Drei Dinge, die bei FC Bayern - Borussia Dortmund auffielen: Harry Kane einfach alles - BVB auf Eiersuche

Der FC Bayern hat auch das siebte Bundesliga-Spiel der noch jungen Saison für sich entschieden - und mit Borussia Dortmund einen seiner wenigen Verfolger vorerst auf Distanz gehalten. 2:1 hieß es am Ende aus Sicht der Münchner, die sich einmal mehr auf Harry Kane verlassen durften. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet ärgerten sich hingegen über eine verschlafene Halbzeit. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Der FC Bayern hat seine herausragende Frühform auch im Spitzenspiel untermauert. Gegen Verfolger Borussia Dortmund gewannen die Münchner am Samstagabend vor heimischer Kulisse verdientermaßen 2:1 (1:0).
Dabei konnte sich der Rekordmeister einmal mehr auf Leistungsträger Harry Kane verlassen. Der englische Knipser steuerte - wie mittlerweile üblich - einen Treffer bei und machte Football-Superstar Tom Brady darüber hinaus als Weltklasse-Quarterback Konkurrenz.
Die Gäste aus dem Ruhrgebiet schoben im Anschluss aufgrund einer verschlafenen ersten Halbzeit mächtig Frust, vor allem Nico Schlotterbeck sorgte mit seiner Darbietung aber auch für positive schwarz-gelbe Akzente.
Drei Dinge, die bei FC Bayern - Borussia Dortmund auffielen.

1.) Tom Brady? Harry Kane!

Vor drei Jahren gab sich American-Football-Ikone Tom Brady in der Münchner Allianz Arena die Ehre, führte seinen damaligen Arbeitgeber Tampa Bay Buccaneers im ersten NFL-Spiel auf deutschem Boden zum Sieg über die Seattle Seahawks.
Ob der Super-Bowl-Rekordsieger die Begegnung zwischen dem FC Bayern und dem Münchner Dauerrivalen aus Dortmund verfolgt hat, ist nicht überliefert. Hinsichtlich Harry Kanes Leistung wäre der Star-Quarterback aber sicherlich mächtig stolz.
Kane trat nämlich nicht nur als Torschütze in Erscheinung, der 32-Jährige, der aufgrund des Ausfalls von Serge Gnabry und Nicolas Jacksons Hereinnahme etwas nach hinten rückte, agierte darüber hinaus in bester Tom-Brady-Manier, brachte unzählige lange, anspruchsvolle Pässe mit chirurgischer Präzision an die Mitspieler.
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Harry Kane traf gegen Borussia Dortmund zum 1:0

Fotocredit: Imago

Wären die Passempfänger, namentlich Luis Diaz und Michael Olise, etwas kaltschnäuziger zu Werke gegangen, hätten die dominanten Münchner sicherlich nicht bis zum Ende um die drei Punkte zittern müssen.
Immerhin: Ein tiefer Kane-Pass gipfelte nach Diaz-Vorlage, Jobe-Bellingham-Blackout und Olise-Grätsche im zwischenzeitlichen 2:0 für die Hausherren. Doch Kane glänzte nicht nur als Brady-Double, sondern war sich auch für die "dreckigeren" Aufgaben nicht zu schade. Gut getimte Grätschen und rigorose Zweikampfführung (Kane gewann 13 seiner zehn direkten Duelle) zählten ebenfalls zum Repertoire - und sicherten der FCB-Lebensversicherung völlig zurecht den Titel "Man of the Match."
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Quelle: Perform

2.) Dortmunder Eiersuche

Sonderlich viele gute Nachrichten gab es für diejenigen, die es mit dem BVB hielten, in der ersten Halbzeit nicht. Zu einseitig war die Partie verlaufen, zu eklatant die Münchner Überlegenheit, die sich nicht zuletzt dank der Dortmunder Duckmäusigkeit (0 Torschüsse, 0 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum, 25 Prozent Ballbesitz) Bahn brechen durfte.
Der einzige kleine Lichtblick nach 45 Minuten: Weil die Bayern etliche große Chancen ausgelassen hatten, war die Dortmunder Hypothek in der Pause nicht allzu hoch (0:1). Nach dem Seitenwechsel dürften sich die schwarz-gelben Schlachtenbummler die berechtige Frage gestellt haben, warum ihre Helden nicht von Beginn an mit mehr Mut aufgewartet hatten.
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Nico Schlotterbeck von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Griffigkeit, Gier, höhere Ballgewinne - plötzlich war Dortmund auf der Höhe und trug seinen Teil dazu bei, dass das Spitzenspiel seinen Namen auch verdiente. 8:4 Schüsse zählten die Statistiker im zweiten Durchgang zugunsten der Gäste, auch in puncto Ballbesitz besserte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac merklich nach, kam zwischen der 45. und 90. Minute auf satte 53 Prozent.
"Um in München zu bestehen, musst du mit Mut, Vorwärtsdrang und Eiern spielen", sagte Abwehrchef Nico Schlotterbeck im Nachgang am "Sky"-Mikrofon und erinnerte mit seiner Wortwahl ein wenig an Oliver Kahn, der 2003 die wohl berühmteste aller Testikel-Forderungen ("Eier, wir brauchen Eier") gestellt hatte.
Besagte Eier habe der BVB laut Schlotterbeck in Halbzeit eins aber eben "vermissen lassen." Der ehemalige Freiburger führte aus: "Wir waren sehr unsauber und haben keinen Zweikampf geführt. Die zweite Halbzeit macht Mut, aber über 90 Minuten war das zu wenig. Dafür ist Bayern im Moment zu gut."
Insgesamt dauerte die Dortmunder Eiersuche also einfach etwas zu lang.

3.) Schlotterbecks Bewerbungsschreiben

Dass Lothar Matthäus einen Narren an Schlotterbeck gefressen hat, wurde bereits vor der Partie deutlich. Der FC Bayern müsse sich unbedingt um die Dienste des deutschen Nationalspielers bemühen, sofern Dayot Upamecano sein Arbeitspapier nicht verlängert.
Sonst, so Matthäus bei "Sky", würde der Rekordmeister "einen Fehler machen." Während des Spiels machte der Innenverteidiger, der in Abwesenheit von Spielführer Emre Can die Kapitänsbinde trug, eindrucksvoll deutlich, warum Matthäus bei ihm ins Schwärmen gerät - und warum die Bayern längst ein Auge auf ihn geworfen haben.
Neun von zehn Zweikämpfen entschied der Dortmunder für sich, zudem verbuchte er neun Ballgewinne (Spitzenwert) und vier klärende Aktionen. In der Spieleröffnung wusste der 25-Jährige mit hervorragender Übersicht und sehenswerten Pässen zu gefallen.
Schlotterbecks Highlight: Eine unnachahmliche, perfekt gesetzte Grätsche gegen den bereits enteilten Olise, mit der der Dortmunder ein potenzielles 2:0 verhinderte und sein Team damit weiter im Spiel hielt (72.).
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Überragende Grätsche: Nico Schlotterbeck im Duell mit Michael Olise

Fotocredit: Getty Images

Die Analyse von Schlotti-Fan Matthäus: "Nico hat sich von einem guten zu einem sehr guten Spieler entwickelt. Man kann ihm nur gratulieren und ihm weiterhin alles Gute wünschen. Dann weiß ich nicht, wohin der Weg noch führen kann."
Das weiß Schlotterbeck offenbar selbst noch nicht. Mit seiner Zukunft konfrontiert, gab sich der Defensivspezialist gelassen. "Ich habe noch über anderhalb Jahre Vertrag. Ich fühle mich sehr wohl in Dortmund", erklärte Schlotterbeck und ergänzte: "Ich habe kein Problem, den Weg weiterzugehen. Es ist aber eine sehr wichtige Entscheidung für meine Karriere."
Letztlich war die Leistung in München ein Bewerbungsschreiben. Für den FC Bayern und jedes andere europäische Schwergewicht.
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Quelle: Perform


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