Joshua Kimmich scherzt über Ibiza-Pläne der Spieler des FC Bayern München bei vorzeitiger Meisterschaft: "Reisen alle einzeln an"

Sofa-Sause statt Meisterparty auf Ibiza - oder greifen die Stars von Bayern München zu einem Trick? "Wir reisen jetzt alle einzeln an, dass es keiner merkt", scherzte Nationalspieler Joshua Kimmich, nachdem die Bosse um Max Eberl einen Titel-Trip auf die Baleareninsel verboten hatten. Wie die "tz" berichtete, hatten die Spieler im Falle der Meisterschaft den Kurzurlaub ab Sonntag geplant.

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Quelle: Perform

Thomas Müller schlürft genüsslich Sangria aus dem Eimer, Joshua Kimmich trällert Schlager-Hits und Harry Kane reserviert Liegestühle mit dem Handtuch: So oder so ähnlich dürften sich die Beinahe-Meister des "FC Feiern" ihren triumphalen Ibiza-Trip vorgestellt haben. Nach dem Reise-Verbot der Bosse und dem verspielten Titel-Matchball fällt die Party zunächst aber etwas kleiner aus - auch wenn Bayern München die Schale praktisch sicher hat.
Oder greifen die Bayern-Stars noch zu einem Trick? "Wir reisen jetzt alle einzeln an, dass es keiner merkt", scherzte Kimmich, nachdem die Chefs um Sportvorstand Max Eberl einen Kurzurlaub auf der Baleareninsel im Meisterfall untersagt hatten.
In jedem Fall bestanden nach dem wilden 3:3 (0:2) bei RB Leipzig am Samstag, als die Bayern in der Nachspielzeit eine 3:2-Führung und damit den vorzeitigen Titelgewinn herschenkten, im Münchner Lager keine Zweifel an der 34. Meisterschaft.
"Wir sind deutscher Meister, wenn wir ehrlich sind. Ich glaube nicht dran, dass Leverkusen dreimal 7:0 gewinnt und wir noch zweimal 0:5 verlieren. Außer es gibt noch irgendeinen Punktabzug", sagte Kimmich.

Müller: "Wissen, dass wir Meister sind"

Auch Müller räumte am "ARD"-Mikrofon ein: "An sich wissen wir, dass wir jetzt Meister sind." Nach dem Bayern-Remis in Leipzig kann Verfolger Bayer Leverkusen höchstens noch nach Punkten gleichziehen, weist aber eine um aktuell 30 Treffer schlechtere Tordifferenz auf.
Die feierliche Rückkehr auf Deutschlands Fußball-Thron, rund ein Jahr nach Leverkusens Überraschungstitel und Bayerns bitterem Platz drei, soll am kommenden Samstag (18:30 Uhr im Liveticker) in der heimischen Allianz Arena gegen Borussia Mönchengladbach standesgemäß zelebriert werden - inklusive Übergabe der Meisterschale. Dabei dachte Eberl vor allem an einen Spieler: "Theoretisch ist es schon schwer, dass wir noch eingeholt werden, aber dann ist Harry Kane wieder auf dem Platz, wenn wir Meister werden."
Der gelbgesperrte Torjäger, der sehnlichst nach seinem ersten Titel im Männerbereich lechzt, war in Leipzig nach der späten Führung durch Leroy Sané (83.) bereits für die große Sause von der Tribüne in den Innenraum geeilt, ehe er wie ein begossener Pudel dreinblickte, als RB-Stürmer Yussuf Poulsen (90.+5) den Bayern im letzten Moment die Feierlichkeiten verdarb. Der Engländer konnte aber schnell wieder lachen - wie auch seine Mitspieler. Klubikone Müller, die sich nach 17 Jahren wohl mit der 13. Meisterschaft verabschieden wird, führte vor den mitgereisten Fans gar die "La Ola" an.

Bestätigung für Kompany

In diesem Moment, als bei den Spielern noch "gemischte Gefühle" (Müller) vorherrschten, nutzte Bayerns Präsident Herbert Hainer bereits die Gelegenheit für ein erstes Saisonfazit. "Wir haben immer gesagt, dass der deutsche Meistertitel der wichtigste Titel ist. Denn den muss man sich über die ganze Saison erspielen. Und wenn wir ihn gewinnen, hat sich die Mannschaft das auch mehr als verdient", sagte er. Mit dem Gewinn der Meisterschaft wäre es "eine gute Saison".
Der Titel wäre rückwirkend auch eine Bestätigung für die Entscheidung für Vincent Kompany, die bei dessen Amtsantritt im vergangenen Sommer aufgrund mangelnder Trainererfahrung und der schier endlos wirkenden Suche der Bayern noch kritisch beäugt worden war.
"Ich habe immer gesagt", betonte Eberl am Samstag, "dass wir mit Vincent einen Glücksgriff getan haben." Gleichzeitig haben die Bayern aber auch "nur" das Minimalziel erreicht.
In der Champions League war im Viertelfinale gegen Inter Mailand und im DFB-Pokal im Achtelfinale gegen Leverkusen Schluss. Hainer räumte durchaus ein, dass der Rekordmeister in beiden Wettbewerben gerne "noch weiter gekommen" wäre. Gerade in der Königsklasse, in der am 31. Mai das Finale in München steigen wird. Viele Bayern-Stars sind dann längst bei der Nationalmannschaft, um sich auf das Final Four der Nations League vorzubereiten, ehe die Klub-WM ansteht.
Viel Zeit für Partyurlaub a la Ibiza bleibt da nicht.
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(SID)
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