Drei Dinge, die bei FC Bayern - RB Leipzig auffielen: Balsam für Leroy Sanés Seele - Joshua Kimmich ist der Chef
Der FC Bayern feiert beim 5:1-Kantersieg über RB Leipzig am Freitagabend einen versöhnlichen Jahresausklang und manifestiert seinen Platz an der Tabellenspitze. Leroy Sané gelingt beim Schützenfest gegen völlig harmlose Sachsen ein Befreiungsschlag, Joshua Kimmich, in Manuel Neuers Abwesenheit Kapitän, wird seiner Rolle als Chef mehr als gerecht. Drei Dinge, die in der Allianz Arena auffielen.
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Nach spektakulären 90 Minuten rückte der ungefährdete 5:1-Sieg des FC Bayern gegen RB Leipzig in den Hintergrund. Aufgrund der furchtbaren Ereignisse auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt am Freitagabend verzichtete der deutsche Rekordmeister im Anschluss an die Begegnung auf seine traditionelle Weihnachtslichtershow - und bewies damit ein hohes Maß an Pietät.
Während des Spiels hatten die Münchner die Kontrahenten aus Sachsen, die im Falle eines Sieges bis auf drei Zähler an den derzeitigen Branchenprimus herangerückt wären, über nahezu die gesamte Distanz dominiert.
Einzig Benjamin Seskos Blitzreaktion (2.) auf Jamal Musialas 30-Sekunden-Tor zum 1:1 nährte zwischenzeitlich die Leipziger Hoffnung, etwas Zählbares aus der Allianz Arena zu entführen. Die Bayern schüttelten sich kurz und trafen noch vor der Pause in Person von Konrad Laimer (25.) und des bärenstarken Joshua Kimmich (36.).
Nach dem Seitenwechsel stachen die Gastgeber immer wieder eiskalt in die sich zwangsläufig ergebenden Räume und hätten letztlich noch höher gewinnen können. Der bis dato glücklose Leroy Sané stellte auf 4:1 (75.), ehe Alphonso Davies per Kopf den Schlusspunkt setzte (78.).
Drei Dinge, die in der Allianz Arena auffielen.
1. Balsam für die Sané-Seele
Leroy Sané schien bis zu seinem Treffer im Clinch mit der römischen Glücksgöttin Fortuna zu liegen.
Dem Flügelstürmer gelang trotz einer engagierten Leistung nämlich kaum etwas, immer wieder blieb er an der vielbeinigen Abwehr hängen (16 Ballverluste), zudem traf er in Kontersituationen zumeist die falsche Entscheidung.
Wurde er von seinen Kollegen in Szene gesetzt, verzog er aus aussichtsreicher Position. So geschehen, als er eine Flanke von Konrad Laimer aus rund elf Metern freistehend weit neben den Kasten setzte (53.) oder Harry Kanes Diagonalball zunächst sehenswert mitnahm, am Ende aber wieder einmal verzog (66.).
Auch ein vermeintlich sicherer Assist war dem gebürtigen Essener nicht vergönnt: Nach einem energischen Sprint bis zur Grundlinie fand er zwar Mitspieler Michael Olise, doch der Franzose brachte tatsächlich noch das Kunststück zustande, die Kugel aus kurzer Distanz nicht im leeren Leipziger Tor unterzubringen (72.).
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Leroy Sané jubelte gemeinsam mit Thomas Müller über seinen Treffer
Fotocredit: Getty Images
Drei Minuten später wurde Sané schließlich doch noch für seine Mühen belohnt. Von Davies fein bedient, behielt er diesmal vor RB-Schlussmann Peter Gulacsi die Nerven und schob den Ball ein.
Thomas Müller, der sich neben dem gegnerischen Kasten gerade auf seinen Kurzeinsatz vorbereitete, schloss Münchens Nummer 10 sofort in die Arme, wenige Augenblicke später hatte sich eine - von Kapitän Joshua Kimmich initiierte - Jubeltraube um ihn gebildet.
"Das wird ihm guttun", jubelte Stadionsprecher Stephan Lehmann. Balsam für die zuletzt geschundene Sané-Seele.
2. Kimmich ist der Chef
Kimmich trug in Neuers verletzungsbedingten Abwesenheit (Rippenbruch) zum zweiten Mal in dieser Saison die Kapitänsbinde.
Der kleine, aber prestigeträchtige Stofffetzen, der Fußballern einen gewissen Anführerstatus beschert, sollte seine Wirkung nicht verfehlen. Kimmich ließ von Beginn an keine Zweifel aufkommen, dass er an diesem Freitagabend der Chef aufseiten der Bayern war.
Immer anspielbar, stets das Auge für den freien Mitspieler und im Spiel gegen den Ball aggressiv - Kimmich machte mächtig Eindruck.
Die Zahlen untermauerten den glänzenden Auftritt. Ein Tor und zwei Vorlagen steuerte der 29-Jährige bei, darüber hinaus verbuchte er die meisten Balleroberungen (10), gewann 70 Prozent seiner direkten Duelle und brachte 93 Prozent seiner Pässe an den Mann.
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Joshua Kimmich feiert sein Tor zum 3:1 gegen Leipzig
Fotocredit: Getty Images
"Jamal (Musiala, d. Red.) hat mich freigespielt. Generell dadurch, dass Leipzig im 5-3-2 gespielt hat, war es schon immer so, dass ich ein bisschen Raum hatte", erklärte Kimmich im Nachgang bei "DAZN" mit Blick auf sein Fernschuss-Tor: "Ich habe Jamal schon während der Woche, oder eigentlich während des halben Jahres, versucht zu sagen, dass ich da oftmals frei bin und dass er mich gerne mal finden kann."
Musiala fand ihn - und Kimmich frohlockte: "Ich werde schon immer aufgezogen für meinen Schuss, denn im Training ist er oftmals ganz ordentlich und im Spiel hat es noch nie so geklappt. Ich habe lange warten müssen, aber zum Glück ist er heute reingegangen."
3. Dose leer
Die zwischenzeitlich kriselnden Leipziger hatten sich zuletzt eigentlich gefangen, drei der letzten vier Pflichtspiele gewonnen.
Doch gegen den FCB schien die Red-Bull-Dose an diesem kalten Dezemberabend leergetrunken. Auf die löbliche Reaktion nach dem frühen 0:1 folgte ein Auftritt, der an die berühmte Metapher des angsterfüllten Kaninchens vor der Schlange erinnerte.
Seskos Abschluss zum 1:1 war der einzige Ball, der den Weg auf Daniel Peretz' Tor fand, nur vier Schüsse wurden insgesamt überhaupt abgegeben. Dem gegenüber standen 22 Versuche der Hausherren.
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RB Leipzig ging beim 1:5 in München unter
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Keinerlei Durchschlagskraft, fehlende Kaltschnäuzigkeit, wenn die Bayern doch einmal unsortiert standen. Schlicht zu wenig für einen ambitionierten Bundesligisten.
Gute Besserung sei an dieser Stelle noch Benjamin Henrichs gewünscht. Der Nationalspieler verletzte sich bei der letzten Aktion des Spiels mutmaßlich schwer an der Achillessehne, laut "Bild" wurde Henrichs, der das Stadion auf Krücken verließ, noch am Abend zu weiteren Untersuchungen in ein Münchner Krankenhaus gebracht.
"Ich weiß nicht, was mit Benny ist. Da hoffe ich, dass er sich nicht so schwer verletzt hat, wie es ausgesehen hat", sagte DFB-Kollege Kimmich. Dem kann man sich nur anschließen.
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