Vom Kellerkind zur Spitzenmannschaft: Wie Kasper Hjulmand Bayer 04 Leverkusen wieder neues Leben eingehaucht hat

Spätestens der 3:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten RB Leipzig hat gezeigt: Bayer Leverkusen ist im Rennen um die Champions-League-Plätze voll auf Kurs. Einzig Borussia Dortmund steht als Bayern-Jäger Nummer eins noch davor. Pünktlich zur Winterpause hat Kasper Hjulmand in bester Xabi-Alonso-Manier aus der Werkself eine eingeschworene, treffsichere Truppe geformt - wofür es gute Gründe gibt.

Hjulmand und Rolfes freuen sich auf Start

Quelle: Perform

Die Erleichterung war ihm anzusehen: Kasper Hjulmand klatschte mit seinem Staff und den Spielern auf der Bank ab, ehe er auf das Spielfeld ging und sein Team feierte. 3:1 gewann Bayer Leverkusen bei RB Leipzig.
Das Tor zum Endstand durch den erst 18-jährigen Montrell Culbreath kurz vor Schluss musste vom VAR überprüft werden. Es soll ein Handspiel von Robert Andrich gegeben haben - doch der Treffer zählte. Zum Unmut der Leipziger, die erstmals in dieser Saison zu Hause verloren.
Eine Partie, die zeigt, wer das viel zitierte Momentum auf seiner Seite hat: Bayer 04 gewann nicht nur das Spitzenspiel vor der Weihnachtspause, sondern eroberte Tabellenplatz drei.
Sphären, die zu Saisonbeginn nicht denkbar waren. Leverkusen war nach größerem Umbruch inklusive Trainerwechsel (Erik ten Hag musste gehen) ins Niemandsland der Tabelle gerauscht und weit entfernt davon, eine Spitzenmannschaft zu sein. Doch Hjulmand baute das Team um und auf.

Bayers hektischer Sommer und die Folgen

Nach dem Sieg gegen RB strotzte Bayers Torjäger Patrik Schick vor Zuversicht. "Wir sind nach einem hektischen Sommer Dritter und auch in der Champions League in einer guten Position. Wir sind jetzt stabil", sagte er und vergaß dabei noch den DFB-Pokal.
Hier besiegte die Werkself Borussia Dortmund im Achtelfinale und geht als großer Favorit ins Viertelfinale gegen St. Pauli.
Dieser "hektische Sommer" sitzt tief in den Köpfen der Mannschaft: Mehrere Topspieler wie Florian Wirtz, Granit Xhaka und Jeremie Frimpong verließen den Klub.
Der Nachfolger von Meistertrainer Alonso, Erik ten Hag, hielt sich nur rekordverdächtige zwei Spieltage, ehe die Bayer-Führung die Reißleine zog - und Hjulmand holte.

Hjulmand mit Alonso-Fußball zum Erfolg

Der Däne, der in der Spielzeit 2024/2015 Mainz 05 für knapp sieben Monate trainierte, kitzelte die eigentlichen Stärken der Bayer-Auswahl wieder heraus - oder anders gesagt: den Xabi-Alonso-Stil. Attraktiver Ballbesitzfußball, cleveres Stellungsspiel, hohes Pressing und vor allem Kreativität.
Dabei setzt Hjulmand darauf, authentisch und nahbar zu sein. Bei seiner Vorstellung im September sagte er: "Das Leben ist zu kurz, um eine Rolle zu spielen und jemand zu sein, der man nicht sein sollte."
Dazu versteht es der 52-Jährige, das vorhandene Personal wirkungsvoll einzusetzen. Die Sommer-Neuzugänge Ibrahim Maza, Malik Tillman, Jarrell Quansah und Christian Kofane sind unter Hjulmand zu Leistungsträgern gereift. Dabei weiß der Trainer, die Mannschaft in den Mittelpunkt zu stellen - nicht sich selbst.
"Wir hatten sehr viele neue Spieler, ein neues Projekt. Ich habe großen Respekt vor diesem Kader." Demut und Zurückhaltung gehören zu seinem Wesen.

Neue Rollen für Andrich und Hofmann

Dass der frühere dänische Nationalcoach nicht nur mit Talenten gut kann, sondern auch gestandene Spieler neu erstrahlen lässt, zeigen die Beispiele Robert Andrich und Jonas Hofmann.
Nachdem ten Hag Andrich zum Kapitän gemacht hatte, war seine Rolle unter dessen Nachfolger nicht mehr so klar. Doch Hjulmand fand schnell eine neue Lösung - und schob den 31-Jährigen in die Abwehr.
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Kasper Hjulmand mit Kapitän Robert Andrich.

Fotocredit: Imago

Dort zeigte Andrich bereits, wie wichtig er sein kann. Etwa mit einer Rettungsaktion im Pokal-Spiel gegen den BVB. Und er zeigt, wie flexibel er ist: Mal spielte er rechts in der Dreierkette, mal Innenverteidigung in der Viererkette.
Noch eindrücklicher wird Hjulmans Menschenkenntnis am Beispiel Hofmann: Der 33-Jährige war abgeschrieben, als der neue Trainer ihn ins offensive und später ins rechte Mittelfeld, auf den Flügel, beorderte. Ein Volltreffer. Das Lob des Trainers gab es gleich hinterher: "Er ist superclever. Jonas sieht ein oder zwei Sekunden vorher, was passiert", sagte der Däne nach dem 3:1-Erfolg gegen Wolfsburg.

Aufbruchstimmung bei der Werkself

So kommt es, dass die Geschäftsführung trotz vieler Ausfälle, unter anderem durch den Afrika-Cup, optimistisch in die Rückrunde geht. "Wir haben noch genug zu tun, um eine richtige Top-Top-Mannschaft zu werden." 
Wenn Simon Rolfes diese Formulierung benutzt, zeigt das sogleich, auf welchem Level die Mannschaft bereits ist. "Wir haben Perspektiven im Jahr 2026 und sind in allen Wettbewerben gut dabei", stimmte Hjulmand mit ein.
Nur zwei Punkte liegt Leverkusen hinter Borussia Dortmund, punktgleich mit RB Leipzig. Zwar ist die Meisterschaft Utopie, Bayern-Jäger Nummer eins zu werden aber ein realistisches Ziel für die neu ausgerichtete Werkself.
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100-Punkte-Mann Kane - die fantastischen Zahlen zum Bayern-Star

Quelle: Perform


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