Bayer 04 Leverkusen: Erik ten Hag spricht bei Granit Xhaka ein Machtwort - Schweizer als letzter Fels in der Brandung
Update 27/07/2025 um 14:39 GMT+2 Uhr
Bayer 04 Leverkusen scheffelt auf dem Transfermarkt Geld ohne Ende, kein Klub nahm in diesem Sommer mehr ein als die Werkself. Der Geldsegen ging bislang jedoch auch mit der Auflösung der Meister-Achse einher. Dieser Entwicklung schob Trainer Erik ten Hag nun einen Riegel vor. Granit Xhaka gilt als letzter Fels in der Bayer-Brandung - und seine Wichtigkeit kann mit Geld nicht aufgewogen werden.
Granit Xhaka will Bayer 04 Leverkusen in Richtung England verlassen
Fotocredit: Getty Images
Für die Klub-WM hat es nicht gereicht, trotzdem ist Bayer 04 Leverkusen auf dem besten Weg, Weltmeister zu werden - zumindest in finanzieller Hinsicht.
190,50 Millionen Euro spülten die Verkäufe von Florian Wirtz, Jeremie Frimpong, Odilon Kossounou und Co. in die Vereinskassen, kein Verein im Profifußball generierte in diesem Sommer mehr Ablöse auf dem Transfermarkt.
Einerseits ein Segen für die Werkself, andererseits ein Fluch, den es zu stoppen gilt. Immerhin brach beim Double-Sieger der Saison 2023/24 durch den erfolgten Exodus ein Großteil seiner einstigen Achse weg und damit auch Attribute, die selbst mit einem solchen Batzen Geld nicht einfach wieder eingekauft werden können.
Mit Granit Xhaka droht nun ein weiterer Führungsspieler wegzubrechen, Trainer Erik ten Hag steht damit vor der ersten großen Herausforderung seiner Amtszeit. Der Schweizer ist nämlich nichts weniger als sein letzter Fels in der Brandung.
Ten Hag zu Xhaka: "Er ist zu wichtig für uns"
Bis Donnerstag verweilt Leverkusen in seinem Trainingslager im brasilianischen Rio de Janeiro. Die 1:5-Pleite im Test gegen die U20 vom CR Flamengo war ten Hag "scheißegal", viel wichtiger war dem Niederländer die Kadersituation.
"Granit ist ein Führungsspieler, er hat hier für fünf Jahre unterschrieben und hat noch drei Jahre Vertrag", führte der 55-Jährige in einem Gespräch mit der "Bild" aus. "Er ist zu wichtig für uns, um ihn abzugeben."
In den zurückliegenden Wochen wurde von einem ernsthaften Interesse aus Saudi-Arabien berichtet, in der italienischen Serie A sollen sich Juventus Turin und die AC Mailand mit Xhaka befasst haben. Nun hinterlegte der Berater des 32-Jährigen den Wechselwunsch seines Klienten. Das Ziel: Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland.
Doch ten Hag hat den Ernst der Lage erkannt. "Der Berater kann alles sagen, aber dieser Klub hat drei wichtige Spieler abgegeben und wir werden nicht noch mehr Spieler abgeben. Das geht nicht", mahnte der Coach. "Das würde die Struktur, aber vor allem auch die Kultur des Kaders zu sehr vernachlässigen. Granit ist ein Führungsspieler."
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Der Motor der Mannschaft: Granit Xhaka.
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Leverkusen muss als Sieger vom Platz gehen
Ein erstes Ausrufezeichen in der noch kurzen Amtszeit von ten Hag, das bitter nötig ist. Ein Neuanfang in der Ära nach Xabi Alonso mag schwierig sein, ohne jegliche bewährte Stützpfeiler in der Mannschaft wäre er jedoch unmöglich.
Transfers wie Axel Tape (17), Abdoulaye Faye (20) oder Jarell Quansah (22) können sich perspektivisch als Glücksgriffe erweisen. Die Sicherheit, die Xhaka als Mann vor der Abwehr dem Defensivverbund verleiht, kann aber nicht einfach mit Geld und Talent aufgefangen werden.
"Ich habe immer wieder gesagt, dass Granit eine wichtige Führungspersönlichkeit ist, aber auch sportliche Qualität hat", unterstrich auch Bayer-Geschäftsführer Simon Rolfes die Wichtigkeit der Personalie.
In der Dreiecksbeziehung zwischen Leverkusen, Sunderland und Xhaka muss es daher drei Gewinner geben, ansonsten darf der Wechsel nicht zustandekommen. "Wenn sich etwas ändert, dann nur, wenn alle drei Seiten damit klarkommen", gab Rolfes in dieser Thematik nicht nach.
Bayer-Transfers: Auch eine Frage der Identifikation
Xhaka kommt auch in einem anderen Aspekt eine besondere Rolle zu - und zwar in puncto Identifikation.
Die Meisterschaft und der Triumph im DFB-Pokal vor einem Jahr mögen eine Strahlkraft haben. Brechen alle Schlüsselfiguren jenes Höhenflugs aber weg, gleicht ein Wechsel nach Leverkusen eher einem Risiko als einem attraktiven Upgrade im eigenen Lebenslauf.
Während die eindrucksvollen Werdegänge von Wirtz und Frimpong gerade junge Talente von einem Transfer zu Bayer überzeugen können, ziehen Personalien wie Xhaka gestandene Spieler mit internationaler Klasse an. Und letztere wurden auf der Seite der Zugänge eben noch nicht verzeichnet.
Ten Hag ist sich der Gratwanderung der Werkself bewusst, seinen Fels in der Brandung will er daher partout nicht aufgeben. Eine Schmerzgrenze soll es aber dennoch geben, bei 20 Millionen Euro könne sich Bayer laut "Bild" einen Xhaka-Abgang vorstellen.
Ob der Klub den Abschied eines weiteren Leistungsträgers verkraften und man Xhakas Qualitäten mit Geld aufwiegen kann, darf hinterfragt werden.
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