Borussia Dortmund verspielt gegen Werder Bremen eine 2:0-Führung: BVB patzt gleich im ersten Spiel nach Nuri Sahin

Borussia Dortmund hat im ersten Spiel nach der Entlassung von Cheftrainer Nuri Sahin gepatzt. Der BVB verspielte in Unterzahl gegen Werder Bremen eine 2:0-Führung. Beim Debüt von Interimscoach Mike Tullberg trennten sich die Hausherren im Signal Iduna Park mit 2:2 (1:0) von den Norddeutschen. Nach der Roten Karte für Nico Schlotterbeck (21.) hatte Serhou Guirassy für den BVB getroffen (28.).

Tullberg: "Habe meinen Papa vor zwei Monaten verloren"

Quelle: Perform

Völlig ausgepumpt stützten sich einige BVB-Profis wie Serhou Guirassy auf die Knie, andere fielen entkräftet zu Boden. Immerhin etwas aufmunternden Applaus der Fans erhielt die verunsicherte Mannschaft von Borussia Dortmund, als zumindest ein Punkt über die Zeit gerettet war.
Die ersehnte Erlösung inmitten der Krise führte aber auch Interimstrainer Mike Tullberg nicht herbei, einen weiteren Anlauf bekommt der Aushilfscoach in der Champions League.
Beim 2:2 (1:0) gegen den Tabellennachbarn Werder Bremen hatte Dortmund allerdings eine Zwei-Tore-Führung hergeschenkt. Drei Tage nach der Entlassung von Nuri Sahin zeigte sich das Team unter U19-Coach Tullberg zwar belebt.
Doch nach dem frühen Platzverweis gegen Nico Schlotterbeck (21., Notbremse) musste der BVB lange zittern - und wackelte am Ende bedenklich.

Brandt: "Gewisses Maß an Unmut"

Es gebe ein "gewisses Maß an Unmut über das Unentschieden", sagte BVB-Profi Julian Brandt am "Sky"-Mikrofon. Die Mannschaft habe "dagegengehalten, um es mit zehn Mann hinzukriegen".
Kapitän Emre Can machte dem Team deshalb "heute keinen Vorwurf", er forderte aber auch: "Wir dürfen kein Mitleid mit uns selbst haben. Da müssen wir gemeinsam durch."
Auch mit Tullberg, der in der Königsklasse gegen Schachtar Donezk am Mittwoch (21:00 Uhr im Liveticker) auf der Bank sitzen wird. "Wir nehmen uns die notwendige Zeit und sind mit Mike Tullberg momentan hervorragend aufgestellt", sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken.
Zumal es im Winter "schwierig" sei, "einen Trainer zu finden", wie Sportdirektor Sebastian Kehl vor dem Spiel betont hatte. Unklar ist, ob der Verein eine Dauerlösung sucht - oder einen "Verwalter" bis zum Saisonende.

Ex-Dortmunder ärgern BVB

Den BVB-Fans ist es gleich, sie forderten auf einem Großbanner: "Den Elefanten im Raum ansprechen - die Probleme stehen nicht an der Seitenlinie."
Die Dortmunder schienen sich immerhin zu befreien. Guirassy (28.) nutzte eine der wenigen Gelegenheiten zum 1:0, zudem unterlief Werder-Profi Marco Friedl (51.) ein Eigentor.
Die früheren Dortmunder Leonardo Bittencourt (65.) und Marvin Ducksch (72.) schafften aber die Wende für plötzlich sehr lebhafte Gäste. Dennoch ärgerte sich Werder über zwei "verlorene" Punkte, wie Ducksch betonte.
Tullberg (39) hatte sich als feuriger Gegenentwurf zum stets besonnenen Sahin präsentiert. Seine Mannschaft müsse "mit Sabber im Mund und Messer zwischen den Zähnen" 90 Minuten lang "marschieren", forderte der Däne. Er stellte auf vier Positionen um, unter anderem kamen die Kapitäne Can und Brandt wieder in die Startelf.

Sammer ratlos auf der Tribüne

Der BVB begann auch leidenschaftlich. Felix Nmecha musste aber nach zwölf Minuten mit Bandage am rechten Knie raus, Marcel Sabitzer kam ins Spiel. Werder konzentrierte sich auf Verteidigung und lange Bälle.
Das reichte auch schon: Nach einer Ablage von Ducksch schickte Romano Schmid Stürmer Marco Grüll steil. Verfolger Schlotterbeck schob Grüll vor dem Strafraum am Oberkörper, flog dafür wie im Hinspiel (0:0) vom Platz und verstand die Welt nicht mehr. BVB-Chefkritiker Matthias Sammer zog auf der Tribüne ratlos die Schultern hoch.
Die Mannschaft allerdings reagierte mit ihrer ersten Torchance - und der Führung. Nach Ryersons Flanke legte Brandt nach innen, Guirassy köpfte aus drei Metern ein. Der Einsatz stimmte, die Dortmunder spielten aber keinesfalls die Sterne vom Himmel.
Werder gelang es hingegen selbst in Überzahl lange nicht, Druck aufzubauen. Bittencourts perfekter Schuss brachte jedoch wieder Spannung - dann schlug auch Ducksch zu. Der BVB wirkte angeschlagen, sorgte nach einem Freistoß von Pascal Groß aber noch einmal für Gefahr (90.). Für Werder ergab sich in der Nachspielzeit dazu eine riesige Doppelchance.
(SID)
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Quelle: Perform


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