BVB in der Transfer-Klemme: Offensive als akute Baustelle - Druck auf Sportdirektor Kehl wächst
Update 08/07/2025 um 12:10 GMT+2 Uhr
Nach einem beeindruckenden Bundesliga-Endspurt unter Niko Kovac hat Borussia Dortmund zwar die Champions-League-Qualifikation für die Saison 2025/26 gesichert, doch die Kaderplanung stockt. Die Probleme sind offensichtlich, die Baustellen zahlreich - das zeigten auch die Leistungen bei der Klub-Weltmeisterschaft. Und trotzdem herrscht bisher verdächtige Funkstille auf dem Transfermarkt.
Borussia Dortmund und Sebastian Kehl befinden sich zwischen Kaderplanung und Klub-WM
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"Wir müssen beim nächsten Spiel auch liefern", sagte Sebastian Kehl in Fort Lauderdale im Trainingscamp der Dortmunder bereits nach dem ersten Spiel der Klub-WM, einem 0:0 gegen Fluminense. Er machte klar, dass "wir uns steigern müssen". Die Ansage des BVB-Sportdirektors lässt sich nach dem Ausscheiden im Viertelfinale nun auch auf seine eigene Arbeit übertragen - denn nun muss Kehl selbst abliefern.
Die 2:3-Niederlage gegen Real Madrid klingt knapp, zumal Marcel Sabitzer kurz vor Schluss noch die Riesenchance zum 2:2 hatte und Courtois glänzend parierte.
Trotzdem kaschiert das Ergebnis nicht, dass Dortmund erhebliche qualitative Schwächen hat - vor allem in der Offensive.
Der Blick auf den Kader offenbart klare Schwachstellen, die dringend adressiert werden müssen. Nach dem Verkauf von Jamie Gittens an den FC Chelsea fehlt es auf den Flügeln an Tempo und Kreativität.
Giovanni Reyna steht ebenfalls auf der Verkaufsliste, sodass faktisch nur Julian Brandt als spielstarker Zehner übrig bleibt, während Julien Duranville bislang nicht ans notwendige Niveau heranreicht. Ein Flügelspieler und ein echter Zehner sollten daher ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.
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Jamie Gittens wechselt zum FC Chelsea
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Transfer-Stillstand beim BVB - trotz akuter Baustellen
Rund 65 Millionen Euro nimmt Dortmund durch den Gittens-Verkauf ein. Die finanziellen Möglichkeiten wären daher durchaus da, um auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Bis dato kamen jedoch kaum Gerüchte um eine mögliche Verstärkung im Dortmunder Angriff auf.
Das kommt durchaus überraschend, schließlich wirkte das Kovac-Team bei der Klub-WM im letzten Drittel oft einfallslos. Dem BVB fehlt ein richtiger Spielmacher im zentral offensiven Mittelfeld, denn Brandt lief seiner Form auch in den USA - wenn auch durch einen Kahnbeinbruch gehandicapt - hinterher.
Karim Adeyemi bringt das nötige Tempo und die Torgefahr auf den Außen mit, wird diese Last aber nicht über die gesamte kommende Saison tragen können. Zu oft fällt der Nationalspieler zudem mit Leistungsschwankungen auf.
BVB an Bakayoko interessiert
Im zentralen Mittelfeld ist der Tabellenvierte der vergangenen Saison mit Spielern wie Jobe Belllingham, Lukas Nmecha, Pascal Groß und Marcel Sabitzer durchaus gut aufgestellt. Das bringt den Dortmundern aber erschreckend wenig, wenn es in der Offensive an Qualität und Quantität mangelt. Der Druck auf Sebastian Kehl steigt, wenn man eine erfolgreichere Saison als die vergangene bestreiten möchte und auch in der Königsklasse konkurrenzfähig sein will.
Im Gespräch ist Rechtsaußen Johan Bakayoko von der PSV Eindhoven - der 22 Jahre alte Belgier ist jedoch auch bei anderen Teams begehrt. Und der BVB machte bisher nicht den Anschein, alles in Bewegung setzen zu wollen, um Bakayoko an den Borsigplatz zu lotsen.
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Johan Bakayoko von der PSV Eindhoven
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"Wir sind in der sportlichen Leitung auch überzeugt davon, dass gar kein großer Umbruch vonnöten ist", hatte Sportchef Lars Ricken schon vor dem Real-Spiel gesagt. Man habe mit Bellingham (30 Mio.) sowie die festen Verpflichtungen von Yan Couto (20 Mio.) und Daniel Svensson (6,5 Mio.) "bereits kräftig investiert in den Kader".
Ein "großes Minus in der Transferbilanz wie im Vorjahr", wie es Ricken ausdrückte, könne und wolle man sich "nicht in jedem Jahr erlauben. Und allgemein haben wir nicht das Gefühl, dass wir zu wenig Spieler im Kader haben."
Der BVB-Plan: Alles auf die Guirassy-Karte?
Stand jetzt wirkt es daher so, als würde Borussia Dortmund alles auf eine Karte setzen - und die heißt Serhou Guirassy. Der Mittelstürmer ist der Leistungsträger der Schwarzgelben und aus dem Kovac-System nicht wegzudenken. Das mag auf der einen Seite ein großer Gewinn für den BVB-Kader sein. Auf der anderen Seite birgt es aber enorme Risiken.
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Serhou Guirassy (Borussia Dortmund) bei der Klub-WM 2025
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Denn nach dem Verkauf von Youssoufa Moukoko und dem näherrückenden Abgang von Sébastien Haller verfügen die Westfalen mit Maximilian Beier nur über einen Guirassy-Ersatz. Der deutsche Nationalspieler ist aber ein anderer Spielertyp und würde bei einem Ausfall des gebürtigen Franzosen als alleiniger Neuner nicht optimal in die Dortmunder Startelf passen.
Heißt: Wenn der Unterschiedsspieler Guirassy ausfällt, bahnt sich ein Leistungsabfall beim BVB an, wie es einst, als man Erling Haaland die volle Verantwortung gab. Hier können die Dortmunder aus ihren Fehlern lernen. Wie lautet also die Lösung? Die Verpflichtung eines adäquaten Backups.
Borussia Dortmund befindet sich in einer verzwickten Lage. Im Vergleich zu vor einem halben Jahr hat sich die sportliche Lage bei den Schwarzgelben definitiv beruhigt. Doch um nun weiterhin eine positive sportliche Entwicklung zu erzwingen, braucht es mehr Würze in der Dortmunder Offensive.
Auch wenn die Westfalen am Saisonende in der Liga durchstarteten, konnten sie sowohl in der Bundesliga als auch in der Klub-WM nicht die spielerischen Defizite kaschieren. Der Ball liegt daher nun bei Sebastian Kehl.
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BVB-Coach Kovac: "Tor am Schluss wäre unverdient gewesen"
Quelle: Perform
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