Drei Dinge die beim Sieg von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen auffielen: 75 Minuten Langeweile - aber Guirassy lebt als Joker

Borussia Dortmund festigt seinen Platz als erster Bayern-Verfolger in der Bundesliga durch einen 3:0 (1:0)-Sieg gegen Werder Bremen. Der BVB spielt punktemäßig die beste Hinrunde seit neun Jahren, spielerisch war der Auftritt aber erneut sehr dürftig. Serhou Guirassy erhielt von Trainer Niko Kovac einen Denkzettel, funktionierte dann aber als Joker. Und Werder? Sollte sich in den Hintern beißen.

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Quelle: Perform

In 24 der letzten 25 Bundesligaspiele gepunktet, 36 Zähler nach der Hinrunde eingesammelt und bereits zum neunten Mal in dieser Saison ohne Gegentor geblieben - statistisch gesehen müsste der BVB komplett aus dem Häuschen sein.
Durch die Treffer von Nico Schlotterbeck (11.), Marcel Sabitzer (75.) und Serhou Guirassy (83.) beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen Werder Bremen wurde zudem Platz zwei in der Tabelle festgetackert.
Der Punkteabstand zu den unbesiegbaren Bayern ist beachtlich, Schlotterbeck denkt dennoch nicht daran, schon kleinbeizugeben. "Ich habe keine Lust, die Meisterschaft schon abzuhaken. Aber klar, die Bayern spielen eine fast perfekte Saison, wir eine ordentliche", sagte der Abwehrspieler bei "Sky".
Drei Dinge, die bei Dortmund gegen Bremen auffielen.
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Quelle: Eurosport

1.) BVB Lichtjahre vom FC Bayern entfernt

Sie kommen den Bayern noch am nächsten, sind "Best of the rest" der Bundesliga. Doch der Unterschied zwischen dem BVB und dem FCB könnte in spielerischer Hinsicht nicht größer sein. Hier die Eleganz und Brillanz der offensivsüchtigen und toregeilen Bayern, dort die Schwerfälligkeit und Grobheit der Dortmunder.
Was der BVB seinen Fans gegen Bremen vor allem in der ersten Halbzeit im Angriffsspiel anbot, war eine Frechheit. Exemplarisch dafür steht ein Fehlpass von Felix Nmecha ohne Gegnerdruck in der Vorwärtsbewegung aus kurzer Entfernung auf Marcel Sabitzer, der den Österreicher aber um einen halben Meter verfehlte.
"Wir haben zur Pause zurecht Pfiffe bekommen, denn unsere Leistung war nicht gut", sagte Kovac bei "Sky". "Es war schwierig für uns Zugriff zu kriegen, Werder war sehr beweglich", ergänzte der Coach.
Im Gegensatz zum BVB. Ohne die geschonten (oder verbannten) Serhou Guirassy, Julian Brandt und Karim Adeyemi war das spielerische Niveau extrem dürftig. Fabio Silva, Maximilian Baier und Carney Chukwuemeka waren redlich bemüht, konnten Werders Defensive aber nie vor Probleme stellen.
"Wir hatten gar keine Kontrolle in der ersten Halbzeit", analysierte Sabitzer, "das wurde nach der Pause deutlich besser". Bis zum sehenswerten Treffer des Österreichers bot der BVB allerdings 75 Minuten Langeweile an, auch wenn Kovac sich gegen die kritischen Nachfragen des "Sky"-Reporters wehrte: "Wir haben 3:0 gewonnen und sollten jetzt nicht nur das Haar in der Suppe suchen."
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2.) Kovac-Maßnahme fruchtet bei Guirassy

Er ist (neben Karim Adeyemi) das Sorgenkind bei Schwarzgelb: Serhou Guirassy. Seit dem verweigerten Handschlag im Leverkusen-Spiel Ende November knirscht es zwischen dem Angreifer aus Guinea und Kovac.
Zudem war Guirassy auf dem Platz in letzter Zeit oft nur ein Schatten seiner selbst. Gegen Werder endete Kovacs Nibelungentreue zum 29-Jährigen. Fabio Silva bekam seine Chance von Beginn an, Guirassy schmorte zunächst auf der Bank.
Doch Silva, der im Sommer 2025 für 22,5 Millionen Euro aus Wolverhampton kam, hatte kaum vernünftige Ballaktionen und rieb sich eher in Zweikämpfen auf. In der 67. Minute bekam er im Angriff Unterstützung von Guirassy, der für Baier eingewechselt wurde.
Fortan wurde der BVB offensiv gefährlicher, auch begünstigt durch Werders Bereitschaft, auf der Jagd nach dem Ausgleichstor die Defensive zu lockern.
In der 83. Minute wurde Guirassy erlöst: Erstmals seit Oktober traf er in einem Ligaspiel und ließ sich jubelnd von der Süd feiern. "Manchmal tut es gut, wenn man von der Bank kommt. Ich habe Serhou gratuliert und würde mir wünschen, dass der Knoten bei ihm geplatzt ist", sagte Kovac. Mit Guirassys Verbannung auf die Bank hat der Coach schon mal den richtigen Knopf gedrückt.

3.) Werder ließ eine große Chance liegen

Seit nunmehr sechs Spielen warten die Bremer auf einen Ligasieg. Dass es auch in Dortmund nicht geklappt hat, haben sich die Grünweißen selbst zuzuschreiben. Mit einem mutigen Auftritt überraschte Werder den BVB vor der Pause, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Justin Njinmah vergab zwei sehr gute Tormöglichkeiten (4., 18.).
"Wir waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft, aber wir haben halt wieder kein Tor geschossen. Das ist seit ein paar Spielen unser Problem", sagte Marco Friedl.
Ein kollektiver Tiefschlaf vor der Ecke zu Schlotterbecks Führungstor brachte die Gäste zudem früh auf die Verliererstraße.
Trainer Horst Steffen sah dennoch das Positive. "Wir haben gut gespielt und die meiste Zeit auch gut verteidigt. Das war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung", so Steffen in der "ARD".
Seine Spieler müssen sich aber den Vorwurf gefallen lassen, gegen einen über weite Strecken biederen BVB wieder einmal nicht gallig genug auf Tore gewesen zu sein.
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Quelle: Perform



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