januar bis 11. Februar) nominiert wurde, stehen zwei Defensivstützen zum Start ins neue Jahr nicht zur Verfügung und dünnen so die Personaldecke weiter aus.
Grund genug für Freund, auch öffentlich in die Offensive zu gehen. "Dass wir nominell nicht so gut aufgestellt sind, ist so", sagte der Österreicher kürzlich am Rande des Champions-League-Duells mit Manchester United bei "Prime Video". Er kündigte an: "Wir werden sehen, was uns gelingt. Wir wissen, dass wir Bedarf haben." Danach gefragt, ob ein flexibler Abwehrspieler, der sowohl rechts als auch im Zentrum verteidigen kann, den Bayern ganz besonders gut zu Gesicht stehen würde, antwortete Freund vielsagend: "Das wäre ein guter Plan, ein guter Ansatz."
Klar, dass spätestens nach Freunds Aussagen fleißig spekuliert wird. Neben einigen namhaften Kandidaten für die Abwehr machen auch mögliche Alternativen fürs defensive Mittelfeld weiterhin die mediale Runde. Doch die Suche nach Neuzugängen gestaltet sich - wie in jedem Winter - alles andere als einfach.

Takehiro Tomiyasu (FC Arsenal)

Der japanische Defensivspezialist wurde in jüngerer Vergangenheit immer mal wieder lose beim FC Bayern gehandelt. Zuletzt nahmen die Gerüchte wieder Fahrt auf. Der Grund: Wie die italienische Zeitung "Il Mattino" kürzlich berichtete, soll Tomiyasus Arbeitgeber Arsenal entgegen erster Meldungen nun doch bereit sein, den 25-Jährigen im Januar ziehen zu lassen.
Tomiyasu ist bei den Gunners in dieser Saison nicht gesetzt, insgesamt stehen bislang 20 Pflichtspiel-Einsätze zu Buche. Die gewünschte Direkthilfe wäre er für den deutschen Rekordmeister aber nicht. Tomiyasu steht in Japans Kader für den Asien-Cup. Zudem soll die SSC Neapel laut "Il Mattino" ebenfalls um die Dienste des Nationalspielers buhlen.

Clément Lenglet (Aston Villa)

Anders gestaltet sich die Situation bei Lenglet. "Sky" berichtete schon vor einigen Wochen, dass der erfahrene Verteidiger auf der erweiterten Liste der Bayern stehen soll, unlängst brachte auch die "Bild" den Franzosen ins Spiel. Lenglet ist seit Sommer vom FC Barcelona an Aston Villa ausgeliehen, allzu großen Anteil an der bis dato sensationellen Saison des Traditionsklubs aus Birmingham (Platz drei in der Premier League) hatte Lenglet jedoch nicht.
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Clément Lenglet

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Nur drei Liga-Einsätze sprechen eine deutliche Sprache. Dementsprechend sei Barcelona bereit, das Leihgeschäft im Winter vorzeitig abzubrechen. Lenglet wäre dem Vernehmen nach für eine recht geringe Ablöse von zehn Millionen Euro zu haben und könnte – zumindest mit Blick auf die Kaderbreite – eine erfahrene Ergänzung für Tuchel sein. Ähnlich wie in Tomiyasus Fall sehen sich die Bayern allerdings auch bei Lenglet mit Konkurrenz konfrontiert. Die AC Mailand hat den 15-maligen Nationalspieler nach Informationen von "Sky Italia" auf dem Zettel.

Arnau Martínez (FC Girona)

Der FC Girona spielt eine herausragende Saison und steht überraschend nach 18 Spieltagen punktgleich mit Spitzenreiter Real Madrid auf dem zweiten Tabellenplatz (45). Der Vorsprung auf die Verfolger Atlético und Barcelona beträgt bereits sieben Zähler. Klar, dass die Akteure der Katalanen mittlerweile in den Fokus zahlreicher Top-Klubs gerückt sind. Auch der 20-jährige Martínez hat sich in die Bücher einiger Schwergewichte gespielt.
Der Rechtsverteidiger, der in Barças Jugendakademie La Masia ausgebildet wurde, absolvierte bis dato 13 Pflichtspiele (3 Vorlagen). Der U21-Nationalspieler bringt ein gutes Paket mit, besticht gleichermaßen mit physischer Stärke, Übersicht und technischen Fertigkeiten. Bereits seit geraumer Zeit sollen die Bayern-Planer ein Auge auf Martínez geworfen haben. Allerdings soll der Umworbene aktuell keinen Wechselwunsch hegen. Das berichtete die "Mundo Deportivo" Anfang Dezember.

Giorgio Scalvini (Atalanta Bergamo)

Ein weiterer Shootingstar auf der Kandidatenliste ist Scalvini von Atalanta Bergamo. Der 1,94 Meter große Innenverteidiger, der mit 20 Jahren schon auf sieben Länderspiele für die Squadra Azzurra zurückblicken kann, wäre eine Investition in die Zukunft. Aber: Die Norditaliener wollen ihr Juwel nicht ziehen lassen, die Bayern müssten für Scalvini (Vertrag bis 2027) tief in die Tasche greifen. Über 40 Millionen Euro stehen im Raum – eine Verpflichtung im Winter ist ein unrealistisches Szenario.

Ronald Araújo (FC Barcelona)

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist der Uruguayer die Wunschlösung der Bayern. Zwischen Tuchel, Freund und Araújo soll es sogar erste Telefonate gegeben haben. Obwohl der deutsche Dauer-Dominator angeblich bereit wäre, rund 60 Millionen Euro für Araújo nach Spanien zu überweisen, besteht nur wenig Hoffnung auf einen Deal.
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Ronald Araújo

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Araújo zählt bei Barcelona zu den unumstrittenen Leistungsträgern, die Katalanen haben keinerlei Interesse, den flexiblen Defensivmann abzugeben. Wie "Sky" kürzlich berichtete, würde selbst ein dreistelliger Millionenbetrag bei Barça auf taube Ohren stoßen. Araújo selbst soll demnach außerdem eher zu einem Verbleib tendieren.

Raphael Varane (Manchester United)

Neben Araújo ist Varane der zweite große Name, der durch die Isar-Metropole geistert. Laut "Daily Mail" ließ ManUnited die Option, Varanes Vertrag (bis Juni 2024) über den Sommer hinaus zu verlängern, verstreichen. Dies würde dem hoch dekorierten Franzosen (vier Champions-League-Titel) ermöglichen, fortan Gespräche mit potenziellen Abnehmern zu führen.
Varane bringt reichlich Erfahrung mit, jedoch soll sich auch dessen Ex-Verein Real Madrid aufgrund der prekären Personallage (David Alaba und Eder Militao falllen lange aus) mit einer Winter-Verpflichtung beschäftigen. Dass die Red Devils selbst in puncto Personal derzeit nicht auf Rosen gebettet sind und finanzkräftige Klubs aus Saudi-Arabien angeklopft haben, erschwert einen Transfer noch einmal mehr.

Joao Palhinha (FC Fulham)

Aus den Augen, aus dem Sinn? Diese Redewendung scheint nach dem geplatzten Sommer-Transfer nicht zuzutreffen. Tuchel wird nach wie vor großes Interesse an dem Fulham-Abräumer nachgesagt. Doch die Gemengelage ist eine andere als noch vor einigen Monaten: Palhinha verlängerte in der Zwischenzeit seinen Vertrag bei den Londonern bis 2028, zudem sind die Bayern mittlerweile – im Gegensatz zum Sommer – nicht mehr bereit, mehr als 60 Millionen Euro hinzublättern.
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Weiterhin Kandidat beim FC Bayern: João Palhinha

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Ohnehin gibt es laut Fulham-Trainer Marco Silva keine Offerte für die "Holding Six" der Cottagers. "Ich kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass wir bisher keine Anfragen für einen Spieler aus unserem Team erhalten haben", verriet Silva am vergangenen Wochenende. Er schob nach: "Unser Plan ist es, die Mannschaft zu verstärken und nicht, wichtige Spieler abzugeben." Eine branchenübliche Aussage, die die Bayern nicht zwingend abschrecken dürfte. Es könnte also zu einer Neuauflage des Hickhacks um Palhinha kommen.

Martín Zubimendi (Real Sociedad)

"Zubimendi ist ein sehr, sehr guter Spieler, sehr intelligent. Er ist immer in der richtigen Position." Diese Lobeshymne stammt von keinem Geringeren als Leverkusens Trainer Xabi Alonso – und der muss es wissen. Schließlich arbeitete der Welt- und Europameister in der Saison 2019/20 als Coach der Zweitvertretung Real Sociedads mit Zubimendi zusammen.
Eine Kaufempfehlung für den FC Bayern vom aktuell größten Konkurrenten? Mag sein. Der "Sport Bild" zufolge beobachten die Münchner Zubimendis Leistungen genau und sollen in dem spielintelligenten Strategen sogar eine mögliche Holding-Six-Alternative für Palhinha auserkoren haben. Günstig wird Zubimendi aber keineswegs, "Sport1" taxiert die Ausstiegsklausel auf 60 Millionen Euro.
Es ist also kompliziert. Freund und Co. müssen kreativ werden. Vielleicht zaubern die Bayern auch - ähnlich wie im vergangenen Winter mit Joao Cancelo - einen überraschenden Namen aus dem Hut. Die Fans dürfen sich jedenfalls Hoffnungen machen.
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Transfers? Tuchel: "Dann brauchen wir vielleicht zwei Spieler"

Quelle: Perform

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