Jürgen Klopp wird neuer Fußball-Chef bei Red Bull - Vertrag ab 1. Januar 2025 als "Head of Global Soccer"
Jürgen Klopp wird zum 1. Januar 2025 überraschend wieder einen Job im Fußball übernehmen: Wie der Konzern am Mittwochmorgen bestätigte, wird der ehemalige Liverpool-Coach zum kommenden Jahr die Stelle als Fußball-Chef bei Red Bull übernehmen ("Global Head of Soccer"). Der 57-jährige Klopp war im Mai nach fast neun Jahren beim FC Liverpool verabschiedet worden und hatte eine Auszeit angekündigt.
Jürgen Klopp war von 2015 bis 2024 Trainer des FC Liverpool in der Premier League
Fotocredit: Getty Images
Nach seinem Abschied in England hatte Klopp mit dem Karriereende als Trainer geliebäugelt, sich aber Hintertürchen offengelassen. Dennoch lief alles auf eine längere Pause hinaus. Er sagte: "Kein Klub, kein Land für das nächste Jahr. Das kann ich versprechen."
Der Ex-BVB-Trainer (2008 bis 2015) soll bei Red Bull nun ab Januar "das internationale Netzwerk von Fußballvereinen des Unternehmens leiten", schrieb der Konzern in einer Pressemitteilung.
Klopp soll beim Getränkehersteller vor allem sein Fachwissen, seine Erfahrung und sein Netzwerk einbringen, also hinter den Kulissen arbeiten.
"Nach fast 25 Jahren an der Seitenlinie könnte ich nicht aufgeregter sein, mich an einem Projekt wie diesem zu beteiligen", wird Klopp zitiert: "Die Rolle mag sich geändert haben, aber meine Leidenschaft für den Fußball und die Menschen, die den Fußball zu dem machen, was er ist, hat sich nicht geändert."
Klopp will "Mentor für die Trainer" sein
Mit seinem Einstieg bei Red Bull auf globaler Ebene will er "die unglaublichen Fußballtalente, die uns zur Verfügung stehen, entwickeln, verbessern und unterstützen". Gemeinsam könne man "entdecken, was möglich ist".
Er selbst sehe seine Rolle "in erster Linie als Mentor für die Trainer und das Management der Red Bull Clubs, aber letztendlich bin ich Teil einer Organisation, die einzigartig, innovativ und zukunftsorientiert ist". Nachsatz: "Nichts könnte mich mehr begeistern."
Klopps neue Rolle im Red-Bull-Imperium, dem unter anderem die Profi-Klubs aus Leipzig, Salzburg, Liefering, Leeds, New York, Bragantino (Brasilien) und Omiya-ku (Japan) angehören, war zuletzt so nicht besetzt.
Rangnick Spricht von "spannender Aufgabe"
2019/2020 war Ralf Rangnick beim Getränkehersteller als "Head of Sport and Development Soccer" aktiv. "Ich weiß, dass es eine sehr spannende, anspruchsvolle und komplexe Aufgabe sein kann, die aber auch sehr zeitintensiv ist", sagte der jetzige österreichische Nationaltrainer.
"Ich war in diesen eineinhalb Jahren des Öfteren in Brasilien und in den USA, in Leipzig sowieso", meinte Rangnick weiter: "Ich habe damals für alle drei Vereine die Kaderplanung zumindest mitbegleitet". Es werde "sicher spannend sein, in den nächsten Monaten zu verfolgen, inwiefern sich Jürgen da einbringen kann".
Bei Red Bull ist außerdem seit 2022 Ex-Nationalspieler-Mario Gomez als "Technischer Direktor" im Fußballbereich tätigt.
Mintzlaff fädelte den Klopp-Coup für Red Bull ein
Von 2014 bis 2017 führte Oliver Mintzlaff bei Red Bull den Titel "Head of Global Soccer" - der 49-Jährige, der mittlerweile als "CEO Corporate Projects und Investments Mitglied" der Geschäftsführung des Konzerns angehört, war nun maßgeblich am Klopp-Coup beteiligt.
"Wir sind sehr stolz auf diese herausragende und sicherlich stärkste Verpflichtung in der Fußball-Historie von Red Bull", sagte Mintzlaff: "Jürgen Klopp ist eine der größten und prägendsten Persönlichkeiten des Weltfußballs und verfügt über außergewöhnliche Fähigkeiten und ein ebenso großes Charisma."
Klopp sei daher "so etwas wie ein Gamechanger für unsere Engagements im internationalen Fußball und deren stetiger Weiterentwicklung. Wir erhoffen uns in den wesentlichen Bereichen wertvolle und entscheidende Impulse, um die Clubs insgesamt und im Einzelnen noch besser zu machen."
Der 57-Jährige soll Mitte Januar im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus meinte: "Ich glaube, bei Red Bull denkt man ganz groß - Jürgen Klopp ist ganz groß. Das passt zusammen. Wenn das jemand kritisiert, sage ich: Wir alle sollten offen sein für neue Dinge."
Es sei wichtig, dass Klopp "dem Fußball erhalten bleibt und dem Fußball weiterhin Impulse geben kann". Er hoffe dennoch, dass der gebürtige Stuttgarter "irgendwann in den nächsten Jahren auch wieder auf der Trainerbank zu sehen ist".
Klopp: Bundestrainer-Klausel im Vertrag?
Pikant: Laut "Sky" hat Klopp sich mit einer Ausstiegsklausel die Möglichkeit zusichern lassen, für die Rolle als deutscher Bundestrainer aus seinem Vertrag auszusteigen. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist derzeit Julian Nagelsmann mit Vertragsdauer bis zur WM 2026 als Cheftrainer beschäftigt.
Vor Borussia Dortmund und dem FC Liverpool war Klopp beim 1. FSV Mainz 05 Trainer (2001 bis 2008), den er 2004 in die Bundesliga führte. Mit dem BVB wurde er 2011 und 2012 Deutscher Meister sowie 2012 DFB-Pokal-Sieger und gewann zweimal den DFL-Supercup (2013, 2014).
In England holte er 2019 den Champions-League-Pokal nach Liverpool, gewann zudem den UEFA-Supercup und die Klub-WM. 2020 wurde er mit den Reds nach 30 Jahren Durststrecke englischer Meister. 2022 gewann er den außerdem FA Cup, den nationalen Supercup und den League Cup (Letzteren ebenso 2024).
Das könnte Dich auch interessieren: One Hit van Wonderen? Das kann der neue Schalke-Trainer
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/10/01/4046856-82074773-2560-1440.jpg)
Klopp mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)