Der FC Bayern ist vor dem Duell mit Bayer 04 Leverkusen wieder die Nr. 1 der Liga - so gelang dem FCB die Wende
Update 15/02/2025 um 12:27 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat es geschafft, Double-Gewinner Bayer 04 Leverkusen von der Pole Position zu verdrängen. Beim direkten Duell am Samstag geht es den Bayern ums Prestige und vor allem darum, endlich einmal diesen Xabi Alonso zu besiegen, ihre einstige Wunschlösung auf der Trainerposition. Speziell für Vincent Kompany wäre das ein echter Coup - so wurde der FCB wieder zur Nr. 1 der Liga.
SotipptderBoss: FC Bayern setzt Ausrufezeichen in Leverkusen
Quelle: Eurosport
Bayer gegen Bayern. Der Meister gegen den Rekordmeister. Der Double-Gewinner gegen den 2024 titellosen Champion aus Gewohnheit, der in der vergangenen Saison nur die Trophäen in den hauseigenen Vitrinen abstauben konnte, frisch hinzukam: nichts. Im Mai soll die Meisterschale laut bajuwarischem Selbstverständnis wieder an ihren üblichen Bestimmungsort zurückkehren. Das Spiel in Leverkusen am Samstag (18:30 Uhr im Liveticker), der neue deutsche Clásico, soll aus Münchner Sicht die alte Vormachtstellung der Bayern wiederherstellen. Ein Statement-Sieg müsste her. Selbstbewusst klangen die Aussagen der letzten Tage, das schon. Kampfansagen waren nicht dabei.
Weil man sich durch die Belastung unter der Woche mit der Reise zum Playoff-Hinspiel der Champions League bei Celtic Glasgow (2:1) im Nachteil wähnt? Schließlich durften die Leverkusener unter der Woche relaxen und gezielt trainieren, da sie sich - anders als die in Europa schwächelnden Bayern - bereits vorzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert hatten.
"Es darf keine Rolle spielen, es kann eine Rolle spielen", sagte Vincent Kompany entschlossen: "Wir sind es gewohnt, sind mental dabei. Wir wollen wieder spielen und dieses Spiel in diesem Moment angehen. Wir haben den Kader dafür, haben im Moment fast keine Verletzte. Deshalb sagen wir nicht, dass das Spiel nicht zum richtigen Moment kommt. Wir haben gesagt, dass wir uns auf die Periode freuen." Bereits am Dienstag folgt das Rückspiel gegen Celtic. Und mittendrin die Mammutaufgabe Leverkusen.
Leverkusen weiter fast unschlagbar
"Wir sind acht Punkte vorne, haben die deutlich bessere Tordifferenz", meinte Eberl am Freitag, "wir haben den amtierenden Meister bislang in Schach gehalten und eine sehr gute Ausgangsposition." So der Status quo. Während Leverkusen in den vergangenen 18 Monaten nur ein einziges Ligaspiel (gegen RB Leipzig) verloren hat, konnten die Bayern als einziges Team ihre jüngsten sieben Begegnungen gewinnen.
Doch trotz des Acht-Punkte-Polsters in der Tabelle lassen die Münchner im Vorfeld nicht ihre Muskeln spielen. Die Zeiten, in denen man den Gegner verbal einschüchtern wollte und konnte, sind vorbei. Zum einen ist dies eine Frage des Zeitgeistes, zum anderen der handelnden Personen.
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Eberl mit Ansage vor Gipfeltreffen Bayer gegen Bayern
Quelle: Perform
Selbst Uli Hoeneß ist zurückgerudert
Sogar Uli Hoeneß, die Abteilung Attacke aus angriffslustigeren Zeiten, ist zuletzt zurückgerudert, hat seine vollmundige Ankündigung vom November ("Was ich zusagen kann, ist die deutsche Meisterschaft") einkassiert. In "Sonntags-Stammtisch" des Bayerischen Rundfunks sagte der Ehrenpräsident kürzlich überraschend demütig: "Das muss ich jetzt einschränken, weil die Leverkusener stärker sind, als ich das erwartet hatte. Das sind die einzigen, die uns ärgern - und auch noch weiter ärgern werden. Alle anderen - Dortmund, Leipzig - sind vorbei." Im Grunde ein Ritterschlag für Erfolgscoach Alonso und die Führungsetage der Werkself, die Tegernsee Verdienstmedaille in Silber – man muss ja nicht übertreiben.
Im direkten Duell an diesem Samstag geht es um mehr als drei Punkte und die Frage, wie groß der Vorsprung danach sein wird, titelreif ausgebaut oder spannunsgbogenhilfreich minimiert. Es geht ums Prestige. Aus Bayern-Sicht vor allem darum, endlich einmal diesen Alonso zu besiegen, was in den letzten fünf Spielen kein Trainer der Münchner (einmal Julian Nagelsmann nicht, zweimal Thomas Tuchel nicht, zweimal Vincent Kompany nicht) schaffte.
Im September gab es in der Liga ein 1:1, im Dezember sorgte Leverkusen für das Münchner Pokal-Aus (0:1). Bei Bayern platzten Triple-Träume, bei Kapitän Manuel Neuer brach eine Rippe als er Gegenspieler Frimpong unsanft bremste – Rot sah er auch noch. Wieder zwei Spiele ohne Sieg. Da Alonso vor einem Jahr während der aberwitzigen wie höchst unterhaltsamen Trainersuche die 1A-Wunschlösung der Bosse gewesen ist, wäre es für den weiteren Weg von Kompany ideal, wenn ihm nun am Samstag ein Big Point gelänge.
Bayern-Spieler folgen dem Kurs von Kompany
Dass man in der Liga den Turnaround geschafft hat und wieder souverän an der Tabellenspitze steht, hat auch mit Kompany zu tun. Seine Wahl und sein Auftreten hat Ruhe in den Verein gebracht. Die Spieler folgen seinem Kurs, vertrauen seinem Weg und freuen sich über mehr Zuwendung und Zuspruch. Dass Alphonso Davies seinen Vertrag langfristig verlängerte und Joshua Kimmich wieder zum Führungsspieler wurde, geht auf Kompany zurück.
Es herrscht weniger Reibung, allein durch den Abgang von Tuchel, der den Verein spaltete – in Befürworter und Gegner des speziellen Kurses eines speziellen Trainers. Kompany war anfangs der kleinste gemeinsame Nenner, nun stellen sich alle Bosse zufrieden hinter den großen, entspannten Typen mit der Bärenruhe. Einer zum Anlehnen. Einer zum Liebhaben. Einer für Titel?
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Kompany erklärt: So will der FC Bayern Wirtz stoppen
Quelle: Perform
Einigkeit in der Führung als einer der Schlüssel
Das Double des zuvor landesweit belächelten Werksklubs ("Neverkusen") hat die Bayern enorm herausgefordert, ja gereizt, sich zu straffen, auf Einigkeit in der Führung zu besinnen. Trotz zwischenzeitlicher Störfeuer wurde der Vertrag von Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen im November um weitere zwei Jahre verlängert. Kontinuität um fast jeden Preis lautet die neue Zauberformel. Auf dem Transfermarkt hat man als Reaktion auf das Double über 100 Millionen Euro für zwei Spieler aus der Premier-League ausgegeben, die allerdings nicht von Top-Klubs kamen: Michael Olise (Crystal Palace) und Joao Palhinha (Fulham). Der eine liefert, der andere (noch?) nicht.
Die Feinde in Anführungszeichen verortet man wieder außerhalb des Klubs, schießt sich auf Leverkusen ein, das Borussia Dortmund als Hauptrivale abgelöst hat. Was die Münchner neben dem Double 2024 viel mehr ärgert, ist die Tatsache, wie es Werkself-Bosse schaffen, Bayerns absoluten Wunschspieler Florian Wirtz bei der Stange zu halten.
Ehrenpräsident Uli Hoeneß macht dem Offensivstar längst wieder direkte Avancen für einen künftigen Wechsel Richtung Süden - nicht zufällig in der Woche vor dem Wiedersehen. Da blitze es doch wieder ein wenig auf, dieses altbekannte Stilmittel. Für Gesprächsstoff in den Medien sorgen, auf den der Kontrahent reagieren muss. Sportvorstand Max Eberl wollte sich an dem Spielchen nicht beteiligen, sprach nach dem 2:1-Erfolg in der Champions League bei Celtic Glasgow: "Das kreist um uns herum und ich glaube, es gehört sich einfach nicht, gerade vor so einem Spiel, so eine Thematik aufzumachen." Sehr defensiv, dieser neue Kurs. Beinahe demütig.
Neuer hat den Champganer immer kalt gestellt
Den Druck, den Abstand verkürzen zu müssen, um überhaupt noch eine Chance auf die Titelverteidigung zu haben, hat der Meister. Der Rekordmeister würde mit einem Erfolg den Deckel drauf machen auf die Schale - elf Punkte, halleluja! "Jeder kann die Tabelle lesen, wie es danach aussehen würde. Wir warten nicht ab, wir wollen gewinnen", betonte Eberl - was aber auch sonst!
Ob angesichts des Vorsprungs der Champagner in München schon kalt gestellt sei, wurde Manuel Neuer in Glasgow gefragt. "Der ist ja grundsätzlich immer kalt gestellt", witzelte der Kapitän, betonte dann: "Aber wir müssen dafür auch was tun. Ich glaube, es ist an der Zeit, wenn wir wieder die bessere Mannschaft sind, dass wir sie dann auch mal schlagen. Das wäre unser größter Wunsch."
Vor einem Titelshowdown hat man schon ganz andere Kampfansagen gehört.
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Eberl zur Zukunft von Kimmich bei Bayern: "Weiß, was er will"
Quelle: Perform
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