Drei Dinge, die bei St. Pauli - FC Bayern auffielen: Jamal Musiala findet passende Antwort auf Zweifel an seiner Form
Update 12/04/2026 um 10:39 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München hat mit dem 5:0-Sieg beim FC St. Pauli einen neuen Torrekord in der Bundesliga aufgestellt. Dabei hatte St. Pauli-Trainer Alexander Blessin gehofft, die Münchner wären zwischen den beiden Champions-League-Spielen gegen Real Madrid weniger motiviert als sonst. Vor allem "Sorgenkind" Jamal Musiala und Michael Olise bewiesen allerdings das Gegenteil.
Kompany nach Torrekord ungläubig: "Fast unmöglich"
Quelle: Perform
Einen weiteren Kantersieg eingefahren, die Meisterschaft nahezu gesichert, zudem einen neuen Torrekord aufgestellt: Der FC Bayern München marschiert weiter durch die Bundesliga.
Die Treffer beim 5:0-Sieg am Hamburger Millerntor erzielten Jamal Musiala (9.), Leon Goretzka (53.), Michael Olise (54.), Nicolas Jackson (65.) und Raphael Guerreiro (89.).
"Unsere Mannschaft steht für Tore. Das gehört einfach zum FC Bayern und auch zu unserer Mannschaft. Ich glaube, die Jungs dürfen darauf stolz sein", sagte Trainer Vincent Kompany.
Drei Dinge, die bei St. Pauli - Bayern München auffielen.
1. Torrekord aufgestellt: Bayern zerstört Hoffnung von Blessin
Der FC Bayern ist unter Vincent Kompany bekannt dafür, niemals nachzulassen - ob es nun um viel geht oder nicht. Und doch hatte St. Pauli Hoffnung, dass der deutsche Rekordmeister zwischen den beiden Champions-League-Spielen gegen Real Madrid einen Gang zurückschaltet.
St. Pauli Trainer Alexander Blessin hatte dies vor dem Spiel offen ausgesprochen: ”Es kann mir doch keiner erzählen, dass man nicht ein bisschen auf das Madrid-Spiel guckt und das priorisiert."
Kompany nahm gegenüber dem Hinspiel gegen Real sieben Veränderungen an der Startelf vor. Lediglich Manuel Neuer, Konrad Laimer, Joshua Kimmich und Michael Olise blieben der Anfangsformation erhalten. Andere Leistungsträger wie Harry Kane saßen auf der Bank. Ein geringeres Leistungsvermögen war allerdings nicht festzustellen - im Gegenteil.
Nach einer ordentlichen ersten Halbzeit drehten sie nach der Pause richtig auf. Selbst Einwechselspieler wie Luis Diaz ackerten, als würde es um einen Titel gehen - dabei war das Spiel längst entschieden.
"Das beschreibt unseren Kader”, sagte Sportvorstand Max Eberl auf Nachfrage von Eurosport. ”Anfang der Saison hieß es oft, wir haben einen kleinen Kader. Wir hatten aber immer das Gefühl, einen guten Kader zu haben. Jeder kann in jedem Spiel eine entscheidende Rolle spielen. Das macht uns gerade aus.”
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Der FC Bayern gewann 5:0 beim FC St. Pauli und nach 29 Spielen 105 Tore auf dem Konto
Fotocredit: Getty Images
2. Jamal Musiala macht Argumente von Oliver Kahn zunichte
Die Form von Jamal Musiala war in den vergangenen Tagen das große Thema, nachdem Oliver Kahn einen ungewöhnlichen Ratschlag gab. "Er sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten. Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein", sagte der ehemalige Vereinsboss bei ”Sky”. Musiala dürfte dies mitbekommen haben - und lieferte auf dem Platz die passende Antwort.
Das Spiel war neun Minuten alt, als der Offensivspieler per Kopf das 0:1 erzielte. Überhaupt war er sehr spielfreudig, zeigte gute Qualitäten am Ball und setzte sich auf engen Räumen durch. In der ersten Hälfte hatte er unter Druck eine Passquote von starken 89 Prozent. ”Er ist sehr aktiv, viel am Ball, man sieht wieder gewisse Sequenzen vom alten Musiala”, lobt "Sky"-Experte Lothar Matthäus. Die große Gelegenheit zum 0:2 ließ er zwar ungenutzt, weil er in der 28. Minute am Innenpfosten scheiterte. Dafür bereitete er später noch den vierten Treffer von Jackson vor.
”Jeder darf seine Meinung haben”, sagte Eberl, als er auf die Diskussionen um Musiala angesprochen wurde. ”Die Verletzung war nicht einfach aus den Knochen zu schütteln, das braucht Zeit. Bei Jamal geht es auch um das Gefühl. Er ist zurückgekommen, hat seine Einsätze gehabt, dann aber auch wieder einen Rückschlag. Heute hat er für mich eine gute Leistung gebracht. Das sind die Momente, die er braucht, um wieder in den Flow zu kommen."
Joshua Kimmich unterstrich die Effektivität von Musiala: ”Ich glaube, er hat fast in jedem Spiel, in dem er gestartet ist, ein Tor oder eine Vorlage gemacht. Das zeigt, was für Fähigkeiten er hat." Zwar sei es nach einer Verletzung schwierig, wieder alle drei Tage auf Top-Niveau zu agieren: ”Aber ich merke, dass er jetzt einen Change in seinem Mindset hat. Er ist jetzt viel positiver”, ergänzte Kimmich.
3. Michael Olise zeigt Nerven - und trifft dann als Buhmann
Michael Olise gilt als ruhiger Zeitgenosse, präsentierte aber am Millerntor ein völlig anderes Gesicht. Nach einem Zweikampf mit Gegenspieler Karol Mets leistete er sich eine Rangelei. Dadurch wurde er beim St. Pauli-Anhang zum Buhmann und fortan bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Dies steigerte sich in der zweiten Halbzeit, als er von Joel Chima Fijita gefoult wurde und daraufhin den ”Übeltäter” schubste. Olise sah dafür die Gelbe Karte.
Die Rolle als ”Buhmann vom Millerntor” störte ihn offenbar nicht. Der Freistoß, der aus dem Foul gegen ihn resultierte, führte zum 0:2. Nur eine Minute später bekam er von Goretzka den Ball zugespielt, zog zum Tor und traf eiskalt zum 3:0. ”Er hat schon Emotionen”, sagte Eberl über den ansonsten besonnenen Ballkünstler. ”Er ist natürlich ein unfassbar guter Fußballer, der immer damit rechnen muss, dass er ein Stück weit geneckt und geärgert wird."
Dies wäre in Hamburg der Fall gewesen. Eberl: ”Dann kamen die Emotionen von den Zuschauern, die natürlich St. Pauli unterstützen und versuchen, Einfluss zu nehmen. Er war emotional, hat aber seine Leistung auf dem Platz gezeigt. Und ich finde, Emotionen gehören zum Fußball dazu." Sogar bei einem ruhigen Charakter wie Olise.
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Quelle: Perform
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