Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen den SC Freiburg auffielen: Guardiola-Vibes unter dem neuen Trainer Vincent Kompany

Der FC Bayern tritt mit einer mutigen Aufstellung zum ersten Heimspiel der Bundesliga-Saison gegen den SC Freiburg an (2:0). Trainer Vincent Kompany packt dabei gleich mehrere Spieler wie Serge Gnabry in Hybridrollen - und doch braucht es einen Elfmeter zur Führung. Für den Siegtreffer sorgt dann standesgemäß Rekordspieler Thomas Müller. Drei Dinge, die uns in der Allianz Arena auffielen.

Bayern-Start nach Maß: Kompany nach Heim-Debüt zufrieden

Quelle: Perform

Die Ausrichtung der Startelf überraschte, zwischendrin kam der SC Freiburg auf - am Ende zeigte der FC Bayern beim 2:0 (1:0) zum Heimdebüt von Trainer Vincent Kompany aber doch eine souveräne Vorstellung.
Vor allem in der zweiten Halbzeit taten sich die Bayern gegen clevere Freiburger trotz flexiblem System schwer, Räume zu finden.
Durch mehr Spielkontrolle und mehr Torchancen gewannen die Münchner aber verdient.
Drei Dinge, die bei Bayern gegen Freiburg auffielen.

1. Guardiola-Vibes beim FC Bayern

Beim Blick auf die Startaufstellung konnte man durchaus den Eindruck gewinnen, der neue Bayern-Trainer Vincent Kompany sei von der Muse geküsst - oder komplett wahnsinnig geworden.
Nur die Positionen von Manuel Neuer (Tor) und Harry Kane (Sturm) schienen eindeutig. Dazwischen: munteres Durcheinander.
Min-Jae Kim und Dayot Upamecano bildeten extrem laufaufwendig eine Art Gummi-Innenverteidigung. Serge Gnabry schob als (vermeintlicher) Rechtsverteidiger weit nach vorne, während Raphaël Guerreiro links asynchron defensiver auftrat. Alexander Pavlovic spielte zentral vor der Abwehr, Joshua Kimmich pendelte im Spielaufbau zwischen Innenverteidigung und Sechs, deckte defensiv aber auch mal die rechte Abwehrseite ab.
Noch nicht kompliziert genug? In der Offensive stellten sich Michael Olise, Jamal Musiala und Mathys Tel scheinbar ohne eindeutige Rolle auf. Kompanys einfache Begründung: "Es ist ein Heimspiel - und wir müssen die offensiven Spieler auf dem Feld haben", sagte der Belgier bei "DAZN". Gegen defensiv stabil stehende Freiburger wollte der 38-Jährige augenscheinlich ein kreatives Mittel finden.
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Vincent Kompany im Spiel gegen Freiburg.

Fotocredit: Getty Images

Eine Spielstruktur, die sich am Gegner orientiert: eine Idee, die an Pep-Guardiola-Fußball erinnert. Gern mutig, bisweilen riskant. Man erinnere sich etwa daran, wie Bayern unter Guardiola vor zehn Jahren mit Pauken und Trompeten gegen Real Madrid unterging (0:4).
Bei Kompany krankte der Ansatz ein bisschen in der Defensive: Die systemisch entblößte Innenverteidigung wirkte erneut nicht souverän. Upamecano hätte nach einer frühen Gelben Karte und einem weiterem Foul vom Platz fliegen können (69.), Kim harmonierte unter anderem im Passspiel mit Linksverteidiger Guerreiro noch nicht richtig.
Hinterher sagte Kompany bei DAZN: "Wir wollten, dass Freiburg nicht ins Pressing kommt, daher hatten wir eine Rotation drin." In der zweiten Halbzeit habe man gesehen, "dass wir den Rhythmus brauchen. Aber mit jedem Sieg macht man einen weiteren Schritt." Bis zum Tor durch Thomas Müller (78.) gelang den Bayern in der zweiten Hälfte aber kein einziger Torschuss.
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Kompany: "Wichtig ist, dass Müller so weitermacht"

Quelle: Perform

2. Achter mit guten Anlagen

Was die Spieler hinter Kane in der neuen Formation von Kompany auf dem Feld veranstalteten, war interessant und vielversprechend. Olise, Musiala und Tel spielten dort als verkappte Achter ohne feste Rolle.
Insbesondere Neuzugang Olise war auf allen Positionen im offensiven Mittelfeld zu finden. Genial könnte vor allem das Zusammenspiel von Musiala und Olise in Zukunft werden: Schon gegen Freiburg zeigte sich, dass sich beide Spieler auf die Laufwege des jeweils anderen einstellten und sich damit gut ergänzten.
So zu sehen auch bei zwei Torchancen: Einmal von Musiala (19.) und kurz danach von Olise (20.), jeweils vom anderen aufgelegt. Allein es fehlte die Durchschlagskraft - in der zweiten Halbzeit ließ die offensive Wirkung der Bayern doch extrem nach.

3. Rekord-Müller macht den Unterschied

710 Pflichtspiele für den FC Bayern: Mit dieser Marke überholte Thomas Müller Torwart-Legende Sepp Maier (bis 1979). Das Denkmal kann also schon mal gebaut werden.
Als wäre dieser Rekord nicht schon traumhaft genug, garnierte der 34-Jährige seinen Einsatz auch noch mit dem entscheidenden Treffer zum 2:0 (78.). Dabei war der Oberbayer erst in der 59. Minute in die Partie gekommen.
Nach schöner Vorarbeit von Gnabry über rechts führte Müller im Strafraum ein kleines Kunststückchen auf und schoss kraftvoll ein - sein 150. Bundesliga-Tor im 475. Liga-Spiel.
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Bundesliga: Thomas Müller trifft in seinem 710. Pflichtspiel für den FC Bayern München gegen den SC Freiburg

Fotocredit: Getty Images

Trotz der Bayern-Bestmarke blieb der 34-Jährige aber gewohnt bodenständig. "Solche Rekorde sind mir nicht so wichtig, sondern dass ich heute ein brutal schönes Tor gemacht habe, technisch überragend und dann geht der auch noch rein. Das ist das, was mir Spaß macht", sagte der Ex-Nationalspieler, der sich längst mit seiner Teilzeitrolle abgefunden hat.
Wer einen solchen Müller von der Bank bringen kann, darf sich durchaus glücklich schätzen.
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Schuster: "So einen Elfmeter will ich nicht bekommen"

Quelle: Perform


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