Borussia Dortmund - Jobe folgt auf Jude: Warum der BVB für den jüngeren Bellingham so tief in die Tasche greift

Borussia Dortmund hat wieder einen Bellingham. Der Transfer des 19-jährigen Jobe Bellingham ist perfekt - und weckt natürlich Erinnerungen an die Zeit, als Bruder Jude im BVB-Trikot auflief. Dennoch sei die Frage erlaubt, weshalb die Schwarz-Gelben für den Teenager vom AFC Sunderland, der bislang nur zweitklassig spielte, mehr als 30 Millionen Euro ausgeben? Am Nachnamen liegt es jedenfalls nicht.

Erstes BVB-Training: Bellingham arbeitet mit neuen Teamkollegen

Quelle: SNTV

"Wir haben bestimmt 1000 Champions-League-Finals auf diesem kleinen Stück Rasen gespielt", erinnerte sich Jude Bellingham im Interview mit der "UEFA" an seine Kindheit zurück, die vor allem aus Fußballspielen vor dem Elternhaus gegen seinen jüngeren Bruder Jobe bestand.
Sie hätten sich jedes Mal vorgestellt, ein Champions-League-Endspiel zu bestreiten. Geendet habe es stets damit, dass "wir zwei die besten Freunde oder die schlimmsten Feinde aller Zeiten waren", so Bellingham. Es seien viele Tränen geflossen, damals.
Was beide immer verband: der Traum vom großen Fußball. Jude hat ihn verwirklicht. Vom Jugendklub Birmingham City ging es über Borussia Dortmund zu Real nach Madrid, wo er 2024 die Champions League gewann - durch ein 2:0 im Endspiel gegen den BVB.
Jobe, der ebenfalls bei Birmingham anfing und dann nach Sunderland wechselte, folgt nun dem Weg seines etwas mehr als zwei Jahre älteren Bruders und heuert bei den Westfalen an. Den Neuzugang habe man als "außergewöhnlich talentierten Spieler, der trotz seines jungen Alters bereits über eine bemerkenswerte Reife und Spielintelligenz verfügt", wahrgenommen, erläuterte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken.
Bellingham unterschrieb langfristig bis 30. Juni 2030 in Dortmund. "Jobe hat im vergangenen Jahr nochmal einen immensen Schritt gemacht und ist mit 19 Jahren zu einer absoluten Führungspersönlichkeit gereift. Seine Präsenz und Ausstrahlung im zentralen Mittelfeld ist bemerkenswert und wird uns in unterschiedlichen Systemen besser machen", hofft Borussia-Sportdirektor Sebastian Kehl.

Ex-Coach: Jobe will nicht "vom Namen des Bruders leben"

Eins ist Bellingham indes wichtig: Die Richtung mag dieselbe sein, direkt in die Fußstapfen von Jude will Jobe aber nicht treten. Der Jüngere kreiere sein "Vermächtnis" und schlage einen "eigenen Weg" ein, versicherte Jude.
Jobes einstiger Coach in Sunderland, Tony Mowbray, betonte schon vor zwei Jahren, dass sein Schützling "nicht vom Namen seines Bruders leben" wolle. Von daher verwundert es nicht, dass der Jüngere nur den Namenszug "Jobe" auf dem Trikot trägt. Das war in Sunderland so und wird auch in Dortmund der Fall sein.
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Jobe Bellingham feiert den Premier-League-Aufstieg mit Sunderland

Fotocredit: Getty Images

Bislang läuft es vielversprechend für den 19-Jährigen. Jobe wurde jüngst zum besten jungen Spieler der abgelaufenen Saison in der englischen Championship gekürt. AFC-Trainer Régis Le Bris setzte das Mittelfeld-Talent in 40 von 46 Ligapartien und allen drei Play-offs ein.
Am Ende feierte Sunderland nach acht Jahren Zweit- und Drittklassigkeit die Rückkehr in die Premier League. Auf Bellingham, der in der Saison 2024/2025 auf vier Treffer und drei Assists kam, müssen die "Black Cats" nun verzichten.

Bellinghams Stärken: Das kommt auf den BVB zu

Und damit auf besondere Qualitäten. Variabel einsetzbar im defensiven, zentralen und offensiven Mittelfeld, bringt Jobe bei einer Größe von 1,91 m schon jetzt enorme körperliche Robustheit mit. "Am meisten Spaß habe ich beim Box-to-Box-Spiel, weil man sich dort einmischen und nach vorne agieren kann", verriet Bellingham im Gespräch mit "Sky Sports".
Genau darin sieht auch Le Bris die größten Stärken des Engländers. "Ich mag ihn als Nummer acht, weil er ein offensiver Mittelfeldspieler ist." In dieser Rolle könne Bellingham "seine Kraft, Laufbereitschaft sowie die Fähigkeit, Druck auszuüben und Verteidigung und Angriff zu verbinden", ideal einsetzen, erläuterte der französische Coach.

Der Bellingham-Vergleich: Jude offensiver als Jobe

Der BVB bekommt also einen Profi, der wie gemacht ist für das schnelle Umschaltspiel. Der Unterschied zu Bruder Jude: Der Ältere ist offensiver orientiert, spielt nur ausnahmsweise im zentralen und so gut wie nie im defensiven Mittelfeld. Ein Vergleich hinsichtlich der Klasse der beiden Bellinghams ist kaum möglich, der ehemalige Sunderland-Angreifer Marco Gabbiadini hat es in seiner Rolle als "BBC"-Experte dennoch getan.
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Jude (li.) und Jobe Bellingham (re.)

Fotocredit: Getty Images

"Ist Jobe so gut wie sein Bruder? Nach dem, was ich bisher gesehen habe, nicht - aber das ist nicht schlimm. Wenn er zu 80 Prozent so stark ist wie Jude, wird er trotzdem ein sehr guter Fußballer", glaubt der 57-Jährige. Den Wechsel von der britischen Insel in die Bundesliga hält Gabbiadini für einen cleveren Schachzug, denn das deutsche Fußball-Oberhaus bewege sich vom Niveau her "irgendwo zwischen Championship und Premier League".

Erstes Bellingham-Duell bei der Klub-WM?

Hinzu kommt, dass sich der Kindheitstraum Königsklasse bald erfüllen dürfte, nachdem die Borussia die Qualifikation auf den letzten Metern der Saison doch noch in trockene Tücher gebracht hatte. Das erste Highlight für Neuzugang Jobe wird die FIFA Klub-WM in den USA.
Der BVB startet am 17. Juni gegen Fluminense aus Rio de Janeiro in den Wettbewerb. Erreicht Dortmund das Viertelfinale, könnte es gegen Real Madrid gehen - und damit zum direkten Aufeinandertreffen der Bellinghams kommen.
Das wäre zwar noch das erträumte Champions-League-Final-Duell, das die beiden Brüder so oft als Kinder nachgespielt haben - aber für den Anfang doch schon sehr respektabel ...
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Kovac lobt BVB-Entwicklung: "Lange Zeit waren wir nur Beifahrer"

Quelle: Perform


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