Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern bei Werder Bremen auffielen: Neuzugang Michael Olise ist purer Bayern-Luxus
Update 21/09/2024 um 20:31 GMT+2 Uhr
5:0 gewonnen, 20 Tore in einer Woche erzielt, Tabellenführung verteidigt: Der FC Bayern München eilt von Erfolg zu Erfolg. Der Auswärtssieg in Bremen kam zustande, weil Michael Olise glänzte, die Mannschaft immer hungrig nach weiteren Toren ist und selbst Rotationen den Spielfluss nicht stören. Drei Dinge, die im Weserstadion auffielen.
Kompany schwärmt von Olise: "Besser konnte er nicht anfangen"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München hat seine Erfolgsserie fortgesetzt. Mit 5:0 (2:0) wurde der SV Werder Bremen im Weserstadion regelrecht deklassiert. Zwei Tore gingen auf das Konto von Michael Olise (23., 60.), die weiteren Treffer erzielten Jamal Musiala (32.), Harry Kane (57.) und Serge Gnabry (65.).
Die Dominanz des FC Bayern zeigte sich nicht nur an dem Ballbesitz von 69 Prozent, sondern noch vielmehr am Torschussverhältnis. Während die Gäste 19 Torschüsse abgaben, stand bei Werder die Null.
FCB-Trainer Vincent Kompany freute sich über die Leistung seiner Mannschaft: "Der Druck ist immer da, dass wir gewinnen und auch gut spielen müssen. Wenn das so klappt wie heute, ist das natürlich gut für uns. Es war eine fantastische Stimmung und einfach ein gutes Spiel von uns."
Drei Dinge, die am Samstag in Bremen auffielen:
1. Michael Olise vereint Technik und Effektivität
Dass Sommer-Neuzugang Michael Olise technische Qualitäten mitbringt, war bereits vom ersten Testspiel an sichtbar. Nun besticht der junge Franzose allerdings auch mit seiner Effektivität. Vor einer Woche erzielte er gegen Holstein Kiel sein erstes Tor in der Bundesliga, ließ dann einen Doppelpack beim Champions-League-Debüt gegen Dinamo Zagreb folgen und knüpfte in Bremen an seine starke Form an. Seine Bilanz gegen Werder: zwei Treffer, zwei Vorlagen.
Erst netzte er nach einer Vorarbeit von Kane ins linke Eck ein, dann dribbelte er sich durch den kompletten Strafraum, ließ dabei vier Bremer stehen und legte für Musiala auf. Ebenfalls sehenswert war die Vorarbeit zum 3:0, die per Doppelpass mit Kane zustande kam. Schlussendlich folgte das 4:0 aus mittlerer Distanz.
"Dass wir einen sehr, sehr guten Spieler dazugeholt haben, hat man jetzt gesehen, glaube ich. Das gilt es weiter zu beweisen“, sagte Sportvorstand Max Eberl über Olise und fügte hinzu: "Michael ist einen Weg gegangen, der nicht ganz einfach war. Es hat dann aber bereits in der Premier League bei Crystal Palace gezeigt, was er kann. Dann kam er bei uns in eine neue Mannschaft. Anfangs saß er ja auch noch auf der Bank. Aber die Mannschaft drumherum versteht, was wir wollen. Das macht es für ihn natürlich auch leichter."
Kompany lobte Olise ebenfalls: "Er hat natürlich ein ganz besonderes Talent und ist ein guter Spieler. Es ist der Luxus von Bayern, dass wir sehr viele gute Spieler haben. Viel besser kann man beim FC Bayern nicht anfangen."
2. Der Torhunger des FC Bayern ist nicht zu stillen
Als Thomas Müller nach Spielende durch die Katakomben in Richtung Kabine ging, sah er auf einem Fernseher die eingeblendete Tabelle mit dem Torverhältnis des FC Bayern. Gut gelaunt fragte er: "16 Tore in vier Spielen, wie geht das denn?" Würde man lediglich die vergangenen drei Pflichtspiele in der Bundesliga und Champions League berücksichtigen, waren es sogar 20 Treffer.
Wie ist es zu erklären, dass der FC Bayern selbst bei einem soliden Vorsprung weiterhin nach Toren strebt? "Es ist einfach die Lust, die wir haben. Wir haben Jungs, die zocken wollen, die Fußball spielen wollen“, sagte Eberl auf Nachfrage von Eurosport.
Gehen die Münchner in Führung, können sie ihre Qualitäten noch mehr ausspielen als sonst: "Die Jungs sind dann in Räumen, in denen sie Platz haben, sodass sie ihre Kreativität ausspielen können. Und warum spielen wir Fußball? Um Tore zu schießen", so Eberl.
Zwar wäre es möglich, bei einer Führung mit drei oder vier Toren einen Gang zurückzuschalten. "Aber dann kommen eben die Einwechselspieler, die auch noch Tore schießen wollen", ergänzte Eberl. Das 5:0 durch den eingewechselten Gnabry ist der beste Beweis dafür.
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Gute-Laune-Bayern: Harry Kane (r.) mit Thomas Müller und Mathys Tel
Fotocredit: Getty Images
3. Rotationen stören den Spielfluss der Bayern nicht
Kompany verweist immer wieder darauf, wie wichtig ein großer Kader ist, um die Spielbelastung gut zu verteilen. Woche für Woche zeigt er, wie ernst ihm dieses Vorhaben ist. Er nimmt kleine Rotationen vor, ohne dass dabei der Spielfluss verloren geht.
Gegenüber dem 9:2 gegen Dinamo Zagreb gab es in Bremen drei Veränderungen in der Startelf: Sven Ulreich musste kurzfristig für Manuel Neuer einspringen, zudem rotierten Rechtsverteidiger Konrad Laimer und Flügelspieler Kingsley Coman in die Anfangsformation.
Laimer fügte sich ordentlich in das Spiel ein. "Gut", sagte Eberl über die Leistung des Österreichers. "Er hat auf dieser Position bereits in der letzten Saison gespielt, als wir Not hatten. Jetzt haben wir auf der Position zwei Verletzte. Gegen Zagreb hat Raffa (Guerreiro) gespielt, jetzt war es Konny."
Dass Coman einen weniger glücklichen Auftritt hatte (0 Torschüsse, 0 Torschussvorlagen), fiel aufgrund der guten Mannschaftsleistung nicht ins Gewicht.
"Manchmal ist es einfach so, dass sich der Gegner vielleicht besonders auf Coman konzentriert und ihn doppelt, wenn er ins Eins-gegen-Eins geht", sagte Eberl gegenüber Eurosport: "Aber wenn du auf der einen Seite doppelst, steht auf der anderen Seite Michael frei. Manchmal muss sich ein Spieler opfern, dann hast du auf der anderen Seite mehr Platz."
Überhaupt lobte Eberl, wie gut Kompany den Kader managt: "Er gibt jedem Spieler das Gefühl, dass jeder Spieler auf dem Platz gebraucht wird - auch wenn er von der Bank kommt. Das Gefühl macht sich in der Mannschaft breit."
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