Bayer Leverkusen mit Löcher-Abwehr zum Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern - können Jonathan Tah und Co. bestehen?

22 Tore sind in dieser Bundesliga-Saison gefallen, wenn Bayer 04 Leverkusen beteiligt war. Doch die Show hat ihren Preis: Die Unbesiegbar-Serie riss nach drei Gegentoren gegen RB Leipzig (2:3), neun Gegentore sind es insgesamt. Nach einem wilden 4:3 gegen den VfL Wolfsburg richtete Kapitän Granit Xhaka deutliche Worte an die Mannschaft - denn nun geht es gegen die Offensivmaschine des FC Bayern.

Alonso nimmt Spieler in Schutz: "Sie sind nicht dumm"

Quelle: Perform

"Es ist egal, wer kommt. Das interessiert uns nicht", sagte Xhaka nach dem nervenaufreibenden Spiel gegen Wolfsburg, allerdings erst, nachdem er von einem "Riesen-Weckruf" gesprochen und das Verteidigungsverhalten des amtierenden Deutschen Meisters selbstkritisch beäugt hatte.
Nach dem Saisonbeginn muss man sich bei der Werkself fragen, ob es wirklich "egal" ist, wer kommt. Die Bayern erzielten in ihrer vergangenen Arbeitswoche 20 Tore in drei Spielen und erwarten den Titelverteidiger ihrerseits mit breiter Brust in der Allianz Arena.
Die Spieler und der Trainerstab um Xabi Alonso sollten also um eine schnelle Fehleranalyse vor dem Gipfeltreffen am Samstag (18:30 Uhr im Liveticker) bemüht sein. Gegen die Bayern könnte es zur nächsten Offensiv-Show kommen - diesmal womöglich mit einem besseren Ende für den Gegner.
"Mir fehlt der letzte Biss, das Tor zu verteidigen", sagte Xhaka nach dem Wolfsburg-Spiel. Dem pflichtete Alonso bei und fügte an: "Wenn wir so weitermachen, werden wir nicht die Möglichkeit bekommen, etwas Großes zu erreichen."

Bayer-Abwehr sortiert sich noch

Das gilt auch für den Trainer selbst. Anders als in der Startphase der vergangenen Saison rotiert der Spanier zu Beginn dieser Spielzeit viel mehr. In jedem Pflichtspiel stand bislang eine auf mehreren Positionen veränderte Startelf auf dem Platz.
Dabei ist zumindest das Innenverteidiger-Duo aus Jonathan Tah und Edmond Tapsoba im Grunde gesetzt, Piero Hincapié und der 19-jährige Neuzugang Jeanuel Belocian wechseln sich für den dritten Spot ab.
Nordi Mukiele, der für den abgewanderten Odilon Kossounou (Atalanta Bergamo) verpflichtet wurde und dem gegen Wolfsburg ein Eigentor unterlief, ist dagegen noch keine Hochglanz-Option. Arthur kam erst vier Bundesliga-Minuten und eine Pokal-Halbzeit zum Einsatz, Sadik Fofana ist noch zu grün.

Alonsos Rotation ein Faktor

Ein weiterer Umstand: 2023/24 fokussierte sich Leverkusen in Sachen A-Elf vor allem auf die Meisterschaft, während in Europa League und DFB-Pokal eher rotiert wurde. In dieser Saison muss Alonso zwischen Bundesliga und Champions League aber genau abwägen, wann er seine beste Elf auf dem Rasen haben will - gegen Bayern jedoch mit Sicherheit.
In dieser Gemengelage präsentierte sich Bayer bisher defensiv nicht sonderlich eingespielt und vor allem fehleranfällig.
Das Problem liegt aber auch ein wenig weiter vorne und hängt mit Neuzugang Aleix García zusammen. Spielt er neben Xhaka, hat Bayer mehr Spielkontrolle, in der Rückwärtsbewegung fehlen aber die Bissigkeit und Zweikampfstärke von Ezequiel Palacios oder Robert Andrich.
Beide sind noch da und stehen bereit - kommen sie gegen den FC Bayern auch zum Einsatz? Gut möglich, dass sich Alonso für einen von beiden neben Xhaka entscheidet.

Die Suche nach Stabilität und Konstanz

So oder so: Bayer Leverkusen wirkt in dieser Anfangsphase der Saison auf der Suche nach der richtigen Balance im Spiel, es fehlt noch an Stabilität, Konstanz und der gewissen Leichtigkeit aus der Vorsaison. "Wir sagen, wir sind eine Spitzenmannschaft, aber eine Spitzenmannschaft kassiert keine drei Tore in 45 Minuten", sagte Xhaka während seiner Tirade nach dem 4:3 gegen Wolfsburg.
Nach sechs Siegen aus sieben Pflichtspielen ist das natürlich Jammern auf hohem Niveau. Die Offensive läuft mit 20 Toren bereits mehr als rund. Aber es wird auch ersichtlich, dass die Ansprüche unterm Bayer-Kreuz gestiegen sind.
Bayer spielte in dieser Saison noch nicht 90 Minuten lang auf Top-Niveau. Das wird, wie Xhaka auch konstatierte, gegen den FC Bayern "so nicht reichen".

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