Füllkrugs Wechsel vom BVB in die Premier League: Seine Aussagen aus zwei Blickwinkeln
Publiziert 06/09/2024 um 14:40 GMT+2 Uhr
Mittelstürmer Niclas Füllkrug hat Borussia Dortmund im Sommer nach nur einem Jahr wieder verlassen, obwohl der Verein ihn nach eigenen Angaben gern behalten hätte. Nach seinem Wechsel zu West Ham United hat er nun erklärt, weshalb er überhaupt in Erwägung gezogen hatte, in die Premier League zu gehen. Warum beide Sichtweisen, Füllkrugs und die des BVB, nachvollziehbar sind - eine Einordnung.
Füllkrug erklärt, wer ihn von West Ham United überzeugt hat
Quelle: Perform
Eigentlich sollte es dieser Tage um die Nationalmannschaft gehen, in der Nations League steht am Samstag das Duuell mit Ungarn. an Nachdem vier Identifikationsfiguren des DFB-Teams gegangen sind, sind die Blicke auf Trainer Julian Nagelsmanns neue Elf gerichtet.
Und doch ging es in dieser Woche auch um Niclas Füllkrug und den BVB. Der 31-Jährige wechselte im Sommer von Dortmund nach London zu West Ham United und erzählte auf der Pressekonferenz, wie es dazu kam.
Es habe "verschiedene Gründe" gegeben, warum er über einen Wechsel nachgedacht habe. Aber: "Natürlich ist so ein Transfer, wie ihn der BVB gemacht hat, nicht der größte Vertrauensbeweis für mich", sagte er vor rund 60 Journalisten.
Guirassy kommt, Füllkrug geht
Borussia Dortmund hatte zuvor Serhou Guirassy vom VfB Stuttgart verpflichtet, als Mittelstürmer neben ihm. Bei den Schwaben hatte Guirassy vergangene Saison 28 Tore in 28 Bundesliga-Spielen geschossen und war mit ihnen Vizemeister geworden.
Für Füllkrug endete das Kapitel Schwarz-Gelb nach einem Jahr wieder. "Viele Umstände haben dafür gesprochen, dass ich noch einmal einen neuen Weg gehe", sagte er und zählte das Champions-League-Finale und die Heim-EM auf.
Bei West Ham habe er schnell die Wertschätzung gespürt, die er sich gewünscht habe. Berechtigte Kritik des 31-jährigen Mittelstürmers – oder Trotzreaktion?
Eine Einordnung.
Füllkrug: Warum der Wechsel Sinn ergibt
Niclas Füllkrug ist ein ehrlicher Typ. Einer, der sein Herz auf der Zunge trägt – und so gab er offen Auskunft über seine Gefühlswelt. An Wertschätzung habe es ihm gefehlt, als Borussia Dortmund Guirassy verpflichtete, obwohl Mittelstürmer Nummer eins doch Füllkrug heißt.
Berechtigter Einwand des Nationalstürmers, der um seinen Wert weiß. "Ich darf jetzt, glaube ich, auch mal behaupten, dass ich in diesen Wettbewerben performt und meine Leistung auf dem Platz gebracht habe", sagte er im Hinblick auf die Champions League und die EM.
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Niclas Füllkrug (l.) und Kai Havertz bei der EM
Fotocredit: Getty Images
In der Nationalmannschaft will er voran gehen, Verantwortung übernehmen. Durch den Abgang von Toni Kroos, Ilkay Gündogan, Thomas Müller und Manuel Neuer in der Nationalmannschaft sei er in der Hierarchie "nach oben" gerutscht. Seine Aufgabe sei es, "Energie in die Mannschaft zu geben", sagte er.
Nachvollziehbar, dass er dafür eine neue Aufgabe sucht, die seinen Wert widerspiegelt.
BVB: Warum es Sinn macht, Guirassy zu holen
Der BVB spielte 2023/24 die schlechte Bundesliga-Saison seit neun Jahren (2014/15 wurden sie Siebter). Trotz Erreichen des Champions-League-Finals nicht der Anspruch des Klubs, der im Jahr zuvor um ein Haar deutscher Meister geworden wäre.
Nur dank des zusätzlichen Champions-League-Platzes spielen sie auch dieses Jahr wieder in der Königsklasse. Durch den neuen Modus steigt die Anzahl der Spiele, zusätzlich ist der BVB 2025 bei der Klub-WM vertreten. Dazu braucht es einen breiten und qualitativ hochwertigen Kader.
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Serhou Guirassy könnte schon bald sein Debüt für Borussia Dortmund feiern
Fotocredit: Getty Images
Die Möglichkeit, Serhou Guirassy zu verpflichten, bot sich an: Der Mittelstürmer mit Torgarantie in der Vorsaison war für 18 Millionen Euro dank Ausstiegsklausel zu haben. Ein mehr als fairer Preis für einen so treffsicheren Angreifer.
BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl beschrieb es bei Guirassys Ankunft: "Wir haben den Anspruch, sowohl in der Bundesliga, im DFB-Pokal, als auch in der Champions League und bei der FIFA Club WM Top-Leistungen zu zeigen und unsere ambitionierten Ziele zu erreichen. Dafür benötigen wir auf allen Positionen erstklassige Optionen."
Wie die Kommunikation war, bleibt offen
Füllkrug brachte es in der Vorsaison lediglich auf zwölf Tore. Doch der BVB betonte mehrfach, den früheren Stürmer von Werder Bremen halten zu wollen. Mit einem Abgang Youssoufa Moukokos rechneten die Dortmunder wohl schon und auch Sébastien Haller stand in der Rangfolge hinter Füllkrug.
Was nur der BVB und Füllkrug wissen: wie die Kommunikation ablief. Wie viel Wertschätzung von Vereinsseite kommuniziert wurde – und wie offen Füllkrug über seine Wünsche gesprochen hat, ist nicht bekannt.
Bei West Ham ist Füllkrug noch ohne Treffer. Er wolle sich die Zeit geben, anzukommen. Ein Transfer nach London sei eben nicht dasselbe wie ein Wechsel von Bremen nach Dortmund. Gut, dass er jetzt erst einmal in der Wohlfühloase DFB angekommen ist.
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