Der LIGAstheniker: Omar Marmoush ist die größte Show der Liga - Eintracht-Star auch ein Thema für den FC Bayern?

Der Höhenflug von Eintracht Frankfurt trägt viele Gesichter, das von Omar Marmoush dürfte nach seinem magischen Auftritt gegen den VfB Stuttgart (3:2) das strahlendste sein. Der LIGAstheniker hebt den Ägypter zum Showman der Liga empor, selbst Harry Kane wird von ihm in den Schatten gestellt. Die notorische Kaufsucht des FC Bayern stellt aber eine Gefahr dar. Ein Kommentar von Thilo Komma-Pöllath.

Toppmöller zu Sieg über Stuttgart: "Quäntchen auf deiner Seite"

Quelle: Perform

Liebe FußballfreundInnen,
ich bin ja einigermaßen bekannt dafür, dass ich an allem etwas herumzumäkeln habe. Zu viel Kommerz (Liga), zu große Arroganz (die Bayern), zu wenig Konkurrenz. Und dann also dieser Omar Marmoush am Sonntagabend, der nicht nur für mich die Lesart dieses 10. Spieltages noch einmal umkrempelte.
Als der Ägypter zum zwischenzeitlichen 3:0 der Eintracht in Stuttgart traf, konnten sich selbst VfB-Fans nicht davon freimachen. Stuttgart unterhält auf der Plattform X nämlich einen eigenen Account und tickert dort die Tore der VfB-Spiele.
Gestern Abend klang das über die 62. Minute dann so: "Na klar, auch das noch… 0:3 #Marmoush." 21.813 Aufrufe der Fans. Und: 119 Likes! Auf dem offiziellen VfB-Account. Man kann sich der Wirkung dieses Spielers kaum entziehen, selbst wenn er gerade den eigenen Verein an die Wand klatscht.
Nicht Jamal Musiala, nicht Harry Kane, nicht Florian Wirtz - Omar Marmoush ist gerade die größte Show der Liga.  

Marmoushs besondere Dynamik

Das gestrige Spiel in Stuttgart war im Kleinen ein Sinnbild für das, was Marmoush schon die ganze bisherige Saison auf dem Rasen zeigt. Ein Spektakel, eine unvergleichliche Energie und ein Niveau, auf dem nur sehr wenige Bundesliga-Profis operieren.
Sein Boss, Eintracht-Sportdirektor Markus Krösche, meinte hinterher, Marmoush habe derzeit ein sehr gutes Level. Das kann man getrost als Understatement des Tages werten: Neben diesem Marmoush sieht derzeit selbst der Weltstar der Liga, Bayern Münchens Kane, so blass aus wie Harry Potter im Angesicht von Lord Voldemort.
Anders als der eher statische Kane, der als Zielstürmer darauf angewiesen ist, dass ihn seine Mitspieler in Szene setzen - und immer mal wieder ist es vorgekommen, dass er kaum Ballkontakte hatte - entwickelt Marmoush, für jeden sichtbar, aus sich selbst heraus eine ganz eigene Dynamik.
Marmoush wartet nicht, dass der Ball zu ihm kommt. Er jagt den Ball, er will ihn haben, immer und jederzeit. Und er bekommt ihn auch.
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Omar Marmoush feiert seinen Treffer gegen Stuttgart

Fotocredit: Getty Images

Eckenspezialist, Gegenpresser, Torjäger

Das Spiel gegen Stuttgart lieferte die idealen Beispiele für seine Qualitäten.
Im Grunde war schon Halbzeit als Marmoush auf das VfB-Tor losstürmte. Sein Schuss wurde zunächst abgefälscht, ging daneben. Doch er lief direkt weiter zur Eckfahne. Und? Seine Flanke fand passgenau den Kopf des in die Lücke springenden Sturmpartners Hugo Ekitiké: Das 1:0, wie sie es im Training offenbar immer wieder üben.
Vor dem zweiten Treffer war es wieder Marmoush, der im Mittelkreis einem Stuttgarter den Ball abnahm und den Konter einleitete, der zum zweiten Eintracht-Treffer führte. Den dritten machte er dann gleich selbst, sein Freistoß aus 28 Metern mindestens so magisch wie Musialas Traumtor gegen St. Pauli.
Danach führte Marmoush Zeigefinger und Daumen zu einem Kreis zusammen und lief in die Ecke der Frankfurter Fans als wollte er sagen: Ganz okay, oder?
Eckenspezialist, Gegenpresser, Torjäger - was kann der "zauberhafte Marmoush" (so "ARD"-Mann Jürgen Bergener gleich zweimal in seiner Spielreportage) eigentlich nicht?

Marmoush verweist Kane auf Platz zwei

Auch in der Statistik hat Marmoush Kane inzwischen hinter sich gelassen. Beide haben 11 Treffer, aber Marmoush zusätzlich 8 Tore vorbereitet. Der Star der Eintracht hat, selten genug, auch noch das Auge für seine Mitspieler.
Wer so performt, der weckt natürlich die Begierden derer, die sich ihn leisten können. VfB-Coach Sebastian Hoeneß sprach von der "heißesten Aktie der Liga", von 40 bis 50 Millionen Ablöse ist die Rede. Prompt blühen die Spekulationen, dass die Bayern längst den Köder ausgeworfen haben, um für 2027 einen Nachfolger für Kane präsentieren zu können.
Ob Marmoush bei einer Ballbesitzmannschaft wie den Münchnern überhaupt Sinn macht, kann man anzweifeln, aber die Münchner haben es bekanntlich zu einer gewissen Meisterschaft gebracht, der unmittelbaren Konkurrenz ihre besten Spieler abzukaufen (ähnliche Bayern-Spekulationen gibt es zu Witz).
Da geht es weniger um Sinn, sondern darum, dass man es kann.
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Omar Marmoush ist die heißeste Aktie der Bundesliga

Fotocredit: Getty Images

Bayern wäre der falsche Klub

Dazu passt auf den zweiten Blick die Äußerung von Sebastians Onkel Uli Hoeneß, der, angesprochen auf die aktuelle sportliche Situation der Münchner, im "Kicker" meinte, man könne sich jetzt etwas zurücklehnen.
Das darf man getrost als Nebelkerze verstehen, die im Fußballgeschäft als taktisches Mittel mindestens so bedeutend ist wie die Bananenflanke. Und wenn der Nebel sich lichtet, dürfte der ein oder andere Bayern-Transfer in trockenen Tüchern sein.
Dem zauberhaften Marmoush ist zu wünschen, dass er das Level, das er auf dem Feld hat, auch in seiner Karriereplanung zeigt.
Wäre doch jammerschade, wenn diese einzigartige Energie im falschen Klub einfach so verpufft.
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Flick frustriert nach Niederlage: "Keine Chance"

Quelle: Perform


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