Drei Dinge, die beim Bayern-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach auffielen: Beim FCB gibt es nur eine Sorge

Der FC Bayern München liefert vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo eine eindrucksvolle Generalprobe ab. Beim 4:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach glänzt die Münchner Offensive erneut, Leon Goretzka setzt ein starkes Zeichen - und doch sorgt ausgerechnet Kapitän Manuel Neuer für ein paar Sorgenfalten an der Säbener Straße vor der heißen Saisonphase.

Kompany fordert Zeit bei Musiala: "Bleibe noch ruhig mit Jamal"

Quelle: Perform

Der FC Bayern hat seine Tabellenführung in der Bundesliga eindrucksvoll zementiert und gleichzeitig eine gelungene Generalprobe für die Champions League gefeiert.
Beim klaren 4:1 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach setzte sich die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany dank der Treffer von Luis Díaz (33.), Konrad Laimer (45.+1), Jamal Musiala per Foulelfmeter (57.) und Nicolas Jackson (80.) souverän durch. Gladbach spielte nach einer Roten Karte gegen Rocco Reitz (55.) lange in Unterzahl, der 17-jährige Wael Mohya (89.) erzielte spät noch den Ehrentreffer.
Vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel bei Atalanta Bergamo rotierte Kompany kräftig: Stammkräfte wie Jonathan Tah, Aleksandar Pavlovic, Michael Olise und Serge Gnabry wurden geschont, auch Harry Kane fehlte wegen eines Schlags auf die Wade und wurde von Jackson im Sturmzentrum ersetzt.
Drei Dinge, die uns in der Allianz Arena auffielen.

1.) Ungeheuerliche Monster-Offensive

Ob mit Harry Kane oder ohne: Bayerns Monster-Offensive bleibt ungeheuerlich. Gegen Gladbach zeigte der Rekordmeister erneut, wie variabel und dynamisch das Angriffsspiel sein kann. Es war eine Mischung aus Dynamik, Schnelligkeit, Gier und Torinstinkt.
Der leicht angeschlagene Goalgetter Kane wurde für die heiße Phase der Saison mit Champions League und DFB-Pokal geschont, er verfolgte die Partie aus der Loge heraus. Was er sah, dürfte ihn mehr als zufriedengestellt haben. Gladbach hatte keine Chance.
Nicolas Jackson vertrat Kane in vorderster Spitze, machte ein engagiertes Spiel, daneben wirbelten Lennart Karl und Jamal Musiala. Letztgenannter kommt ohnehin immer besser in Schwung und belohnte sich mit einem Elfmeter-Treffer, seinem ersten Bundesliga-Tor in dieser Saison. "Es fühlt sich gut an, das erste Mal über 90 Minuten.
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Bayerns Offensive funktioniert auch ohne Harry Kane

Fotocredit: Getty Images

So komme ich in meinen Rhythmus rein, ich bin glücklich", bilanzierte er. Luis Díaz traf ebenfalls, nachdem Leon Goretzka ihn mit einem Weltklasse-Lupfer bedient hatte. Díaz glänzte auch als Vorbereiter für Konrad Laimer, Jackson leitete das 2:0 ein und holte den Strafstoß zum 3:0 heraus, traf dann selbst zum 4:0.
Die Zahlen unterstreichen die Bayern-Dominanz: 92 Tore nach 25 Spielen - der Tor-Rekord (101) ist greifbar. So oder so: Schon jetzt ein wahnsinniger Wert! Und die Meisterschale ist mit 14 Punkten Vorsprung ja quasi auch schon gegessen. Gegen Gladbach waren es am Ende 44:10 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum.
Bayerns Offensive wirkt eingespielt und gefährlich aus vielen Positionen. Mit Blick auf die anstehenden Partien gegen Atalanta Bergamo im Achtelfinale der "Königsklasse" sind das beste Voraussetzungen, den Gegnern das Fürchten zu lehren. "Europapokal!", sangen die Fans nach Abpfiff mit der Mannschaft. Damit war klar, was jetzt zählt.

2.) Goretzka zeigt’s den Hatern

Flutlicht, ausverkauftes Haus, endlich mal wieder von Beginn an. Goretzka nutzte diese Bühne. Der Mittelfeldspieler gehörte zu den prägendsten Figuren auf dem Platz - als Antreiber, Ballverteiler und Initiator. Vor dem 1:0 zeigte er seine Klasse mit einem gefühlvollen Lupfer auf Díaz.
Es war sein erster Bundesliga-Assist seit November 2024, nach 41 Spielen ohne Vorlage. Doch auch darüber hinaus unterstrichen seine Zahlen die starke Leistung: 110 Ballaktionen, zehn Pässe ins Angriffsdrittel, eine Passquote von rund 95 Prozent, dazu drei Torschussvorlagen und eben eine Torvorlage.
Goretzka spielte mit Übersicht, Präsenz und Mut und setzte damit ein Ausrufezeichen in eigener Sache. Im Sommer wird der Mittelfeldspieler den FC Bayern bekanntlich verlassen, sein Vertrag wird nicht verlängert. Es gab durchaus "Hater", die das begrüßt haben. Goretzkas Auftritt war auch ein Fingerzeig in deren Richtung. "Ich habe mir schon im Hotel gedacht: Genieß‘ es einfach, das hat gut funktioniert. Es war eine meiner besseren Vorlagen", schmunzelte er bei "Sky" in der Nachbetrachtung.
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Wo zieht es Leon Goretzka im Sommer hin?

Fotocredit: Getty Images

Gleichzeitig stand Goretzka für etwas anderes Elementares: Bayerns Kadertiefe und Motivation in der zweiten Reihe. Gerade in der Phase der Saison, in der die entscheidenden Spiele dichter werden, braucht es diese Spieler aus der zweiten Reihe, die sofort da sind. Goretzka lieferte genau das - und ein Bewerbungsschreiben für einen neuen Verein.

3.) Sorgen um Neuer

Kompany setzte gegen die "Fohlen" sichtbar auf Belastungssteuerung. Kane fehlte wegen eines Schlags auf die Wade, mehrere Stammkräfte wie Michael Olise wurden mit Blick auf das Achtelfinale geschont oder dosiert eingesetzt, dazu bekamen auch jüngere Spieler wie Debütant Maycon Cardozo (17) und David Santos (19) ihre Minuten. Eigentlich gibt es rund um diesen starken FC Bayern kaum ein echtes Fragezeichen.
Im Gegenteil: Bayern hat aktuell viele Antworten. Die Offensive liefert, die zweite Reihe ist da, die Form stimmt. "Wir hatten eine gute Intensität. Die Jungs, die gespielt haben, haben nicht enttäuscht. Ich habe absolutes Vertrauen in diesen Kader", lobte Kompany.
Umso stärker fällt auf, worauf sich die kleine Rest-Unsicherheit konzentriert: Manuel Neuer. Der Kapitän, der zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses zwei Spiele verpasst hatte, wurde jetzt zur Pause ausgewechselt. Laut ersten Berichten handelte es sich wohl um eine Vorsichtsmaßnahme, Klarheit gab es zunächst aber nicht. "Manu hat an der Wade ein bisschen etwas gespürt, ich will nicht spekulieren. Schauen wir mal, was rauskommt", sagte Kompany.
Er beklage sich nicht, wenn etwas nicht zu 100 Prozent passe. Aber auch er wird wissen: Wenn Bayern den ganz großen Wurf in Europa schaffen will, braucht die Mannschaft Neuer nicht nur als Torwart, sondern auch seine Ausstrahlung und Rückhalt in den besonderen Momenten. Hält Neuers Körper in der heißen Saisonphase durch? Es ist ein sensibles Thema.
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Quelle: Perform


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