FC Bayern München: 100 Tage unter Trainer Vincent Kompany - das sind die Gewinner und Verlierer beim Rekordmeister

Vincent Kompany ist seit 100 Tagen Trainer des FC Bayern München. Zunächst als "Notlösung" verschrien, stimmten zum Saisonstart schnell Spielweise und Ergebnisse. Seit drei Matches warten die Münchner nun allerdings auf einen Sieg. Die Länderspielpause bietet sich an, einen Blick auf die "neuen" Bayern zu werfen: Wer sind die Gewinner und Verlierer der Kompany-Ära?

Kompany verteidigt Spielidee: "Werden so viele Spiele gewinnen"

Quelle: Perform

9:2 gegen Dinamo Zagreb, 6:1 gegen Holstein Kiel, 5:0 gegen Werder Bremen, 33 Tore in neun Pflichtspielen. Der Saisonstart des FC Bayern hielt viel Spektakel bereit. Kompany flößte der Münchner Offensive neues Leben ein und erinnerte teilweise an die Zeit unter Hansi Flick, Jupp Heynckes oder Pep Guardiola.
Dieser Offensive stehen zehn Gegentore gegenüber - kein schlechter, aber auch kein Top-Wert. Vor allem, wenn man bedenkt, dass drei eigene Tore gegen Eintracht Frankfurt zuletzt nicht zum Sieg reichten. Und dass die Gegner zum Saisonstart nur wenige Chancen brauchte, um zum Torerfolg zu kommen.
Zuletzt gab es drei Spiele ohne Sieg (1:1 gegen Leverkusen, 0:1 gegen Aston Villa, 3:3 gegen Frankfurt) - trotzdem schafft es Kompany bisher, dass im sonst nervösen Bayern-Umfeld die Füße still gehalten werden. Der Belgier strahlt ein ruhiges Selbstvertrauen aus, das sich auch durch schlechtere Ergebnisse - bei über weite Strecken guten Leistungen - nicht ins Wanken gerät.
Da stören im Bayern-Kosmos auch Störfeuer durch Didi Hamann oder andere Experten nicht. Noch nicht. Kompany und die Mannschaft konnten in den Top-Spielen noch keine Siege einfahren und müssen mit immer wieder neuen Verletzungssorgen umgehen. Die Gewinner und Verlierer der ersten 100 Tage unter Kompany.
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Zwei Gewinner: Joshua Kimmich und Michael Olise

Fotocredit: Getty Images

Gewinner: Michael Olise

Es waren turbulente Wochen für den 22-Jährigen. Mit Crystal Palace beendete er die Saison als Zehnter der Premier League mit 16 Torbeteiligungen in 19 Spielen. Das anschließende Wettbieten der Topvereine gewann der FC Bayern, direkt nach der Verkündung gewann er bei Olympia Silber mit der französischen Nationalmannschaft.
Bei den Bayern angekommen, machte er genau da weiter, wo er in England aufgehört hat: Sechs Tore, drei Vorlagen in neun Spielen, unter Kompany ist Olise absolut gesetzt.
Als international unbeschriebenes Blatt bei den Bayern angekommen, setzt er schon jetzt eine illustre Liste der Franzosen im Bayern-Dress fort - und macht auch eine Ablösesumme von bis zu 60 Millionen Euro fast vergessen.

Verlierer: João Palhinha

Nicht jeder Neuzugang kann so einschlagen, wie es Michael Olise gelang. João Palhinha zeigt aktuell das Gegenteil. In der Startphase der Saison kam der 50-Millionen-Euro-Transfer nicht an Joshua Kimmich und Aleksander Pavlovic im zentralen Mittelfeld vorbei.
Der hohen Ablöse stehen nach neun Pflichtspielen mickrige 154 Einsatzminuten gegenüber. Der Portugiese ist derzeit die Personalie, bei der die Bayern-Verantwortlichen am meisten beschwichtigen müssen. "Wir werden ihn brauchen, wir werden ihn brauchen", sagte Sportvorstand Max Eberl nach dem Topspiel gegen Meister Bayer Leverkusen (1:1).
Er sollte als defensivstarker Sechser vor allem gegen spielstarke Mannschaften zum Einsatz kommen - gegen Leverkusen saß er prompt 90 Minuten auf der Bank. Zugegeben: Bayer verdiente sich in diesem Duell kaum das Prädikat "spielstark". Trotzdem ist Palhinha aktuell nur dritte Wahl im defensiven Mittelfeld.
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Joao Palhinha muss meist mit einer Bankrolle vorlieb nehmen

Fotocredit: Getty Images

Gewinner: Joshua Kimmich

Dort steht an allererster Stelle derzeit Joshua Kimmich. Der neue Nationalmannschaftskapitän spielt seine beste Saison seit 2020 und ist auf seiner Lieblingsposition in der Zentrale unter Kompany absolut gesetzt.
Als einziger Spieler stand er bisher jede Minute in dieser Saison auf dem Feld. Es scheint fast undenkbar, dass er vergangene Saison noch auf die Rechtsverteidiger-Position abgeschoben wurde.
Kimmich ist der Leader und auch spielerisch ein absoluter Erfolgsfaktor für den guten Start der Bayern - mit dem kleinen Schönheitfehler, dass er beim Remis in Frankfurt beim 3:3-Ausgleich patzte.

Verlierer: Eric Dier und Leon Goretzka

In den Überlegungen des Bundestrainers wird Leon Goretzka eher keine Rolle spielen - ebensowenig wie in jenen von Kompany. In der Mittelfeld-Hackordnung steht er hinter Palhinha und Laimer nur auf Platz fünf. Bei einigen Spielen stand er nicht mal im Kader.
Gegen Zagreb wurde er in ein entschiedenes Spiel eingewechselt und schoss sogar ein Tor in bewährter Goretzka-Manier: Per Kopf nach einem entschlossenen Sprint in den Strafraum. Hoffnung auf mehr Einsätze gibt es für den 29-Jährigen wohl nicht.
Gleiches gilt - zumindest vorerst - für Eric Dier. Unter Thomas Tuchel spielte der Engländer noch regelmäßig, jetzt ist er trotz der Verletzung von Neuzugang Hiroki Ito kaum ein Faktor in der Innenverteidigung (31 Einsatzminuten in allen Wettbewerben).
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Bayern-Sportvorstand Eberl teilt aus: "Hamann ist wie Tinnitus"

Quelle: Perform

Gewinner: Gegnerische Angriffsreihen

Dabei wirkte die Innenverteidigung um Dayot Upamecano und Min-Jae Kim nicht immer komplett sattelfest. Omar Marmoush kam auf zwei Tore und eine Vorlage beim 3:3 der Frankfurter gegen Bayern.
Viele Chancen, das muss man zugeben, lassen die Bayern nicht zu - in der Bundesliga waren es nur 31 gegnerische Torschüsse. Dass diese zu einer recht hohen Prozentzahl im Tor landen, liegt an dem hohen Risiko der Münchner in Ballbesitz und der somit günstigen Kontergelegenheiten für die gegnerischen Teams.
Durch individuelle Fehler wie beim 0:1 gegen Aston Villa durften die Bayern schon ein paar Mal in dieser Saison als Selbstvertrauensboost für die gegnerischen Abwehrreihen dienen.

Verlierer: Gegnerische Abwehrreihen

Auf der anderen Seite des Platzes sieht das ganz anders aus: Der Rekordmeister zerlegt vor allem schwächere Gegner mit einer Erbarmungslosigkeit, die man in den vergangenen Jahren nicht gesehen hat.
Das 9:2 gegen Zagreb zeigte die ersten 100 Tage unter Kompany in kompakter Form. Begeisternder Offensiv-Fußball und zwei Chancen des Gegners, die zu zwei Gegentoren führten.
Diese Fähigkeit kann ein entscheidender Faktor im Meisterschaftsrennen werden. Leverkusen ließ gegen Kiel unerwartet Punkte liegen, die Bayern wirken in der Kategorie "Pflichtsiege" aktuell wenig anfällig. Die "Ära Kompany" schickt sich an, über mehrere 100 Tage anzudauern.
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Kompany trotz Unentschieden zufrieden: "Das, was wir erreichen müssen"

Quelle: Perform


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