Borussia Dortmund - Drei Baustellen im Kader des BVB: Ohne Winter-Neuzugänge droht der Ritt auf der Rasierklinge

Das Wintertransferfenster hat geöffnet und die Klubs haben die Möglichkeit, ihre Kader noch einmal nachzubessern. So auch Borussia Dortmund. Mit Rang sechs in der Bundesliga-Tabelle spielt der BVB bisher eine enttäuschende Saison. Insbesondere auf der Außenverteidiger-Position besteht großer Bedarf für Neuzugänge. Doch auch an anderer Stelle gibt es Mängel. Drei Baustellen im Kader des BVB.

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Quelle: Eurosport

Eigentlich wollte Nuri Sahin nichts zu möglichen Wintertransfers von Borussia Dortmund sagen, aber dann ließ sich der Cheftrainer des BVB auf seiner Pressekonferenz vor dem Duell mit Bayer 04 Leverkusen am Freitag (20:30 Uhr im Liveticker) doch ein wenig aus der Reserve locken.
"Es liegt auf der Hand, auf welchen Positionen wir etwas machen würden, wenn wir etwas machen würden", erklärte der 36-Jährige, ohne genauer zu werden, für seine Verhältnisse überraschend offensiv.
Denn obwohl er im Anschluss einschränkte, dass man nicht in "Aktionismus verfallen" wolle, wurde die öffentliche Botschaft an die schwarz-gelbe Führungsetage klar: in diesem Kader gibt es mehr als eine Baustelle, um die man sich kümmern muss.
Drei Baustellen im Kader von Borussia Dortmund.

1. Außenverteidiger

Auf den defensiven Außenbahnen drückt bei den Westfalen der Schuh. Die Ablöse für den erst im vergangenen Winter vom FC Chelsea ausgeliehenen Linksverteidiger Ian Maatsen war den Verantwortlichen trotz guter Leistungen im Sommer zu teuer.
Während der 22-jährige Niederländer für kolportierte 44,5 Millionen Euro zu Aston Villa wechselte, kam Yan Couto für eine Leihgebühr von vier Millionen Euro von Manchester City.
Der Brasilianer hatte in der Vorsaison mit starken Leistungen für Citys Satellitenklub FC Girona in Spanien auf sich aufmerksam gemacht, ist in Dortmund bisher aber noch nicht wirklich angekommen.
Lediglich vier Startelf- und zehn Kurzeinsätze, dafür aber beachtliche fünf Gelbe Karten stehen für den 22-Jährigen in der laufenden Spielzeit wettbewerbsübergreifend zu Buche.
Stattdessen sind auf den Außenverteidiger-Positionen Julian Ryerson (rechts) und Ramy Bensebaini (links) gesetzt, was mit Blick auf Letzteren nach dessen verkorkster Debütsaison durchaus überrascht.
Hinter Ryerson und Bensebaini klafft allerdings ein großes Loch, wenn einer oder sogar beide ausfallen. Sahin musste im Saisonverlauf zeitweise sogar Emre Can und Pascal Groß auf die Flügel beordern, was - vorsichtig formuliert - zu mäßigen Resultaten führte.
Can musste im Duell mit Vinícius Júnior bei der herben 2:5-Pleite des BVB gegen Real Madrid in der Champions League reichlich Lehrgeld zahlen.
Derweil flog Groß beim finalen Bundesligaspiel vor der Winterpause gegen den VfL Wolfsburg (3:1) nach schwachem Zweikampfverhalten mit Glatt-Rot vom Platz.
Da U17-Weltmeister Almugera Kabar mit seinen 18 Jahren noch Zeit brauchen dürfte, um sich bei den Profis als echte Alternative zu etablieren, wäre man in Dortmund gut beraten, hier nachzubessern, andernfalls droht in der Außenverteidigung ein Ritt auf der Rasierklinge.

2. Zentrales Mittelfeld

"Ich verstehe es bis heute nicht", sagte Edson Álvarez im März 2024 über seinen geplatzten Wechsel zu Borussia Dortmund. Der Mexikaner war sich eigenen Angaben zufolge bereits mit dem BVB über einen Transfer im Sommer 2023 einig, doch es kam nie zum Vollzug.
Stattdessen entschloss sich die schwarz-gelbe Führungsriege für die Verlängerung des Vertrages des heutigen Kapitäns Can und die Verpflichtung von Felix Nmecha für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg.
Álvarez zog es in die Premier League, zu West Ham United (Kostenpunkt: 38 Millionen Euro) nach London, wo der 27-Jährige seither zum Stammpersonal gehört.
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Borussia Dortmund entschied sich 2023 gegen Edson Álvarez

Fotocredit: Getty Images

Die Entscheidung gegen Álvarez dürfte den Verantwortlichen der Borussia mittlerweile schwer im Magen liegen. Can ist im Mittelfeld nicht mehr gesetzt und scheint nach guten Leistungen in der Innenverteidigung dort die größere Aussicht auf Spielzeit zu haben.
Sahins 4-3-3 funktionierte zwar in der ersten Saisonhälfte dann am besten, wenn Nmecha als alleiniger Sechser auflief und die zwei Achter Julian Brandt und Marcel Sabitzer absicherte.
Angesichts der neuen Rolle für Can und der Formschwäche von Sommer-Neuzugang Groß stünde dem Kader aber eine weitere Alternative zu Nmecha im defensiven Mittelfeld gut zu Gesicht.

3. Offensiv-Allrounder

Ein Abgang von Donyell Malen zu Aston Villa noch vor Schluss des Transferfensters wird immer wahrscheinlicher. Geht der Niederländer tatsächlich, wäre der BVB beinahe dazu gezwungen, die Ablöse in einen Allrounder für den Angriff zu reinvestieren.
Denn in der Offensive mangelt es neben Serhou Guirassy und Jamie Gittens an verlässlichen Kräften.
Karim Adeyemi zeigte zwar immer wieder, was in ihm steckt, doch der 22-Jährige muss genauso wie Supertalent Julien Duranville mit unschöner Regelmäßigkeit Rückschläge durch Verletzungen und wochenlange Ausfälle im Anschluss hinnehmen.
Bei einem Wechsel von Malen und Ausfällen Adeyemis und Duranvilles käme nur noch der erst im August von der TSG 1899 Hoffenheim gekommene Maxi Beier als Gittens' Partner auf dem Flügel infrage, da Julian Brandt sich im Mittelfeld festgespielt hat.
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Maxi Beier traf gegen den VfL Wolfsburg und bereitete ein Tor vor

Fotocredit: Getty Images

Doch Beier konnte in seinem ersten Halbjahr in Schwarz-Gelb nur selten überzeugen. Auftritte wie der gegen Wolfsburg, als er ein Tor und eine Vorlage beisteuerte, blieben die Ausnahme.
Dabei ist Beier auch bei einer Verletzung Guirassys dessen erster Ersatz - eine äußerst instabile Gemengelage, zumal der gebürtige Brandenburger ein anderer Stürmertyp als der bullige Guineer ist und dringend Selbstvertrauen tanken muss.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und Co. sollten also auch im Angriff dringend nachbessern - egal, ob Malen geht oder nicht.
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Kehl über die Bundesliga-Schwäche des BVB: "Haben Aufholbedarf"

Quelle: Perform


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