FC Bayern München muss auf dem Transfermarkt umplanen: Wen holt der Rekordmeister nach der Absage von Florian Wirtz?

Florian Wirtz hat dem FC Bayern München abgesagt, dafür kommt mit Jonathan Tah dessen bisheriger Teamkollege bei Bayer 04 Leverkusen. Positiver Effekt der Wirtz-Schlappe ist, dass der deutsche Rekordmeister das vorgesehene Kapital nun an anderer Stelle einsetzen kann, um seinen Kader zu verbessern. Schließlich sucht Sportvorstand Max Eberl nicht nur in der Innenverteidigung nach Verstärkungen.

Beeindruckende Zahlen: Florian Wirtz im Video-Profil

Quelle: Perform

Der Traum-Transfer ist also geplatzt. Einfach so. Monatelang hatte der FC Bayern um Florian Wirtz geworben, hatte ihn zu seiner Königs-Personalie erklärt, hatte die Familie zum Klub-Patriarchen Uli Hoeneß an den Tegernsee gebeten und sogar angekündigt, zur Finanzierung des Wechsels über eine Kreditaufnahme nachzudenken.
Und nun - war alles vergebens. "Max Eberl hat mich informiert, dass Florian Wirtz wohl zu Liverpool tendiert", berichtete Präsident Herbert Hainer auf einem Fanfest.
Statt zu den "Roten" zu den "Reds" - die Absage von Wirtz, überbracht durch Vater Hans-Joachim am Freitagnachmittag, trifft die Münchner hart. "Für den FC Bayern", urteilte Lothar Matthäus in der "Bild", "ist das eine Niederlage", und für Uli Hoeneß sei sie besonders schmerzhaft.
"Er hatte immer wieder gesagt, dass Wirtz der absolute Wunschspieler sei, dass der FC Bayern alle Hebel in Bewegung setzen wird, ihn zu holen. Daher ist die Absage auch für Uli eine schwere, schmerzhafte Niederlage."

NAgelsmann lobt Liverpool-Entscheidung

Die Gründe für die Absage bleiben vorerst im Dunkeln, eine Zukunft beim englischen Rekordmeister FC Liverpool scheint Wirtz jedenfalls mehr zu locken als eine beim deutschen Rekordmeister - wo auf seiner Position bis 2030 Jamal Musiala eingeplant ist.
"Wenn es Liverpool wird", urteilte Bundestrainer Julian Nagelsmann bei "Sky", "ist es ein guter Schritt" für Wirtz, eben "weil er da auf seiner Position spielen kann". Der ehemalige Klub von Jürgen Klopp biete jedenfalls ein "super Umfeld".
Nagelsmann berichtete, er habe sich mit Wirtz ausgetauscht und versucht, ihm "nach bestem Wissen und Gewissen Tipps zu geben". Der FC Bayern, ergänzte der Bundestrainer noch, wäre "sicherlich auch nicht schlecht gewesen".
Nicht schlecht, aber wohl nicht gut genug - trotz aller Anstrengungen vor allem von Uli Hoeneß. "Ich weiß schon, dass er sehr viel investiert hat an Energie und dergleichen", sagte sein Bruder Dieter Hoeneß bei "Sky": "Natürlich ist das eine Enttäuschung, aber das Leben geht weiter."

Tah kommt - aber wann?

Weiter geht es beim FC Bayern allerdings mit ein paar Ungewissheiten. Klar ist wohl, dass der bereits vor einem Jahr umworbene Jonathan Tah ablösefrei zu den Münchnern wechselt. In den kommenden Tagen soll der Nationalspieler zum Medizincheck kommen.
Problem: Tah steht noch bis zum 30. Juni bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, die Bayern aber würden ihn schon gerne mit zur Klub-WM in die USA mitnehmen, wo sie am 15. Juni ihr erstes Spiel bestreiten. Deshalb steht doch noch eine Ablösesumme im Raum.
Immerhin: Die mutmaßlich eingeplanten mehr als 250 Millionen Euro für das Gesamtpaket Wirtz kann Münchens Sportvorstand Max Eberl nun anderweitig investieren.
Tatsächlich ist etwa die Besetzung der linken Außenbahn ungeklärt. Kingsley Coman gilt weiter als Verkaufskandidat, ungewiss bleibt zudem die Zukunft von Leroy Sané.
Kandidaten für die Position gibt es wohl schon: Den Japaner Kaoru Mitoma (28) vom englischen Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion sowie den portugiesischen Nationalspieler Rafael Leao (25) von der AC Mailand.
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(SID)
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