Drei Dinge, die bei Union Berlin gegen den FC Bayern München auffielen: Die Ecken von Joshua Kimmich geben Rätsel auf
Update 16/03/2025 um 00:19 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München kommt beim 1. FC Union Berlin nicht über ein 1:1 hinaus. Dabei verzweifelt der deutsche Rekordeister an der Defensive der Eisernen. Zudem patzt Keeper Jonas Urbig, der einmal mehr Manuel Neuer vertrat, in der Schlussphase folgenreich. Rätsel geben derweil die schwach geschossenen Ecken von Joshua Kimmich auf. Drei Dinge, die uns an der Alten Försterei auffielen.
Kompany: Waren "weniger giftig als normalerweise"
Quelle: Perform
Nach dem Höhenflug im Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen hat der FC Bayern München in der Bundesliga den zweiten Dämpfer in Folge kassiert. Auf das 2:3 in der vergangenen Woche gegen den VfL Bochum folgte ein 1:1 (0:0) beim 1. FC Union Berlin.
Leroy Sané brachte den Deutschen Rekordmeister in der 75. Minute zwar spät in Führung, Benedict Hollerbach glich allerdings in der 84. Minute nach einem Fehler von Bayern-Keeper Jonas Urbig aus.
"Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden, denn wir haben keine drei Punkte geholt. Aber es war trotzdem keine schlechte Leistung", sagte Trainer Vincent Kompany.
An Ballbesitz und Spielkontrolle mangelte es den Münchnern nicht, an der Defensive der Eisernen bissen sich die Offensiv-Stars allerdings immer wieder die Zähne aus.
Drei Dinge, die uns auffielen.
1.) Neuer-Ersatz Urbig zeigt erstmals Nerven
Jonas Urbig stand als Ersatz von Manuel Neuer zum dritten Mal in der Startelf. Unter der Woche wurde er noch für seine starke Leistung gegen Bayer Leverkusen gefeiert. Nun erlebte er die Kehrseite und verschuldete das Gegentor zum 1:1.
Dabei hatte der 21-Jährige bis dahin ein ordentliches Spiel gemacht. Der Ex-Kölner erwies sich als mitspielender Torwart, zeigte mehrmals gute Reflexe und verhinderte ein drohendes Eigentor von Joshua Kimmich. In der 84. Minute traf er allerdings die falsche Entscheidung, indem er einen hohen Ball in den gefährlichen Raum und somit zum Torschützen Benedict Hollerbach faustete.
Sportvorstand Max Eberl nahm den Torwart nach der Partie in Schutz: "Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen - und in diesem Fall spielen wir zusammen unentschieden. Man könnte auch sagen, wir hätten vorher die Flanke besser verteidigen können. Es hängen einige Spieler in dem Tor drin und das ist ärgerlich."
Eberl glaubt derweil nicht, dass der Fehler allzu tiefe Spuren beim jungen Keeper hinterlassen wird: "Wenn Torhüter ein stückweit in den Toren mit drinhängen, müssen sie damit umgehen. Aber da mache ich mir keine Gedanken. Er ist noch ein junger Torwart, aber ich mache mir keine Sorgen."
2.) Bayern verzweifelt an der Defensive von Union
Der deutsche Rekordmeister durchlebte in Berlin ein Geduldsspiel. Die Bayern hatten 80 Prozent Ballbesitz, bekamen aber nur wenig Torchancen zustande. Kurz vor der Halbzeit gelang es ihnen erstmals überhaupt, mit Tempo und Handlungsschnelligkeit die Defensive zu überwinden.
Serge Gnabry gelangte per Doppelpass mit Michael Olise in den Strafraum, scheiterte dann aber aus spitzem Winkel an Torwart Frederik Rönnow. Die beste Chance der ersten Hälfte. In der zweiten Halbzeit des Spiels kamen nur wenige Möglichkeiten hinzu.
"Wir haben versucht, die Stärken von Bayern, speziell über den Flügel, rauszunehmen", erklärte Union-Kapitän Christopher Trimmel den Matchplan: "Man kann nicht alles verteidigen, aber unterm Strich haben wir das gut gemacht."
Nicht nur Gnabry und Olise taten sich gegen die Hintermannschaft der Eisernen schwer, auch Jamal Musiala lief sich immer wieder fest. Bayern-Linksverteidiger Josip Stanisic sagte: "Union hat mit elf Mann auf 20 Metern verteidigt. Wir haben uns schwer dabei getan, die Lücken zu finden. Auf dem Platz war es auch schwer, zu kombinieren. Deshalb haben wir es oft mit Flanken (insgesamt 37, Anm. d. Red.) versucht, die heute leider nicht den Mann gefunden haben."
Der Führungstreffer des eingewechselten Sané schien die Erlösung zu sein. Doch die Freude währte nur neun Minuten, weil dann der Ausgleich erfolgte. "Wir haben in dieser Phase nicht mehr die Ruhe reinbekommen, daher passierte der Ausgleich, was uns sehr ärgert", sagte Eberl. "Und dann war die Zeit zu knapp, um noch einmal dieses Brett zu bohren."
In der Schlussphase fehlte vor allem die Präzision, um den Siegtreffer zu erzwingen. Dies zeigte sich zum Beispiel in der Nachspielzeit, als Kimmich einen Pass in den freien Raum zu Sané spielen wollte, der Ball allerdings aufgrund eines Missverständnisses im Toraus landete. Auch die Unzufriedenheit wurde in dieser Situation deutlich: Kimmich meckerte Sané an, dieser argumentierte gestenreich zurück.
"Das Unentschieden ist angesichts unserer Dominanz sehr ärgerlich. Aber wenn man unentschieden spielt, hat man nicht mehr verdient," sagte Eberl.
3. Schwache Kimmich-Eckbälle geben Rätsel auf
Findet eine Mannschaft spielerisch keine Lösung, können Standards ein gutes Mittel sein. Der FC Bayern hatte 14 Ecken. Aber: Aus keiner einzigen resultierte eine echte Torchance.
Das Problem: Nahezu alle Ecken wurden auf den kurzen Pfosten geschlagen – und verpufften dort. Stellt sich die logische Frage: Welche Idee steckte dahinter?
Trainer Vincent Kompany sagte auf Nachfrage von Eurosport: "Wir haben die Möglichkeit, kurz auf den ersten Pfosten zu spielen, in die Mitte zu spielen oder lang auf den zweiten Pfosten zu spielen. Das ist für uns in dieser Saison sehr erfolgreich gewesen. Wir haben viele Tore per Ecken gemacht." Warum es diesmal nicht gelang? "Es war keine schlechte Leistung von uns, aber in einigen Momenten, wie zum Beispiel den Eckbällen, waren wir weniger giftig als normal", sagte Kompany.
Auch Stanisic wusste offenbar nicht so richtig, warum Kimmich kontinuierlich kurze Ecken schoss: "Vielleicht hat Jo in der einen oder anderen Situation eine Idee gehabt, die er ausprobieren wollte. Das ist ja auch nicht falsch. Wir hatten heute nicht nur eine Ecke, sondern gefühlt 20. Da kann man auch einmal etwas ausprobieren."
Funktioniert hat es allerdings nicht, wie auch Stanisic feststellen musste: "Leider ist keine einzige Ecke dorthin gekommen, wo wir unterwegs waren. Vielleicht lag es auch an uns in der Mitte. Vielleicht konnten wir uns nicht durchsetzen. Natürlich kam nicht jeder Ball perfekt, aber Eckbälle kommen fast nie perfekt."
In Berlin traf das ganz besonders zu.
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Quelle: Perform
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