Bayer Leverkusen: Meisterplan beginnt mit Innenverteidiger Jarell Quansah - Werkself will zurück in die Zukunft
Update 04/07/2025 um 09:25 GMT+2 Uhr
Bayer 04 Leverkusen sitzt nach dem Verkauf von Vereinsheld Florian Wirtz auf einem ordentlichen Batzen Geld - doch wie soll es weitergehen? Mit der Verpflichtung von Innenverteidiger Jarell Quansah hat die Werkself bereits einen vielversprechenden Schritt in Richtung eines neuen Titel-Zyklus gemacht. Dabei verfolgt Sportchef Simon Rolfes eine Vision, deren Blaupause aus dem Sommer 2020 stammt.
Jarell Quansah greift ab sofort mit Bayer 04 Leverkusen an
Fotocredit: Getty Images
Zyklen sind im Fußball keine Seltenheit.
Trainer scheitern, Spieler gehen ein und aus, Systeme werden auf den Kopf gestellt - ein Verein muss sich nur allzu oft mit Ereignissen auseinandersetzen, die in regelmäßigen Abständen geschehen. Und für die er bestenfalls ein Rezept hat.
Im Fall von Bayer 04 Leverkusen bricht ein neuer Zyklus an. Allein mit dem Verkauf von Florian Wirtz flossen 125 Millionen Euro in die Vereinskassen, aufgrund von weiteren Abgängen braucht der Double-Sieger der Saison 2023/24 einen neuen Anstrich.
"Jetzt ist es unser Anspruch, mit der Ablöse für Florian die nächste Titel-Mannschaft aufzubauen", erklärte Bayer-Sportchef Simon Rolfes in einem Interview mit "Sport Bild". Und lässt sich dabei von sich selbst inspirieren.
Bayer im Transfer-Fokus: Auf Havertz folgt Wirtz
Durch die Verkäufe von Jeremie Frimpong (40 Mio.) und Odilon Kossounou (20 Mio.) stiegen die bisher generierten Einnahmen auf rund 185 Millionen Euro. Auf der einen Seite ein ordentlicher Batzen Geld, auf der anderen Seite muss sich Bayer die Frage stellen: Wie geht es jetzt weiter?
Mit diesem luxuriösen Dilemma ist Leverkusen bereits vertraut. Im Sommer 2020 verlor der Vizemeister mit Kai Havertz schon einmal ein Wunderkind, das durch seinen Wechsel zum FC Chelsea aber immerhin 91 Millionen Euro in die Kasse spülte.
Im selben Transferfenster wurde das Geld wieder reinvestiert - und zwar mit nachhaltigem Effekt. Frimpong und Patrik Schick heuerten damals unterm Bayer-Kreuz an, ein Jahr später folgten Kossounou, Robert Andrich und Piero Hincapié. Alles Spieler, die beim Double vor einem Jahr im Rampenlicht standen. Für ein "Schnäppchen" von insgesamt 73 Millionen Euro.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/03/image-5f53a7bf-3c39-462b-963c-8c4aca7be534.jpeg)
Piero Hincapié (links) und Patrick Schick (Mitte) von Bayer Leverkusen
Fotocredit: Getty Images
Auf solch goldenen Handgriffe hofft Rolfes auch in diesem Sommer. "Wir wollen Spieler verpflichten, die uns sofort mit ihrer Qualität helfen und gleichzeitig das Potenzial haben, sich zu entwickeln", führte er aus. "Unser Ziel ist, immer zu den Top-4 der Liga zu zählen und in der Lage zu sein, Titel zu holen."
Mit anderen Worten: Bayer will zurück in die Zukunft.
Bayer macht Quansah zum Tah-Nachfolger
Auf der Haben-Seite stehen bereits sechs Spieler: Mark Flekken (10 Mio.) soll die neue Nummer eins werden, die Talente Ibrahim Maza (12 Mio.), Abdoulaye Faye (2,70 Mio.) und Axel Tape (ablösefrei) stehen für die Zukunft. Der Deutsche Tim Oermann (1,80 Mio.) wurde bereits weiter an Sturm Graz verliehen.
Mit Jarell Quansah landete Leverkusen jüngst einen Coup, die Ablöse von 35 Millionen Euro ließ den jungen Engländer zum Rekordtransfer in Leverkusen avancieren.
Der U21-Europameister erbt nicht nur Rückennummer vier von Jonathan Tah, sondern soll auch auf dem Rasen in die Fußstapfen des zum FC Bayern abgewanderten Nationalspielers folgen. Das Szenario ist dabei nicht weit hergeholt.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/03/image-b32aec9d-11dc-4f3c-824c-ba7825b14da5.jpeg)
Jürgen Klopp und Jarell Quansah während ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Liverpool
Fotocredit: Getty Images
Bereits unter Jürgen Klopp sammelte Quansah viel Erfahrung, in der Saison 2023/24 stand er in 33 Pflichtspielen 27 Mal in der Startelf. Durch den Einfluss von Nebenmann Virgil van Dijk wurde ein Reifeprozess angestoßen, der den 22-Jährigen auf dem Bayer-Radar aufscheinen ließ.
Quansah geht mutig und entschlossen in Zweikämpfe und scheut kein Risiko, wenn es um den Ballgewinn geht.
Seit Beginn der Saison 2023/24 gehört er in dieser Hinsicht sogar zur Elite der Premier League: Nur fünf Innenverteidiger verzeichnen mehr als seine 4,9 "True Tackles" pro 1.000 gegnerische Ballberührungen - ein klarer Beleg für seinen aktiven und kompromisslosen Defensivstil.
Quansah nur der Anfang: Folgt jetzt Tillman?
"In der von absoluten Weltklassespielern geprägten Liverpooler Defensive hat er schon beeindruckende Akzente gesetzt", schwärmte Rolfes von der Verpflichtung. "Mit Jarell erhält unsere Abwehr ausgeprägte Dynamik, Tempo und Zweikampfhärte und einen weiteren, sehr wichtigen Baustein für die Werkself der Zukunft."
Aufgrund der ab 2027 aktiven Rückkaufoption, im Zuge derer Liverpool Quansah für etwa 60 Millionen Euro zurückholen kann, mag es nur eine Zukunft auf Zeit sein. Der Start in den neuen Titel-Zyklus könnte aber kaum vielversprechender sein - auch dank des nächsten Transferziels.
Seit geraumer Zeit wird Malik Tillman von der PSV Eindhoven mit Leverkusen in Verbindung gebracht, der US-Nationalspieler soll für 35 Millionen Euro zum Bundesligisten wechseln.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/06/24/image-79dc1e52-89a1-4457-84c9-1f13964fa3aa.jpeg)
Malik Tillman steht bei Leverkusen im Fokus
Fotocredit: Getty Images
Der FC Bayern, der Tillman 2024 für zwölf Millionen Euro an die PSV verkauft hatte, kann seinem Konkurrenten keine Steine in den Weg legen. Der deutsche Rekordmeister machte von seinem "Matching Right" bei Angeboten für den Spieler nicht Gebrauch, die Frist ist inzwischen abgelaufen.
Tillman ist Kandidat für die vakante Wirtz-Position, auf Linksaußen weiß der 23-Jährige auch zu überzeugen. In der Saison 2024/25 kam er in 34 Pflichtspielen auf 16 Tore und fünf Vorlagen.
Beim Gold Cup greift er mit den USA in der Nacht zu Montag im Finale gegen Mexiko (ab 1:00 Uhr) nach dem Titel. Kurz darauf soll laut dem "kicker" die Unterschrift in Leverkusen folgen - und damit auch der nächste Baustein in Bayers Meisterplan.
Das könnte Dich auch interessieren: Müller nach Los Angeles? Das ist dran an den Gerüchten
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/02/image-bc51c5cd-97db-46dc-9e4e-6c0070f45dc9-85-2560-1440.jpeg)
Guirassy vergisst Bellingham-Sperre: "Oh F***"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung