Leroy Sané steht vor der Rückkehr in den Kader des FC Bayern München: Chance und Risiko für einen Hochbegabten

Leroy Sané ist nach seiner langwierigen Schambeinentzündung wieder fit und steht vor der Rückkehr in den Kader des FC Bayern. Trainer Vincent Kompany hat dadurch eine Option mehr auf den hochkarätig besetzten Flügeln. Bislang konnte dort noch kein Spieler überzeugen - Sané hat alle Chancen, sich zu beweisen. Die sollte er nutzen, denn für den Hochbegabten geht es in den nächsten Monate um viel.

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Quelle: Eurosport

Er sprintet wieder, dribbelt, passt, geht in Zweikämpfe, schießt Bälle ins Tor. In den vergangenen Tagen hatte Leroy Sané dabei auch wieder ein Lächeln auf dem Gesicht. Ende Juli sah man ihn schon beim Lauftraining an der Säbener Straße, seit etwa zwei Wochen soll er laut "Kicker" schmerzfrei sein. Sané ist bereit.
Nach seiner langwierigen Schambeinentzündung, durch die er seit April neun Spiele verpasste, könnte der 28-Jährige für das Bundesliga-Spiel gegen Aufsteiger Holstein Kiel (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker) in den Bayern-Kader zurückkehren.
Für Trainer Vincent Kompany eine komfortable und ebenso verzwickte Situation: Die Konkurrenz auf den Flügeln ist groß, alle Spieler sind fit. Wer schafft es in die Startelf? Wer entwickelt sich langfristig zum unumstrittenen Stammspieler?
Insbesondere für Sané, einen der begabtesten Dribbelkünstler seines Alters, beginnt der Konkurrenzkampf. Er hat gegenüber seinen Kollegen Spielpraxis aufzuholen. Auf welchem Niveau er zurückkommt und welche Position er unter Kompany einnimmt - noch unklar. Wohin geht die Reise des Leroy Sané?
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Haben im Training gut lachen: Serge Gnabry (M.) und Leroy Sané

Fotocredit: Getty Images

Mindestens vier Konkurrenten für die Flügel

Kaum ein Verein in der europäischen Spitze weist eine so große Auswahl an hochkarätigen Flügelspielern auf wie der FC Bayern. Neuzugang Michael Olisé, Matthys Tel, dazu die nach Verletzungspause zurückgekehrten Serge Gnabry (unter anderem Muskelbündelriss) und Kingsley Coman (Adduktorenverletzung). Auch Thomas Müller und Jamal Musiala können auf der Außenbahn spielen. Und Leroy Sané.
Seit seinem Wechsel 2020 von Manchester City zum FC Bayern schoss er in 175 Pflichtspielen 48 Tore und gab 50 Assists. 2023 startete er mit acht Treffern in den ersten zehn Bundesliga-Partien enorm stark in die Saison.
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Kompany gibt grünes Licht für Sané: "Leroy ist dabei"

Quelle: Perform

Spätestens ab April stand er nur noch in den wichtigen Spielen auf dem Feld, etwa in der Champions League. Bei der EM wurde er von Bundestrainer Julian Nagelsmann in jeder Partie eingesetzt - teils unter Schmerzen am Schambein.

Sané und Kompany kennen sich

Direkt nach dem Viertelfinalaus gegen Spanien wurde Sané an der Leiste operiert. Nun soll alles besser werden. "Ich fühle mich fit, bisher läuft alles nach Plan. Ich konnte die ersten Mannschaftseinheiten gut mitmachen, hatte keine Probleme und hoffe, dass es so weitergeht", wird er auf der Vereins-Website zitiert.
In den vergangenen Jahren hatte der gebürtige Essener häufiger mit Verletzungen und Leistungsschwankungen zu kämpfen. Die Bandbreite seiner Leistung reichte von brillant bis bodenlos.
Trainer Kompany kennt der 28-Jährige noch aus der gemeinsamen Zeit als Spieler bei Manchester City. "Die Trainer haben alle eine super Energie, Kompany hat eine tolle Ausstrahlung", schwärmte Sané. Eine gute Voraussetzung für die gemeinsame Arbeit - nicht mehr, nicht weniger.
Kompany sagte Mitte August über Sanés Genesungsprozess: "Ich hoffe, dass er sehr bald zu uns stößt. Wir brauchen jeden Spieler und vor allem jeden, der fit ist."

Sané hat alle Chancen: Überragt hat noch keiner

Fakt ist: Noch hat der Trainer seine Stammelf nicht gefunden. Im Spiel gegen Freiburg (2:0) experimentierte Kompany, stellte mit Gnabry, Tel und Olisé drei Flügelspieler in die Startelf und ließ rotieren, später kam Coman rein. Unverzichtbar hat sich bislang keiner gemacht.
Olisé und Tel zeigten gute Anlagen und Ideen, Gnabry sogar den Torriecher wir beim entscheidenden Treffer zum 3:2-Sieg in Wolfsburg. Die Chance, sich zu beweisen, wird Kompany Sané allemal geben.
Für den Ex-Schalker steht viel auf dem Spiel. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Präsident Herbert Hainer sprach sich im Frühjahr dafür aus, ihn zu halten, auch er selbst kann sich vorstellen zu bleiben, wie Sané in der Vergangenheit betonte.
Doch er gehört mit einem Jahresgehalt von rund 20 Millionen Euro zu Bayerns Topverdienern. Eine Summe, die der FC Bayern eher nicht mehr weiterzahlen wird. Erst nach seinem Comeback sollen die Gespräche intensiviert werden.
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Serge Gnabry nach seinem Siegtor gegen Wolfsburg.

Fotocredit: Getty Images

Schwieriger wird es in der Nationalmannschaft

Schwieriger als beim FC Bayern könnte Sanés Comeback in der Nationalmannschaft werden. "Der Weg ist auf jeden Fall schwieriger geworden - weil dieses neue, junge Duo uns nun schon seit geraumer Zeit begeistert", schrieb Ex-Nationalspieler Steffen Effenberg jüngst in seiner Kolumne für "t-online.de" und meinte das neue DFB-Traumduo Jamal Musiala und Florian Wirtz.
Er glaube aber nicht, dass Sané oder Gnabry es gar nicht mehr schaffen würden. Ob Nagelsmann, der viel von Sané hält, ihn im Oktober für die nächsten Länderspiele nominiert, hängt maßgeblich von seiner Leistung beim FC Bayern bis dahin ab.
Der Flügelstürmer will wieder glänzen. Und nicht nur auf dem Trainingsplatz lächeln.
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Quelle: Perform


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