Borussia Dortmund: Serhou Guirassy sorgt für ein Sturm-Dilemma hoch zwei - wo ist Platz für Niclas Füllkrug?

Borussia Dortmund befindet sich nach dem vollzogenen Transfer von Serhou Guirassy in einer äußerst privilegierten Situation. Neben dem Guineer weist der BVB nämlich noch drei weitere nominelle Stürmer in seinem Kader auf, die Anspruch auf den Startplatz erheben. Die Qualitäten von EM-Held Niclas Füllkrug, Youssoufa Moukoko und Sébastien Haller sorgen im Ruhrgebiet für ein Sturm-Dilemma hoch zwei.

Serhou Guirassy und Niclas Füllkrug

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Ein Überflieger, ein EM-Held, ein Afrikameister und ein Top-Talent gehen in eine Bar. Was wie die Einleitung eines holprigen Schenkelklopfers klingt, ist bei Borussia Dortmund seit Donnerstag tatsächlich Realität.
Serhou Guirassy gilt als das Prunktstück des bisherigen schwarz-gelben Transfersommers, für 18 Millionen Euro schloss sich der Guineer dem BVB an.
Angesichts seiner phänomenalen Quote von 30 Toren in 30 Pflichtspielen für den VfB Stuttgart in der vergangenen Saison ein regelrechtes Schnäppchen - mit einer großen Nebenwirkung.
Der Guirassy-Transfer geht nämlich auch mit der Luxussituation von vier nominellen Stürmern einher. Neben dem 28-Jährigen schielen nämlich auch Niclas Füllkrug, Sébastien Haller und Youssoufa Moukoko auf einen Platz in der Startelf. Alle vier haben gewichtige Argumente, laut Trainer Nuri Sahin muss aber wohl mindestens einer den Vierkampf aufgeben.

Guirassy-Ausfall eine Chance für Trio?

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit vier Stürmern in die Saison gehen", erklärte Sahin in einem Gespräch mit "Spox". "Es sei denn, wir haben vier bis fünf Wettbewerbe, in denen wir spielen, aber soweit ich weiß, haben wir nur drei." Die Tatsache, dass der 35-jährige Coach bevorzugt im 4-2-3-1 spielen lässt und damit nur Platz für einen Stürmer einplant, verschärft die Situation zusätzlich.
In der Vorbereitung wird der Konkurrenzkampf zunächst ohne Guirassy stattfinden. Nachdem bei seinem Medizincheck eine Verletzung am rechten Knie festgestellt worden war, vermeldete Dortmund nun eine Zwangspause von drei bis vier Wochen.
Ob er zum Bundesliga-Auftakt am 24. August gegen Eintracht Frankfurt (18:30 Uhr im Liveticker) auf dem Rasen steht, erscheint demnach möglich, ein Einsatz in der 1. Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Phönix Lübeck (17. August, 18:00 Uhr) dürfte wohl zu früh kommen. Die große Chance für Füllkrug, Haller und Moukoko also?
Zumindest bei den beiden bisherigen Testspielen beim "Traumspiel" gegen eine Amateur-Auswahl (7:1) und Drittligist Erzgebirge Aue (1:1) sammelten sowohl Moukoko (zwei Treffer) und Haller jeweils 90 Minuten auf dem Rasen.
In die Karten schauen lassen wollte sich Sahin nach den ersten Eindrücken der neuen Spielzeit aber nicht. "Jeder einzelne ist Spieler von Borussia Dortmund und auf seine Art und Weise wichtig für uns. Dann wird man sehen, was am Ende der Transferperiode sein wird", so der 35-Jährige.

Füllkrug: Vom deutschen EM-Helden zum Abgang?

Die größten - und vor allem aussichtsreichsten - Ambitionen im Schlagabtausch mit Guirassy hat zweifelsohne Füllkrug. Bis Ende Juli weilt der deutsche Nationalstürmer, der sich mit seinen Toren bei der Heim-EM 2024 in die Herzen der Bundesrepublik beförderte, im wohlverdienten Urlaub. Dann steht das Duell um einen Platz in der Dortmunder Startelf an. Oder doch nicht?
Während Füllkrug bei der Europameisterschaft als Edeljoker glänzte, dürfte er sich im Verein kaum mit der Rolle des Reservisten zufriedengeben. Nach einer Saison mit zahlreichen Höhen und Tiefen, mit Platz fünf in der Bundesliga und dem Finale in der Champions League, wollte der ehemalige Bremer mit dem BVB eigentlich um Titel spielen. Nun steht der Absprung ins Ausland bevor.
Angeblich verhandelt die AC Mailand bereits mit dem BVB wegen Füllkrug, laut des "Corriere dello Sport" soll er beim neuen Milan-Trainer Paulo Fonseca ganz oben auf der Wunschliste stehen. Dortmund wäre bei einem Angebot von 20 Millionen Euro wohl offen für Verhandlungen.
Ein Abgang des EM-Helden würde jedoch ein großes Loch in den Kader reißen. Füllkrug stach nämlich nicht nur mit seinen 16 Toren und 10 Vorlagen in 46 Pflichtspielen hervor, sondern brillierte seit seinem Wechsel im vergangenen August auch als Leader. Ob auf oder neben dem Platz, Dortmund hatte ein Gesicht - welches es nun zu verlieren droht.
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Niclas Füllkrug könnte Borussia Dortmund verlassen

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Top-Joker Moukoko will Neuanfang

An die Guirassy-Quote von einem Scorerpunkt pro 72 Minuten kommt von den drei in Frage gestellten Offensivakteuren niemand heran. Füllkrug kam in der Spielzeit 2023/24 auf einen Schnitt von 138 Minuten pro Scorer, Haller bewegte sich bei einer deutlich geringeren Einsatzzeit im selben Bereich (131).
Moukoko machte es laut den nackten Zahlen dahingehend "am besten", immerhin waren es beim 19-Jährigen nur 126 Minuten pro Tor oder Vorlage.
Laut einem Bericht der "Ruhr Nachrichten" kann sich Moukoko, dessen Einsatzzeit sich nach 1600 Minuten in der Saison 2022/23 in der darauffolgenden Spielzeit auf knapp die Hälfte reduziert hatte, einen Neustart unter Sahin vorstellen. Der Youngster wäre zudem die wohl angenehmste Lösung für die Nummer zwei hinter Guirassy - und eine äußerst erfolgversprechende.
Denn wie Füllkrug in der deutschen Nationalmannschaft glänzte Moukoko beim BVB bereits zu Genüge als Joker. Zehn seiner insgesamt 17 Bundesliga-Tore erzielte er nämlich als Einwechselspieler, damit ist er hinter dem Spanier Paco Alcácer (12) Dortmunds bester Joker der Liga-Geschichte.
Guirassy geht raus, Moukoko kommt rein und netzt. Das perfekte Szenario für Sahin. Bei entsprechendem Vertrauen des Trainers sorgt ein Youngster wie Moukoko darüber hinaus für wenig Stunk, wenn es um die Startelf geht. Ein Argument für den Verbleib des U21-Nationalspielers.

Zeichen auf Abschied? Hallers Zukunft ungewiss

Die Zukunft von Haller kann der Ivorer hingegen nicht einmal selbst einschätzen. "Diese Frage habe ich in den letzten 18 Monaten so oft beantworten müssen", erklärte der Afrikameister im April bei den Laureus-Awards in Madrid. "Ich lebe mit Gerüchten. Ich weiß es nicht einmal selbst. Seit Beginn meiner Karriere sage ich mir: Ich kann nicht alles planen."
Nach seiner Krebserkrankung und einigen Verletzungen hatte Haller beim BVB formbedingt einen schweren Stand, bei 14 Liga-Einsätzen verzeichnete der 30-Jährige lediglich eine einzige Vorlage.
Seit einigen Wochen wird der ehemalige Frankfurter mit einem Wechsel in die türkische Süper Lig in Verbindung gebracht. Knackpunkt dabei ist sein aktuelles Gehalt von knapp zehn Millionen Euro, welches der BVB nur allzu gerne tilgen würde.
Eigenen Aussagen zufolge sieht Sahin in der Dortmunder Offensive nicht den Konkurrenzkampf an erster Stelle. "Ich sehe Qualität", meinte er nach dem Test gegen Erzgebirge Aue.
Qualität, welche es nun bestmöglich zu verteilen gilt - und die im optimalen Fall noch ein paar Millionen einbringt.
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Quelle: Perform


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