Drei Dinge, die im Top-Spiel der Bundesliga auffielen: Erst rotiert der FC Bayern, dann nur noch Bayer Leverkusen
Der FC Bayern München bügelt auch ohne Harry Kane, Luis Díaz und Michael Olise in der Startelf problemlos 3:0 (3:0) über Bayer 04 Leverkusen hinweg - Vincent Kompany scheint einfach alles, was er anfasst, in Gold zu verwandeln. Tom Bischof und Konrad Laimer machen erneut als Außenverteidiger von sich reden. Und die Gäste zeigen einmal mehr, dass diese Saison keine leichte ist. Was uns auffiel.
"Sie haben mich immer gefragt": Kompany erklärt XXL-Rotation
Quelle: SID
15 Spiele, 15 Siege - der FC Bayern München 2025/26 ist das Maß aller Dinge. Nicht nur in Deutschland, auch in Europa.
Bayer Leverkusen war am Samstagabend kein allzu großes Hindernis. Da konnte es sich Bayern-Coach Kompany sogar leisten, gleich mehreren Stammspielern (Kane, Díaz, Olise, Upamecano, Pavlovic) eine Verschnaufpause zu gönnen.
"Wir wollten das Tempo von Anfang an hochhalten, das haben wir gut gemacht", befand der Trainer nach den Toren von Serge Gnabry (25.), Nicolas Jackson (31.) und Loic Badé (43., Eigentor) zufrieden. Was nicht heißt, dass sein Siegeshunger schon gestillt wäre: "Wir haben 15 Spiele gewonnen, das ist gut, aber das reicht nicht. Es muss weitergehen."
15 Pflichtspielsiege in Folge sind übrigens die längste Siegesserie der Münchner seit dem Jahr 2020, damals waren es unter Hansi Flick (mit Corona-Unterbrechung) sogar 23 hintereinander. Das Resultat am Ende? Triple-Sieg.
Drei Dinge, die uns im Top-Spiel am Samstagabend auffielen.
1.) Kompany wie König Midas
Es sah schon ein bisschen seltsam aus in der 59. Minute: Da standen wirklich Harry Kane, Luis Díaz und Michael Olise zur Einwechslung bereit. Im Top-Spiel der Bundesliga wohlgemerkt hatte Bayern-Trainer Kompany Mut zum Risiko bewiesen und gleich sieben Spieler im Vergleich zum Pokalspiel in Köln (4:1) rausrotiert - unter ihnen die drei Offensivkünstler, aber auch Top-Innenverteidiger Dayot Upamecano und Mittelfeld-Motor Aleksandar Pavlovic.
Das überrumpelte sogar seinen Kapitän. "Ich war ehrlich gesagt schon überrascht, aber im Endeffekt war es dann so: okay, challenge accepted!", sagte Manuel Neuer.
Und welche Auswirkungen auf das Bayern-Spiel hatte das? Fast gar keine! Maximal 25 Minuten lang hatte man das Gefühl, dass die neu formierte Offensive noch ihre Feinabstimmung suchte; Leverkusen eingeschnürt hatten Lennard Karl, Raphaël Guerreiro, Serge Gnabry, Nicolas Jackson und Co. aber auch so.
Mit Gnabrys 1:0 war die Freiwildjagd dann eröffnet, die weiteren Tore fielen mit schöner Regelmäßigkeit bis zur Pause - und das Spiel war unter Dach und Fach. Man könnte auch sagen: Erst rotierte Bayern, im Spiel aber nur noch Bayer.
Kompany nahm's mit einem Grinsen und gewiss auch mit Genugtuung hin. Es ist schon beeindruckend: Wie bei König Midas scheint sich alles, was der Belgier anpackt, augenblicklich in Gold zu verwandeln - allerdings ohne die Nebenwirkungen der Sagenfigur.
Seine Turbo-Rotation hatte der 39-Jährige übrigens mit dem anstrengenden Auswärtssandwich zwischen Pokal und Champions League (PSG am Dienstag!) begründet. Und es sei ihm lieber, wenn Top-Spieler, die garantiert keine 90 Minuten durchhalten würden, von der Bank kommen. Dass eine solche Aufstellung den Gegner zusätzlich motiviere, war ihm indes klar; dafür forderte er von seinen aufgestellten Spielern einfach "Vollgas-Intensität".
Unterm Strich zeigt Kompany seinem Kader aber auch: Jeder kann spielen, jeder ist wichtig. Das gibt ihm das Team aktuell mit stetig guten Leistungen zurück. "Er vertraut allen und die Jungs haben ihm das zurückgezahlt", meinte auch Torschütze Gnabry. Und Neuer konstatierte zufrieden: "Wir wissen, was wir für tolle Jungs haben. Es hat super funktioniert, weil wir keine Angst hatten. Es war eigentlich richtig cool."
2.) Flügelzange aus der Impro-Kiste
Vor ein paar Monaten war nicht unbedingt davon auszugehen, dass der FC Bayern München ein Spitzenspiel in der Bundesliga mit Konrad Laimer und Tom Bischof als Außenverteidiger angehen wird. Beide sind schließlich gelernte Mittelfeldspieler (und Bischof kickte vor kurzem noch in Hoffenheim).
Nach den letzten Eindrücken machte Bischof/Laimer aber nicht nur für Trainer Kompany Sinn; Laimer spielt seit Wochen auf beiden Abwehrseiten herausragend, Bischof bewies unlängst beim 3:0 in Gladbach, dass er auch links hinten Qualitäten hat.
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Auf Youngster Tom Bischof (l., FC Bayern München) war gegen Bayer Leverkusen als Linksverteidiger Verlass
Fotocredit: Getty Images
Diese zeigte der 20-Jährige gegen Leverkusen vor dem 1:0, als er nach einem Abwurf von Keeper Neuer schnell Tempo aufnahm und den Ball Gnabry vertikal butterweich in den Lauf curlte (25.). "Serge hat mit dem Finger gezeigt und dann habe ich ihn einfach nach vorne gespielt", sagte Bischof und verriet: "Ich habe schon vorher gejubelt, weil ich wusste, dass er ihn macht."
Nicht minder Zucker war nur sechs Minuten später Laimers Flanke mit dem ersten Kontakt punktgenau auf den Schädel von Jackson, der im siebten Einsatz sein Premieren-Tor in der Bundesliga erzielte.
In Abwesenheit der langzeitverletzten Alphonso Davies und Hiroki Ito haben sich Bischof und Laimer, aber auch Sacha Boey, neben Josip Stanisic zu ernsthaften Alternativen auf den Außenverteidigerpositionen gemausert, die sich auch vor einem Einsatz in der Champions League bei Paris Saint-Germain nicht fürchten müssten. "Das Selbstvertrauen ist da, egal auf welcher Position oder ob ein Spieler jetzt viel oder wenig gespielt hat", meinte Kapitän Neuer zufrieden.
3.) Bayers Schwierige Saison
Für Bayer Leverkusen war der FC Bayern schon vor der Partie gefühlt (mindestens) ein Regalbrett zu weit oben angesiedelt, das bestätigte das Spiel dann auch. Mit der zum Saisonbeginn verjüngten und fast komplett neu zusammengestellten Elf kam Bayer nicht gut ins Pressing.
Gingen die Münchner auf Geschwindigkeit, verteidigten die Gäste ungeschickt und wurden schnell auseinandergespielt. Bischof, Laimer und Guerreiro bestraften die Leverkusener Passivität mit ihren starken Vorlagen vor den Bayer-Toren.
"Wir haben Bayern einfach in keiner Phase Paroli geboten", kritisierte Kapitän Robert Andrich bei "Sky" und monierte, dass man bei den Gegentoren "viel zu schläfrig" agiert habe. So sah es auch Trainer Kasper Hjulmand, der von einem "Rückschlag" für sein Team sprach.
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Fußball: Lennart Karl für den FC Bayern München im Bundesliga-Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen am Ball
Fotocredit: Getty Images
"Wir müssen anerkennen, dass Bayern eine Top-drei-Mannschaft in Europa ist. Sie haben uns in drei Situationen bestraft", meinte der Däne, der "nicht zufrieden mit unserem tiefen Block" war. Dass mit Alejandro Grimaldo Bayers derzeit einziger Unterschiedsspieler mit Oberschenkelproblemen tatenlos von der Bank zusehen musste, half den Gästen natürlich auch nicht.
So schafft es Bayer diese Saison noch nicht, zwei oder drei gute Spiele aneinanderzureihen. "Ich weiß, welchen Impact Xhaka (Ex-Kapitän Granit Xhaka wechselte zum FC Sunderland, Anm. d. Red.) hatte und wir haben auch viele Verletzte", argumentierte Hjulmand pro seiner Mannschaft und forderte Geduld: "Wir sind auf einem guten Weg, aber wir brauchen noch mehr Zeit, um uns zu entwickeln."
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Kompany zum Duell mit PSG: "Das Höchste, was es in Europa gibt"
Quelle: Perform
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