Schweres Erbe bei Bayer Leverkusen: Cesc Fàbregas und die bemerkenswerte Parallele zu Xabi Alonso

Bayer Leverkusen befindet sich auf der Suche nach dem passenden Nachfolger von Xabi Alonso. Angesichts der Fußstapfen, welche der baskische Trainer nach zweieinhalb Jahren seines Wirkens bei der Werkself hinterlässt, ein umfangreiches Unterfangen. Mit Cesc Fàbregas empfahl sich in den vergangenen Monaten im italienischen Como jedoch ein Trainer, für den das Erbe des Double-Siegers bestimmt ist.

Alonso: "Haben es nicht verdient, um die Schale zu kämpfen"

Quelle: Perform

Cesc Fàbregas folgt auf Xabi Alonso. Ein Szenario, welches vor zehn Jahren bei Bayer Leverkusen nicht einmal von den kühnsten Träumern ausgemalt worden wäre. Mittlerweile werden solche Namen im südlichen Nordrhein-Westfalen ohne Weiteres jongliert.
"Es hat uns in dem gesamten Prozess noch kein Kandidat abgesagt", ließ sich Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes nach dem 2:2 gegen den 1. FSV Mainz 05 hinsichtlich der Trainerfrage nicht in die Karten schauen.
Namen gibt es also viele - Traum-Schwiegersohn aber dennoch nur einen.
Die Fußstapfen, die Alonso in Leverkusen hinterlässt, sind enorm. Herkulesaufgaben zählen jedoch zum Metier des Bayer-Traums.

Fàbregas: Aus Aufsteiger mach Mittelfeldklub

"Wenn ich hier weggehe, möchte ich ein Vermächtnis hinterlassen", erklärte Fàbregas vor rund zwei Wochen im Gespräch mit der "Gazzetta dello Sport". Klare Strukturen, ein harmonierendes Mannschaftsgefüge, spielphilosophische Nachhaltigkeit - die Visionen des 38-Jährigen sind eindeutig. "Das ist es, was ich Como hinterlassen möchte."
Große Worte für einen Senkrechtstarter, hinter dem gerade einmal zehn Monate als Cheftrainer liegen. In jener Zeit gelang Fàbregas aber Erstaunliches.
Der Aufsteiger aus der Lombardei entwickelte sich unter dem Katalanen, der seine ersten Trainererfahrungen im Sommer 2023 als U19-Coach in Como sammelte, schnurstracks zum Mittelfeldklub in der Serie A.
Einen Spieltag vor Schluss haben die Lariani im italienischen Oberhaus ihre viertbeste Platzierung der Vereinsgeschichte bereits sicher, mit 49 Punkten und Platz zehn wurden alle Erwartungen übertroffen.
Dabei mauerten sie sich nicht nur von Punkt zu Punkt, sondern nahmen das Zepter auf dem Rasen nur allzu gerne selbst in die Hand: 87 Prozent der 49 Tore fielen aus dem Spiel heraus. Mit dieser offensiven Herangehensweise trieb Como selbst italienische Top-Klubs wie Napoli (2:1), Fiorentina (2:0), die Roma (2:0) oder Atalanta (2:2) zur Verzweiflung.
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Cesc Fàbregas und Como haben die Klasse eindrucksvoll gehalten

Fotocredit: Getty Images

Fàbregas macht aus Geld Gold

Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Hinter Como stehen mit Robert Budi Hartono und Michael Bambang zwei indonesische Investoren mit einem geschätzten Vermögen von knapp 48 Milliarden US-Dollar (Quelle: Forbes).
Im vergangenen Sommer gab Como über 90 Millionen Euro für neue Spieler aus, nahm gleichzeitig aber nur knapp vier Millionen durch Verkäufe ein - ein Ungleichgewicht, das sich nicht jeder Aufsteiger leisten kann. Aber mit dem auch gestandene Vereine durchaus nicht zurechtkommen.
"Die Leute reden über Geld, aber das ist nicht alles", wollte Fàbregas nichts von erleichterten Bedingungen wissen. "Man sah es ja bei PSG in der Champions League und Arsenal in der Premier League. Um zu gewinnen, muss man arbeiten. Nach all den Jahren der Opfer sehen wir jetzt endlich das Licht."
Damit hat der ehemalige Zauberkünstler nicht Unrecht. Mit zusammengewürfelten Truppen sind schon viele vor ihm gescheitert, Fàbregas formte aus den Investitionen aber ein vielversprechendes Fundament.
Die beiden Top-Talente Assane Diao (19) und Nico Paz (20) avancierten mit insgesamt 14 Toren und zehn Vorlagen zu wahren Leistungsträgern, Lucas Da Cunha oder auch die beiden Deutschen Marc Oliver Kempf und Yannik Engelhardt verliehen der Mannschaft die nötige Stabilität.

Fàbregas und Die Alonso-Parallele

Ein Umstand, der unweigerlich auf Fàbregas zurückzuführen ist. Die Aura des spanischen Weltmeisters gilt als Magnet, sein zwischenmenschliches Feingefühl ist in der Entwicklung von Spielern Gold wert. Eine auffällige Parallele zu Alonso.
Welchen Unterschied derartige Qualitäten machen können, erfuhr man in den vergangenen beiden Jahren nämlich auch in Leverkusen.
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Xabi Alonso gemeinsam mit Florian Wirtz

Fotocredit: Getty Images

Spieler wie Alejandro Grimaldo und Granit Xhaka wechselten nur wegen Alonso nach Leverkusen, darüber hinaus profitierte vor allem Florian Wirtz vom Austausch mit dem ehemaligen Weltklassespieler.
Fàbregas als zweiten Alonso abzutun, würde dem einstigen Barça-Star aber nicht gerecht werden. Mit einer Verpflichtung des Helden vom Comer See würde Bayer jedoch ebenjener Erfolgsgeschichte, die einst im Oktober 2022 ihren Anfang nahm, eine Zukunft geben.

Leverkusen: Fàbregas - und wer noch?

Fàbregas ist ein gefragter Mann, in den zurückliegenden Wochen klopften neben Leverkusen auch andere ambitionierte Klubs bei Como an. In Italien haben sich die AC Milan und AS Roma nach dem Spanier erkundigt, in Deutschland träumt auch RB Leipzig von einer Verpflichtung.
"Ja, ich habe mit anderen Vereinen gesprochen, ich bin respektvoll und spreche mit allen", bestätigte Fàbregas jüngst auf der Pressekonferenz vor dem Ligaspiel gegen Hellas Verona. "Wir müssen nur noch auf die offizielle Ankündigung warten."
Eine kryptische Aussage, die Leverkusen aber nicht von seinen Planungen abhält. Beim Double-Sieger der Saison 2023/24 denkt man an eine baldige Verkündung des Alonso-Nachfolgers. "Ich glaube, dass wir im Mai das jetzt abschließen werden", unterstrich Rolfes.
Neben Fàbregas fielen in den vergangenen Wochen auch die Namen Erik ten Hag und Sandro Wagner. Für letzteren würde der Schritt nach Leverkusen aber deutlich zu früh kommen. Mit seinen Erfahrungen bei Ajax Amsterdam und Manchester United würde ten Hag erheblich besser ins Bayer-Anforderungsprofil passen.
Mit Fàbregas würde sich Leverkusen aber seinen Wunsch vom Traum-Schwiegersohn erfüllen - und den Alonso-Vibe am Leben erhalten.
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Quelle: SID


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