BVB: Serhou Guirassy und sein perfekter Start bei Borussia Dortmund - doch der Stürmer fliegt noch unter dem Radar

Serhou Guirassy hat nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu Borussia Dortmund einen echten Traumstart hingelegt. Dieser geht im BVB-Getöse der letzten Wochen aber etwas unter. Mal ist es das Comeback gegen den VfL Bochum, mal die Verletzung von Dreierpacker Karim Adeyemi gegen Celtic Glasgow, die die gelungene Ankunft des 28-jährigen Guineers im schwarzgelben Trikot übertönen.

Nach BVB-Debüt: Sahin singt Loblied auf Guirassy

Quelle: Perform

Noch vor dem Gala-Auftritt von Borussia Dortmund gegen Celtic Glasgow (7:1) geriet "Prime"-Experte Christoph Kramer ins Schwärmen.
"Guirassy ist für mich einer der Top-fünf-Stürmer in Europa. Er ist einer der wenigen Spieler, der mit dem Rücken zum Tor und mit Gesicht zum Tor gleich gut ist. Ich finde, Guirassy ist ein Superstar, nur hat er noch keinen Superstar-Namen", lobte der 33-Jährige den Neuzugang des BVB.
Und Kramer muss es wissen. Schließlich hatte Guirassy dessen Ex-Verein Borussia Mönchengladbach am 34. Spieltag noch im Trikot des VfB Stuttgart einen Doppelpack eingeschenkt und dabei seine Saison-Tore 27 und 28 erzielt.
An diesem Champions-League-Abend bestätige der Guineer das Lob von Kramer und traf zum 4:1 (40., Elfmeter) und 6:1 (66.) für den BVB gegen ein zugegebenermaßen heillos überfordertes Glasgow.

Guirassy trotzt Problemen

Insgesamt steht Guirassy damit nun bei sechs Toren in fünf Spielen für seinen neuen Arbeitgeber - von dem in der Folge seiner Verpflichtung zu West Ham nach England abgewanderten Niclas Füllkrug spricht beim BVB inzwischen kaum einer mehr.
Dabei standen die Chancen auf einen solchen Einstieg eher schlecht. Schließlich hatte sich der Transfer im Juli verzögert, nachdem Guirassy seinen ersten Medizincheck nicht bestand.
Die dort festgestellte Außenbandverletzung sorgte dafür, dass der 28-Jährige weite Teile der Saison-Vorbereitung und die ersten drei Pflichtspiele verpasste.
Sein Debüt gab der Guineer erst beim 4:2-Sieg des BVB in der Bundesliga gegen den 1. FC Heidenheim, traf in 72 Minuten aber nicht ins gegnerische Netz.

Traumstart geht im BVB-Trubel unter

Seither ist der Stürmer aber nicht mehr zu stoppen: Ein verwandelter Elfmeter nach Einwechselung gegen den FC Brügge (3:0), der einzige Borussen-Treffer bei der Klatsche gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber VfB Stuttgart (1:5) sowie zwei Doppelpacks gegen den VfL Bochum (4:2) und nun gegen Glasgow stehen für ihn zu Buche.
Dennoch scheint der Traumstart des zweitbesten Torschützen der vergangenen Bundesliga-Spielzeit vor dem Hintergrund des Dortmunder Trubels irgendwie unterzugehen.
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Serhou Guirassy trifft in der Champions League gegen Celtic Glasgow

Fotocredit: Getty Images

Gegen den VfB stand die Abreibung, die der BVB bei der Rückkehr von Guirassy und Waldemar Anton an deren alte Wirkungsstätte kassierte, beim Sieg über Bochum das Comeback nach 0:2-Rückstand und gegen Celtic die verletzungsbedingte Auswechslung des dreifachen Torschützen Karim Adeyemi im Vordergrund - Guirassy fliegt in schwarzgelb bis dato ein Stück unter dem Radar.
Und das, obwohl man in Dortmund nur in höchsten Tönen von dem Goalgetter spricht, wie Kapitän Emre Can und Trainer Nuri Sahin nach dem Spiel gegen die Bochumer Ruhrpott-Rivalen.

Can und Sahin von Guirassy beeindruckt

"Das ist nur der Anfang. Er war ja länger verletzt und ist noch nicht einmal ganz da. Es ist großartig zu wissen, dass du ihn einfach immer anspielen kannst", lobte Can die Nummer neun des BVB.
Auch Sahin zeigte sich erleichtert, dass der Guineer endlich zur Verfügung steht: "Ich hätte ihn gerne vom ersten Spieltag an gehabt. Aber jetzt bin ich heilfroh, dass er da ist und ich hoffe, dass er gesund bleibt."
Das war auch die Grundvoraussetzung dafür, dass Guirassy im vergangenen Jahr der Durchbruch in Stuttgart gelang, nachdem er in seiner Karriere zuvor bei diversen Stationen nur wenig Eindruck hinterlassen hatte.
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Serhou Guirassy schaffte beim VfB Stuttgart den Durchbruch

Fotocredit: Getty Images

Guirassys später Durchbruch

Erst mit dem Amtsantritt von Sebastian Hoeneß im April 2023 startete der damals 27-Jährige wirklich durch und schoss den VfB in der Spielzeit 2023/24 mit 28 Toren in 28 Bundesliga-Einsätzen in die Champions League.
Der Guineer ist ein später Senkrechtsstarter, die im heutigen Fußball-Geschäft eine Seltenheit geworden sind. Gelingt einem Spieler so spät in seiner Karriere noch ein Lauf wie Guirassy, bleibt es oft bei einem Strohfeuer. Bei dem 28-Jährigen scheint das nun anders.
Einen Teil von Guirassys Erfolgsgeheimnis enthüllte Hoeneß nach einem Doppelpack des Stürmers in der vergangenen Saison gegen den SV Darmstadt (3:1). Guirassy könne "Dinge einfach richtig gut einordnen. Das führt dazu, dass er am Boden bleibt und sich nicht zu wichtig nimmt", erklärte der VfB-Coach damals.
Hilfreich für BVB und Guirassy ist, dass er mit 18 Millionen Euro festgeschriebener Ablöse sehr günstig zu haben war. Das setzt beide Seiten in Sachen Erfolgsgarantie auch weniger unter Druck.
Angesichts der ihm nachgesagten Bescheidenheit dürfte Guirassy sogar ganz froh sein, dass sein fast perfekter Start bei seinem neuen Arbeitgeber vergleichsweise geringe Aufmerksamkeit gefunden hat. Auch wenn das bedeutet, dass er (erst einmal) keinen Superstar-Status bekommt.
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Quelle: Perform


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