FC Bayern gewinnt den DFB-Pokal - dennoch werden Zweifel an Max Eberl laut: Die offenen Fragen beim Rekordmeister
Publiziert 24/05/2026 um 13:30 GMT+2 Uhr
Trotz der erfolgreichen Saison des FC Bayern München mit Pokal und Meisterschaft geht der Verein mit offenen Fragen in die WM-Pause. Sportvorstand Max Eberl scheint persönlich davon getroffen zu sein, dass es im Aufsichtsrat Zweifel an ihm gibt und reagiert auf brisante Aussagen von Uli Hoeneß. Auch die Zukunft von Konrad Laimer ist offen - auch der Österreicher bekam von Hoeneß sein Fett weg.
Rekorde über Rekorde - Bayerns Pokalsieg in Zahlen
Quelle: Perform
Irgendwie passten Bild und Gesprächsinhalt nicht zusammen, als Max Eberl nach dem Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart in der Mixed Zone stand.
Der FC Bayern hatte gerade das Finale mit 3:0 gewonnen und sich das Double gesichert. Eberl trug ein Shirt, auf dem der DFB-Pokal und der Kakadu abgebildet war. Normalerweise müsste pure Euphorie herrschen. Doch die Fragen, die der Sportvorstand des FC Bayern gestellt bekam, gingen in eine völlig andere Richtung. Wie geht er mit den Zweifeln im Aufsichtsrat um? Könne er sich sogar eine Blitztrennung vorstellen?
Auslöser für diese Debatte war eine Aussage, die Ehrenpräsident Uli Hoeneß kurz vor dem Spiel getätigt hatte. Angesprochen auf Eberls Vertrag, der bis zum Sommer 2027 gilt, sprach Hoeneß von einer Tendenz "60 zu 40 für eine Verlängerung", fügte aber hinzu: "Da sind noch Zweifel."
Wie diese Aussage bei Eberl ankam? "Die Zweifel sind scheinbar da, sonst hätte er das nicht gesagt", antwortete Eberl. "Ich war natürlich überrascht, dass das heute passiert ist." Zwar sei es ein normaler Prozess, "dass der Aufsichtsrat sich Gedanken macht, ob man mit dem Vorstand weitermachen möchte oder nicht. Ob man das aber in der Öffentlichkeit in Prozente sagen muss, weiß ich nicht."
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Jonathan Tah (l.) und Joshua Kimmich bejubeln den Pokalsieg des FC Bayern
Fotocredit: Imago
Das Fell von Max Eberl "ist dick geworden"
Trotz der Feierlichkeiten rund um den DFB-Pokal war ihm anzusehen, dass das Misstrauen ihn trifft. "Mein Fell ist dick geworden", sagte er zwar, kritisierte aber im nächsten Atemzug die Aussage von Hoeneß: "Ein Finaltag ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür."
Wie er persönlich damit umgeht? "Ich bin nicht enttäuscht. Ich versuche nur, das sachlich einzuordnen. Enttäuschung ist das nicht. Ich freue mich vielmehr über das, was wir erreicht haben."
Tatsächlich kann sich die Bilanz von Eberl sehen lassen. Zwei Deutsche Meisterschaften, der DFB-Pokalsieg, zudem einige kluge Verpflichtungen wie die von Trainer Vincent Kompany oder den Unterschiedsspielern Michael Olise und Luis Díaz. "Ich habe oft gesagt, dass ich einfach meinen Job machen möchte", sagte er. Gerne würde er dies auch über die Vertragsdauer hinaus fortsetzen.
Doch der Aufsichtsrat müsse eben eine Entscheidung treffen: "Sind die Zweifel so groß, dass es weitergeht oder nicht? Und dann hat der, an dem gezweifelt wird, die Möglichkeit zu entscheiden, ob man weitermacht oder nicht."
Besteht also die Möglichkeit, dass auch Eberl seine Zukunft noch einmal überdenkt? Könnte er den Verein verlassen, weil ihm der Rückhalt fehlt? Immerhin stellte er klar: "Eine Blitztrennung" würde es "nicht von meiner Seite" geben.
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Max Eberls Glücksgriff: Trainer Vincent Kompany und Top-Stürmer Harry Kane bejubeln den DFB-Pokalsieg.
Fotocredit: Getty Images
Fordert Laimer zu viel Geld?
Eberl ist nicht der einzige Akteur des FC Bayern, der von Hoeneß öffentlich eine Ansage bekam. Ähnliches trifft auf den Defensiv-Allrounder Konrad Laimer zu. Zum Hintergrund: Der Verein würde den bis Sommer 2027 gültigen Vertrag gerne verlängern. Allerdings liegen die Gehaltsvorstellungen von Spieler und Verein zu weit auseinander. Laut einem Bericht der "Bild" soll das Beraterteam von Laimer bis zu 15 Millionen Euro im Jahr fordern.
Hoeneß kritisierte dies in einem Interview mit "DAZN". "Wenn ich lese, was er angeblich verdient und verdienen will", holte Hoeneß aus: "Konny ist ein Spieler, den ich sehr liebe. Aber er ist nicht Maradona." Die Wertigkeit von Laimer sei hoch, "aber nicht so wie bei Harry Kane."
Laimer gab sich entspannt, als er nach dem Pokalfinale auf die Verhandlungen angesprochen wurde. "Der Uli und ich sind immer auf einer Wellenlänge, das ist kein Problem", sagte er lachend. Auf die Nachfrage eines Journalisten, warum er so viel Geld fordere, weichte Laimer grinsend aus: "Du weißt doch gar nicht, was ich fordere. Ich habe noch nie etwas gefordert. Schauen wir mal, wo die Reise hingeht." Wann die Vertragssituation geklärt werden könnte, ließ er offen: "Im Fußball geht es so schnell."
Sicher ist nur: Die offenen Fragen dürften den FC Bayern weiterhin beschäftigen.
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Kompany: "Den Glauben, Trainer zu werden, habe ich Pep zu verdanken"
Quelle: Perform
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