Drei Dinge, die bei BVB gegen Mainz 05 auffielen: Kniff geht auf! Nico Schlotterbeck macht's wie Holger Badstuber

Der BVB kommt mit neuem Elan aus der Länderspielpause und schafft mit dem 3:1 gegen Angstgegner FSV Mainz 05 den bitter nötigen Befreiungsschlag in der Bundesliga. Dabei glänzt Nico Schlotterbeck in neuer Rolle als Standardschütze und ein aus der Not geborenes Stürmer-Duo bringt Niko Kovac zum Staunen. Derweil lässt Mainz die Tugenden der vergangenen Wochen vermissen. Drei Dinge, die auffielen.

Kovac klärt auf: Darum schoss Schlotterbeck die BVB-Ecken

Quelle: Perform

Negativ-Serie beendet, Trauma überwunden und die Resthoffnung auf das Erreichen des internationalen Geschäfts am Leben erhalten. Borussia Dortmund hat mit dem 3:1-Heimsieg gegen Champions-League-Anwärter Mainz 05 gleich in mehrfacher Hinsicht einen Befreiungsschlag gelandet.
Für das - zumindest in der Bundesliga - kriselnde Team von Niko Kovac war es nicht nur der erste Sieg nach zwei bitteren Pleiten in Folge, sondern auch der erste Erfolg über Mainz seit über zwei Jahren. Die 05er hatten sich in der jüngeren Vergangenheit zu so etwas wie dem Angstgegner des BVB entwickelt. Angefangen mit dem traumatischen 2:2 im Mai 2023, das den Schwarz-Gelben die Meisterschaft kostete, blieb Dortmund gegen die unangenehm zu bespielenden Rheinhessen vier Spiele am Stück sieglos.
Dass der BVB mit dem Dreier auf Platz zehn vorrückte und mit nun 38 Punkten näher an den VfL Wolfsburg (ebenfalls 38 Zähler), den FC Augsburg (39) und RB Leipzig (42), die allesamt Punkte liegen ließen, heranrückte, versüßte den Nachmittag nur noch weiter.
"Die Ergebnisse haben wieder gestimmt für uns", sagte Kovac bei "DAZN", wollte aber angesichts der schwankenden Leistungen in den vergangenen Wochen keine Euphorie aufkommen lassen. Positive Trends aufseiten der Hausherren waren indes klar erkennbar.
Drei Dinge, die uns im Signal Iduna Park auffielen.

1.) Dortmund schlägt Mainz mit den eigenen Waffen

Zweikampfhärte, Intensität, starkes Gegenpressing und schnelles Umschaltspiel. Vier Attribute, mit denen sich der Höhenflug der Mainzer in den vergangenen Wochen und Monaten ziemlich gut zusammenfassen lässt. Nicht der BVB war vor der Partie am 27. Spieltag Favorit, sondern die auf Rang drei rangierenden Gäste.
Doch dieses Mal waren es die Hausherren, die sich diese Tugenden besonders zu Herzen nahmen. Die Dortmunder liefen mehr als der Gegner, waren wach, giftig und entschieden viele 50:50-Duelle für sich.
Bestes Beispiel war die Szene, die dem 1:0 vorausging. Nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte setzte Waldemar Anton entscheidend gegen Lee Jae-sung nach und unterband so direkt den Gegenstoß. Damit nicht genug: Dortmund schaltete seinerseits schnell um, Torschütze Maximilian Beier leitete den Angriff selbst ein und vollendete dann (etwas glücklich) nach Vorlage von Karim Adeyemi.
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Kovac selbstbewusst: "Lassen wenig zu, seitdem ich da bin"

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"Wir sind nicht mit der Aggressivität und Galligkeit aus den letzten Wochen ins Spiel gekommen", analysierte Mainz-Stürmer Jonathan Burkardt die Leistung seiner Mannschaft. Vor allem in Halbzeit eins ließ sich das Team von Bo Henriksen die sprichwörtliche Butter vom Brot nehmen. "Wir waren nicht zu 100 Prozent in den Zweikämpfen und bei den zweiten Bällen", monierte der Trainer.
Der BVB dagegen habe "gut angelaufen und nachgeschoben. Zweite Bälle gewonnen. Das war heute der Schlüssel", so Matchwinner Beier, der in der 72. Minute noch ein Tor nachlegte.
Das Gesicht der vergangenen Wochen, das Mainz bis auf die Champions-League-Plätze gespült hatte, zeigten die 05er erst in Halbzeit zwei. Zu spät.
Der Anschlusstreffer von Paul Nebel (76.) reichte nicht mehr, um noch einmal die Wende einzuleiten.

2.) Schlotterbeck macht's wie Badstuber

Ein weiterer Faktor, der am Sonntag den Unterschied machte, waren die Standards. Und in diesem Zusammenhang lässt sich die Erfolgstaktik des BVB recht simpel beschreiben: Schlotti, Kopfball, Tor!
Aber nein, Innenverteidiger Nico Schlotterbeck war bei Standards nicht - wie zu erwarten - als Abnehmer im Sechzehner erfolgreich, sondern als Flankengeber.
Mit seinen scharf getretenen Eckbällen von rechts bereitete der 25-Jährige sowohl das 2:0 durch Emre Can (42.) als auch das 3:0 durch Beier vor. Ein Kniff von Trainer Kovac, der voll aufging. Dabei war Schlotterbeck zunächst gar nicht für diese Rolle vorgesehen.
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Kovac klärt auf: Darum schoss Schlotterbeck die BVB-Ecken

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"Daniel (Svensson, Anm. d. Red.) hat die Ecken unter der Woche geschlagen, dann hat er sich ein bisschen angeschlagen gefühlt. Dann gab es nur noch zwei Linksfüße mit mir und Karim (Adeyemi, Anm. d. Red.)", erklärte der Mann des Tages mit einem Schmunzeln seine überraschende Berufung zum Standardschützen.
"Der Trainer hat gesagt: Beim FC Bayern hat mal ein Innenverteidiger gespielt, der hat auch die Ecken geschossen. Das war Holger Badstuber", so Schlotterbeck weiter.
Kovac selbst bestätigte die Geschichte: "Es gab Mitspieler, die gesagt haben, er sei kein Badstuber. Da habe ich gesagt: Das werden wir schon sehen." Und er sollte Recht behalten: "Wir haben einen Linksschützen gesucht - und Schlotti hat einen klasse linken Fuß. Es ist nicht üblich, dass ein Innenverteidiger die Ecken und die Freistöße schießt. Aber man hat gesehen, warum wir ihn auserkoren haben. Nicht nur heute, sondern auch in Zukunft."
Allerdings waren es nicht nur die Ecken, durch die sich Schlotterbeck auszeichnete. Auch in allen anderen Bereichen lieferte der Nationalspieler ein bärenstarkes Spiel ab. Sowohl defensiv wie offensiv. Seine Heatmap glich mehr der eines zentralen Mittelfeldspielers.
Schlotterbeck verzeichnete die meisten Ballaktionen (84), spielte die meisten Pässe (56) und gewann die meisten Zweikämpfe (9) aufseiten der Dortmunder. Zudem gab er gemeinsam mit Adeyemi und Beier die meisten Torschüsse ab (4). Als Innenverteidiger wohlgemerkt. Einziger Wermutstropfen: Der Nationalspieler holte sich die fünfte Gelbe Karte ab und fehlt damit am kommenden Wochenende gegen den SC Freiburg.

3.) Kein Guirassy? Kein Problem!

Steht Top-Stürmer Serhou Guirassy in dieser Saison nicht auf dem Platz, verliert der BVB nicht! Diese kuriose, aber wahre Statistik bestätigte sich auch gegen Mainz wieder. Fünfmal fehlte der Mann aus Guinea, viermal ging Dortmund als Sieger vom Platz, einmal wurden die Punkte geteilt.
Weil Guirassy am Sonntag kurzfristig mit muskulären Beschwerden im Oberschenkel ausfiel, bildeten Beier und Adeyemi die Doppelspitze. Zwar war das Fehlen des klaren Zielspielers im Strafraum in der Anfangsphase deutlich zu sehen, doch im Laufe der Partie wusste der BVB die Stärken des Duos immer besser einzusetzen.
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Fehlt verletzt gegen Mainz: Serhou Guirassy

Fotocredit: SID

"Wir hatten heute zwei schnelle Stürmer, die die Tiefe attackiert haben, die vorne viel marschiert sind. Der eine legt dem anderen einen auf, besser kann's nicht sein", lobte Kovac.
Vor allem Beier bestätigte mit seinem ersten Doppelpack in schwarz-gelb die aufsteigende Form der vergangenen Wochen.
Eine Zukunft wird es für die aus der Not geborene Doppelspitze aber nicht geben. "Serhou ist unsere Lebensversicherung", sagte Kovac: "Wir sind froh, dass wir ohne ihn gewonnen haben. Aber wenn er gesund ist, dann gehört er in die Mannschaft."
Guirassy steht in der laufenden Saison bei 24 Toren und sieben Vorlagen. Mit Blick auf das anspruchsvolle Programm der kommenden Wochen (u.a. zweimal FC Barcelona im Champions-League-Viertelfinale, FC Bayern in der Liga) wird der Star-Stürmer sehnsüchtig in der ersten Elf zurückerwartet. Kuriose Erfolgsserie hin oder her.
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DFB-Pokal? Hoeneß: "Werden wir uns nicht nehmen lassen"

Quelle: Perform


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