Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund gegen Union Berlin auffielen: BVB so schlecht wie zuletzt vor zehn Jahren

Borussia Dortmund musste nach der Gala-Vorstellung in der Champions League einen herben Dämpfer hinnehmen. Die Schwarz-Gelben unterlagen bei Union Berlin mit 1:2 (0:2) und zeigten ohne ihren verletzten Top-Scorer Karim Adeyemi vor allem in der Offensive eine schwache Leistung. Union hingegen feierte einen verdienten Erfolg - und das Rekord-Tor von Kevin Vogt. Drei Dinge, die auffielen.

Sahin hadert mit Defensive: "Thema, das wir angehen müssen"

Quelle: Perform

Kein Adeyemi, keine Party - so könnte man den Auftritt der Dortmunder Borussia bei der 1:2-Niederlage in Berlin-Köpenick vereinfacht zusammenfassen. Ersatzmann und Neuzugang Maximilian Beier konnte seine Chance in der Startelf vorerst nicht nutzen.
Während es in der Königsklasse für den BVB bislang optimal läuft, legte der BVB in der Bundesliga den schlechtesten Start seit zehn Jahren hin.
Union Berlin zeigte sich hingegen spielfreudig und feierte die gerissene Rekord-Serie von Kevin Vogt.
Drei Dinge, die an der Alten Försterei auffielen.

1. Adeyemi wird schmerzlich vermisst

Unter der Woche beim 7:1-Kantersieg in der Champions League brannte der BVB ein regelrechtes Offensiv-Feuerwerk ab. Gegen Union Berlin fehlten in Dreifach-Torschütze Karim Adeyemi und Julien Duranville gleich zwei der Hauptakteure aus dem Spiel gegen Celtic Glasgow.
An der Alten Försterei in Berlin-Köpenick machte sich das vom Anpfiff weg bemerkbar. Neuzugang Maximilian Beier blieb auf der rechten Außenbahn völlig blass, auch Serhou Guirassy konnte kaum einmal für Gefahr sorgen.
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Maximilian Beier blieb gegen den 1. FC Union Berlin blass

Fotocredit: Getty Images

Besonders in der ersten Halbzeit gelang den Schwarz-Gelben in der Vorwärtsbewegung wenig. Trotz knapp 60 Prozent Ballbesitz stand Dortmund bei einem Expected-Goals-Wert von gerade einmal 0,18. Daran waren sicherlich nicht einzig und allein Guirassy und Beier schuld - die beiden Offensivmänner wurden von ihren Mitspielern Julian Brandt, Pascal Groß und Co. auch viel zu wenig bedient. Im Spielaufbau gaben sich die Dortmunder viel zu behäbig.
Im zweiten Durchgang kam der BVB durch Ex-Unioner Julian Ryerson dann immerhin zum Anschlusstreffer (62.) - wirklich zwingend wurde es in der Folge aber auch nicht. Insgesamt produzierte die Mannschaft von Nuri Sahin gerade einmal vier Schüsse aufs Tor. Der verletzte Adeyemi allein verbuchte in dieser Bundesliga-Spielzeit acht Torschüsse, erzielte zudem zwei Treffer.
Nach seiner Muskelverletzung wird Adeyemi seinem Team voraussichtlich bis nach der Länderspielpause im November fehlen. Bis dahin muss sich Sahin etwas überlegen, denn Beier und der zuletzt kränkelnde Donyell Malen können ihn - bislang - nicht adäquat ersetzen.
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Sahin: "Das kriegen wir im Moment noch nicht hin"

Quelle: Perform

2. BVB so schlecht wie vor zehn Jahren - wo bleibt die Mentalität?

1:5 in Stuttgart, 1:2 zur Halbzeit zu Hause gegen den VfL Bochum und nun die 1:2-Niederlage gegen Union Berlin. Borussia Dortmund steht nach sechs Bundesliga-Spieltagen bei gerade einmal zehn Punkten - und hat damit den schwächsten Saisonstart seit zehn Jahren hingelegt.
Zudem kassierten die Schwarz-Gelben in den letzten vier Bundesliga-Spielen ganze elf Gegentore, vor allem in der Fremde präsentierte sich der BVB mit nur einem Zähler aus drei Spielen erschreckend schwach.
Zwar täuschen die zwei Siege in der Königsklasse gegen Brügge und Glasgow ein wenig über die Misere hinweg, schönreden kann Nuri Sahin die Statistik inzwischen kaum noch.
"Ich weiß, dass wir nicht optimal gestartet sind, vor allem nicht in der Liga. Wir sind erst am 6. Spieltag, aber wir sind auch nicht blauäugig und ich weiß, wenn wir auswärts weiter so auftreten, wird es schwer, unsere Ziele zu erreichen", sagte der Coach im Anschluss an die Niederlage in Berlin bei "Sky".
Die Mannschaft habe sich "nicht an den Plan gehalten" und sei "sehr schwach reingekommen ins Spiel". Allein die Gründe dafür konnte Sahin auch nicht nennen. Der 36-Jährige zeigte sich regelrecht geknickt bis ratlos.
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Nuri Sahin war schon während des Spiels beim 1. FC Union Berlin ratlos

Fotocredit: Getty Images

Grund genug für "Sky"-Experte Didi Hamann, "Unterirdisch": Hamann zerlegt den BVB und Trainer Sahin: "Die letzten drei Leistungen in der Bundesliga waren unterirdisch. Man kann ja Spiele verlieren, Sahin ist ein junger Trainer. Das muss man ihm zugestehen. Aber wenn du das Gefühl hast, es gibt keine Entwicklung, läuft etwas schief."
Doch damit nicht genug: "Das, was ich im Moment von Borussia Dortmund sehe, ist viel zu wenig. Das liegt auch an der Bereitschaft." Tatsächlich war die Borussia gegen Union Berlin ganze neun (!) Kilometer weniger gelaufen.
Nicht nur deshalb stellt sich tief im Westen erneut die Mentalitätsfrage. Auch die Tatsache, dass die Dortmunder regelmäßig die Anfangsminuten beziehungsweise ganze Halbzeiten verschlafen, erschließt sich bei einer so hoch veranlagten Mannschaft nicht.
Zumal es, wie bereits erwähnt, in der Königsklasse ganz anders aussieht. Der BVB zeigt seine zwei Gesichter. Ohne die sogenannten Basics wie Lauf- und Einsatzbereitschaft und eine gewisse Zweikampfhärte wird es für Dortmund in der Bundesliga auch in der Zukunft unangenehm bleiben.

3. Union plötzlich spielstark

Gegen Borussia Dortmund feierte Union Berlin seinen vierten Bundesliga-Heimsieg in Folge und stellte damit den Vereinsrekord ein aus der vergangenen Spielzeit ein. Überhaupt scheinen die Eisernen nach der so schwierigen letzten Saison unter dem neuen Trainer Bo Svensson auf dem Weg zurück zu alter Stärke zu sein.
Dabei zeigten sich die Köpenicker gegen den BVB allerdings nicht nur wie gewohnt zweikampfstark, sondern überzeugten vor allem im ersten Durchgang auch spielerisch. Vor allem über die linke Seite sorgten Torschütze Vertessen und Ex-Dortmunder Tom Rothe ihre ganze Klasse. Letzterer verzeichnete gar die meisten Ballkontakte seines Teams.
Nach Balleroberung ging es zielstrebig und ohne große Umwege in Richtung letztes Drittel - vollkommen verdient stand die 2:0-Führung zur Halbzeit. Im zweiten Durchgang ließen die Kräfte bei den Hausherren sichtlich nach, mit viel Leidenschaft aber brachten sie die Führung über die Zeit.
Und es gab noch einen Grund zum Feiern: Mit dem Elfmeter-Tor von Vogt (25.) endete die längste Torlos-Serie eines Feldspielers in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Zum letzten Mal hatte der frühere Kölner und Hoffenheimer vor zehn Jahren getroffen. Der Gegner damals: Borussia Dortmund.
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Eiskalt vom Punkt: Kevin Vogt traf erstmals nach zehn Jahren

Fotocredit: Getty Images

Im 341. Bundesligaspiel traf der Innenverteidiger erst zum vierten Mal, drei seiner vier Tore erzielte er gegen die Schwarz-Gelben. "Die zehn Jahre haben mich jetzt etwas irritiert", sagte der Unioner breit grinsend nach der Partie zu seinem Treffer.
Er habe im Training öfters Elfmeterschießen trainiert und im Spiel plötzlich "fünf, sechs Gesichter" auf sich gerichtet gesehen. Da habe er sich gedacht, "schieß ich den jetzt halt rein."
Gesagt, getan. Zehn weitere Jahre sollte sich der 33-Jährige mit seinem nächsten Treffer wohl nicht mehr Zeit lassen.
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Quelle: Perform


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