Ex-Bayern-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt tritt nach: FC Bayern ist keine Familie mehr

Über 40 Jahre lang arbeitete Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beim FC Bayern. Die Veränderungen im Verein gefallen dem langjährigen Mannschaftsarzt aber nicht. "Heute lebt das Mia san Mia am ehesten in der Fankurve weiter", meinte Müller-Wohlfahrt im Interview mit der "tz". Der 82-Jährige kritisierte: "Der FC Bayern war eine Familie, heute ist er aber mehr und mehr zu einem Großunternehmen geworden."

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"Die Spieler rangieren auf einer Werteskala je nach Ablösesumme", legte Müller-Wohlfahrt nach. "Dieses Gefühl, das wir früher auf dem Rathausbalkon hatten, dieser Stolz auf unser Team, diese Riesen-Gemeinschaft - das sehe ich in der Mannschaft und im Umfeld nicht mehr."
Aus seiner Sicht würden nur noch wenige Spieler der Münchener das "Mia san mia" verkörpern. Es fehle "die Identifikation zahlreicher Spieler mit dem Verein". Müller-Wohlfahrt gab zudem Einblick in das Zerwürfnis mit Pep Guardiola im Jahr 2015.
Der spanische Trainer hatte nach der Hinspielniederlage gegen den FC Porto in der Champions League (1:3) dem Mediziner die Schuld gegeben.
"Der fürchterliche Eklat in Porto hat mich tief getroffen. Von der anwesenden Vereinsführung hätte ich mir aufgrund meiner Verdienste Rückendeckung erwartet", trat Müller-Wohlfahrt nach: "Ich hätte Schuld an der Niederlage, lautete der Vorwurf. Das ist doch absurd! Das konnte ich nicht akzeptieren."

Müller-Wohlfahrt über Bayern-Abschied: "Tief getroffen"

Wenige Jahre später kehrte der Sportmediziner auf Wunsch der Bayern-Bosse aber noch einmal zurück. 2020 beendete Müller-Wohlfahrt schließlich seine Arbeit bei den Münchenern.
Über seinen Abschied beim deutschen Rekordmeister sagte der Arzt zudem: "Tief getroffen haben mich menschliche Enttäuschungen."
Er werde oft von Bayern-Mitgliedern gefragt, weshalb es "kein Abschiedsgeschenk, kein Essen, keine Geste gegeben habe? Meine Reaktion darauf: Die Antwort kann nur der Verein geben." Zu Uli Hoeneß und einigen anderen habe er aber dennoch "ein freundschaftliches Verhältnis".
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