BVB vor Finale um die Champions-League-Qualifikation in neuer Rolle - Borussia Dortmund und der Kampf gegen das Mainz-Gespenst
Borussia Dortmund kann sich am kommenden Samstag trotz einer chaotischen Bundesliga-Saison tatsächlich noch für die Champions League qualifizieren. Vor dem entscheidenden Duell mit dem bereits feststehenden Absteiger Holstein Kiel kommen automatisch Erinnerungen an ein verkorkstes Finale hoch. Vor allem, weil die Westfalen im Vergleich zu den vergangenen Wochen nun in einer neuen Position sind.
Kovac warnt vor Kiel: "Wir haben noch nichts erreicht"
Quelle: Perform
Als Niko Kovac im Februar das Trainer-Zepter vom geschassten Nuri Sahin in Dortmund übernahm, herrschte in Fußball-Deutschland vor allem eines: Skepsis.
Kovac, der bei seiner letzten Station in Wolfsburg nun wahrlich keine Bäume ausgerissen hatte, soll nun dem wankenden Riesen aus dem Ruhrpott wieder Stabilität verleihen?
Wähnten sich die Zweifler in den ersten Wochen nach Niederlagen gegen Stuttgart (1:2) und Bochum (0:2) noch im Recht, dürften viele Kritiker mittlerweile etwas wohlgesonnener sein. Aus den vergangenen sieben Bundesliga-Partien sammelte der BVB 19 Punkte und avancierte so zur formstärksten Mannschaft der deutschen Beletage - einzig ein Remis beim Rekordmeister FC Bayern (2:2) "versaute" den Schwarz-Gelben die perfekte Ausbeute.
Vor dem letzten Spieltag ist sie plötzlich wieder da, die Chance auf den Einzug in die Champions League. Traditionell ein Dortmunder Minimalziel, in dieser chaotischen Spielzeit jedoch eine unverhoffte Möglichkeit, die Saison noch einigermaßen versöhnlich zu beenden.
BVB-Situation hat sich geändert
Dabei hat sich die Situation im Vergleich zu den vergangenen Wochen aber komplett verändert. Während man - wie bereits skizziert - sämtliche Hausaufgaben mit Bravour erfüllte, gab es seinerzeit eine enorme Abhängigkeit von der Konkurrenz. Nun, hinsichtlich des Duells mit Holstein Kiel am Samstag (15:30 Uhr im Liveticker) ist Dortmund - auch dank gütiger Mithilfe aller anderen Champions-League-Aspiranten - plötzlich in der Lage, selbst für klare Verhältnisse zu sorgen.
Im Falle eines Sieges mit zwei Toren Unterschied qualifiziert sich der BVB fast sicher erneut für die Königsklasse, ein Drei-Tore-Sieg garantiert dies sogar. Parallel liefern sich der SC Freiburg (Platz 4) und Eintracht Frankfurt (Platz 3) ebenfalls ein Endspiel.
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Niko Kovac brachte den BVB wieder auf Vordermann
Fotocredit: Getty Images
"Endspiele sind die Spiele, die wir spielen möchten", sagte Kovac, der Vater der ansteigenden Formkurve am Donnerstag auf der Pressekonferenz: "Wir hatten in den letzten Wochen viele Endspiele, wir waren genötigt, diese Spiele zu gewinnen. Wir haben sie gewonnen. Jetzt sind wir in der Situation, dass wir selbst das Heft des Handelns in der Hand haben."
Kovacs Prophezeiung: "Es wird verdammt schwer." Besonders der Umstand, dass der kommende Gegner bereits als Absteiger feststeht, mache die Gemengelage laut Kovac kompliziert: "Es gibt genug Leute, die erzählen, dass Kiel nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren hat. Wir sind aber lange im Fußballgeschäft dabei, wir wissen, wie schwierig jedes Spiel in der Bundesliga ist."
Dortmund und das Mainz-Gespenst
Dass Mannschaften, für die es vermeintlich um nichts mehr geht, ganz besonders gefährlich sein können, weiß Dortmund nur allzu gut. Vor zwei Jahren hatten sich die Westfalen dank eines beeindruckenden Endspurts im Rennen um die deutsche Meisterschaft in die Pole Position manövriert, ein Sieg am letzten Spieltag und die Schale würde nach elf Jahren Absenz mal wieder den Weg ins Revier finden.
Damals gastierte mit Mainz 05 zwar kein Absteiger im Signal Iduna Park, dafür aber ein Team, das es sich im gesicherten Mittelfeld bequem gemacht und eigentlich keine großen Ambitionen mehr gehegt hatte.
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Dortmund verspielte 2023 die Meisterschaft am letzten Spieltag
Fotocredit: Getty Images
Bekanntermaßen versagten den Dortmundern Ende Mai 2023 die Nerven, die Nullfünfer entpuppten sich als Spielverderber, am Ende reichte ein 2:2 nicht – die Meisterschaft wurde wieder einmal in München (Der FC Bayern hatte gleichzeitige 2:1 in Köln gewonnen) gefeiert.
Klar, dass das Mainz-Gespenst auch vor dem diesjährigen Saisonfinale durch Dortmund spukt. Kovac will davon jedoch nichts wissen: "Wir müssen nicht in der Vergangenheit kramen, wir leben im Jetzt und Heute", gab der 53-Jährige zu Protokoll, als er mit einer entsprechenden Nachfrage konfrontiert wurde.
Kovac will nichts ändern
Um weiter auf der Erfolgswelle zu reiten und die Champions-League-Quali doch noch in trockene Tücher zu bringen, bleibt Kovac sich und seiner Marschroute treu. Er wolle "überhaupt nichts" an den Abläufen verändern: "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir vieles richtig machen", sagte er. Kovac ergänzte: "Wir brauchen keine Veränderungen, weil Veränderungen immer eine Abkehr von dem sind, was gut war. Ich bin ein Freund davon, es so zu halten, wie es war."
Damit ist er seit seiner Ankunft in Dortmund weitestgehend gut gefahren. Geht er mit seiner Truppe nun gegen Kiel den letzten Schritt, dürfte auch der letzte Skeptiker verstummen - und das Gespenst namens Mainz 05 endgültig zurück nach Rheinhessen reisen.
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Quelle: Perform
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