FC Bayern Münchens wildeste Jahre mit Klinsmann, Effenberg, Matthäus und Scholl: "Kurz vor der Irrenanstalt!"
Update 14/01/2025 um 13:09 GMT+1 Uhr
Beim FC Bayern wurde Mitte der 1990er Jahre eine neue Weltklasse-Mannschaft zusammengestellt - die bis heute Schlagzeilen garantiert. Rückschläge, Intrigen und Skandale sorgten dafür, dass das Starensemble um Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann & Co. nie zur Ruhe kam. In einer neuen Doku blicken die Helden zurück und geben Einblicke in eine gleichermaßen unterhaltsame wie manchmal unrühmliche Zeit.
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Umgerechnet knapp zehn Millionen Euro gab der FC Bayern im Jahr 1995 für neue Spieler aus, heute nur Handgeld, damals ein echtes Vermögen. Unter den Neuen waren Top-Stars wie Jürgen Klinsmann, Andreas Herzog, Thomas Strunz und der damals teuerste Transfer Ciriaco Sforza.
Neu war zudem auch Trainer Otto Rehhagel. Diese Verpflichtungen gepaart mit bereits unter Vertrag stehenden Top-Stars wie Oliver Kahn, Thomas Helmer und vielen weiteren steigerten die Erwartungen in München fast ins Unermessliche.
Nach einer enttäuschenden Spielzeit 1994/1995 mit Platz sechs in der Liga, sollte im Folgejahr wieder der Erfolg ins Olympiastadion zurückkehren. Auch ohne den zu Beginn der Saison wegen eines Achillessehnenrisses verletzten Lothar Matthäus waren die Ansprüche in der Landeshauptstadt riesig.
Zu Anfang lief es auch prächtig, die ersten sieben Spiele allesamt siegreich - ohne Matthäus. Dann folgte die erste Niederlage gegen den amtierenden Meister aus Dortmund und das Unheil nahm seinen Lauf...
FC Bayern: Matthäus vs Klinsmann als ewiger Begleiter
"Es gab keinen Tag ohne irgendeinen Skandal", sagte der ehemalige Flügelflitzer Mehmet Scholl. Es habe nicht zwei Lager gegeben, sondern 15, ergänzte der Europameister von 1996.
Die neue "ZDF"-Doku legt alles offen: Die Streitigkeiten unter den Bayern-Stars, hauptsächlich zwischen Klinsmann und Matthäus, die Skandale neben dem Feld und die schlechten Leistungen auf dem Platz. "Basler, Effenberg, Scholl und Matthäus. Das ist kurz vor der Irrenanstalt", sagte Bayerns ehemaliger Kommunikationsleiter Markus Hörwick.
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Manch einer zeigt sich reflektiert. So gestand Matthäus sein Fehlverhalten gegenüber den Medien, insbesondere seinem einstigen Freund Wolfgang Ruiner, damals "Bild"-Chefreporter, ein.
Er hat mir geschadet. Ich hätte häufiger Nein sagen müssen oder diplomatischer mit den Antworten umgehen sollen.
Der Vorwurf, Matthäus sei ein "Maulwurf" gewesen und habe Interna aus der Kanine brühwarm weitergereicht, hält sich hartnäckig. Obwohl Ruiner dies nun erneut selbst dementiert und meint, andere hätten mehr ausgepackt, die Doku zeigt: so richtig glauben wollen es ihm seine ehemaligen Kollegen allerdings nicht.
Auch das Verhältnis mit Klinsmann beschreibt Matthäus kritisch: "Jürgen war sicher kein einfacher Typ, neben dem Platz ging jeder seinen Weg." Auch Klinsmann beschreibt den Umgang mit dem Weltfußballer als schwierig. Es habe häufig geknallt zwischen den beiden, aber nur fußballerisch.
FCB: Mediale Hetzjagd zermürbt Spieler
Nicht nur unter den Spielern wurde es seinerzeit giftig, die Medien taten ihr Übriges. Die Presse war heiß auf Stories und die FCB-Stars lieferten.
Die Einblicke zeigen, wie hart die Medien der 1990er mit den Stars ins Gericht gingen. "Heute denken wir, in den Sozialen Medien ist es ganz schlimm, wie die Leute niedergemacht werden – diese Funktion haben damals auch die Boulevard-Medien übernommen", so Autor und Sportjournalist Ronald Reng.
Heutzutage müsse man wahrscheinlich nach 14 Tagen zwei Spieler rausschmeißen, sagte Hörwick gegenüber der "Münchner Abendzeitung".
Hörwick weiter: "Die 1990er Jahre waren die letzte Phase, in der sich Profis noch recht frei in der Öffentlichkeit bewegen konnten, ohne an den Pranger gestellt zu werden."
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