Eintracht Frankfurt selbstbewusst nach perfektem Bundesliga-Saisonstart: Darum werden die Hessen Bayern-Jäger Nummer eins

Mit einem perfekten Saisonstart, bestehend aus zwei Siegen, und viel Selbstbewusstsein im Gepäck reist Eintracht Frankfurt am dritten Spieltag zu Bayer Leverkusen. Wird die Partie am Freitagabend zum Aufeinandertreffen des alten Bayern-Herausforderers gegen den neuen? Eurosport.de erklärt im Taktik-Check, warum die Eintracht in dieser Saison ein ernsthafter Konkurrent für den Rekordmeister ist.

Bayern-Jäger im direkten Duell: Leverkusen gegen Frankfurt

Quelle: Perform

Sich auf Frankfurt vorzubereiten, ist eine komplexe Aufgabe. Kaum ein Team ist so variabel wie die Eintracht. Am Freitag geht es gegen den Bayern-Verfolger der vergangenen Saison, Bayer Leverkusen (ab 20:30 Uhr im Liveticker).
Es fängt schon bei der reinen Systemfrage an: Nominell agieren die Frankfurter in einem 4-2-3-1, doch auf dem Platz stellt sich das Ganze dann oftmals anders dar.
Mit Nnamdi Collins und Arthur Theate hat Dino Toppmöller gleich zwei Spieler für die Abwehr im Repertoire, die während des Spiels mehrere Rollen ausfüllen können.
Beide können sowohl als Innen- als auch als Außenverteidiger agieren. So kommt es oft vor, dass Frankfurt während des Spiels zwischen Dreier- und Viererkette wechselt.

Flexibilität und Tempo stellen den Gegner vor Probleme

Für den Gegner ist so etwas besonders schwer zu verteidigen, da man ständig die eigene Positionierung anpassen muss.
Neben der Raumaufteilung ist es auch die grundsätzliche Spielweise, die bei den Frankfurtern von hoher Flexibilität geprägt ist.
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Ritsu Doan im Eintracht-Dress

Fotocredit: SID

Mit Jean-Mattéo Bahoya, der mit 37,16 Kilometern pro Stunde den Topspeed der vergangenen Bundesliga-Saison erreicht hat, und Neuzugang Ritsu Doan hat die Eintracht enormes Tempo auf den Flügeln zu bieten.
Hinzu kommt Jonathan Burkardt in der Sturmspitze, der ebenfalls Stärken bei Wegen in die Tiefe hat. Wenig überraschend also, dass Frankfurt sehr gefährlich bei Kontern, aber auch bei schnellen und geradlinigen Angriffen ist.

Zetterer als elfter Feldspieler, Chaibi in neuer Rolle

Doch die Eintracht kann auch anders: Weil viele Kontrahenten sich vor diesem Tempo fürchten, stehen sie etwas tiefer und wollen so den Raum hinter der Kette verkleinern.
Frankfurt muss das Spiel machen und sich den Gegner zurechtlegen. Hier hat man zum Ende der vergangenen Saison schon einige Fortschritte erzielt und in der Saisonvorbereitung offenbar weiter an dem Punkt angesetzt. Die Eintracht lässt den Ball viel schneller und sicherer laufen als in der Vergangenheit.
Zwei Personalien sind mitentscheidend: Mit Michael Zetterer hat man einen der spielstärksten Torhüter verpflichtet, der selbst dann Lösungen findet, wenn der Gegner die Frankfurter Feldspieler allesamt in Manndeckung nimmt.
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Farès Chaibi ist einer der Unterschiedsspieler bei Eintracht Frankfurt.

Fotocredit: Imago

Und auch auf der Doppelsechs hat sich etwas getan: Farès Chaibi, eigentlich als offensiver Freigeist auf der Zehnerposition eingeplant, ist in Schweinsteiger-Manier eine Ebene nach hinten gerückt.
Der spielstarke Algerier scheint die ideale Ergänzung zu Hugo Larsson zu sein, der viele Wege zwischen den Strafräumen macht.

Eintracht im Einklang

Schon früh in der Saison sieht man, wie geschlossen die Frankfurter auftreten. Alles was sie tun, tun sie zusammen: Hohes Pressing, tiefes Verteidigen, umschalten nach Ballverlust.
Niemand bleibt stehen, überall scheint sofort der nächste Mitspieler zum Doppeln da zu sein: Mit Omar Marmoush und Hugo Ekitiké hat die Eintracht zwei Ausnahmespieler, die zweifellos Weltklassestürmer sein können, in Folge verloren. Bei all ihrer Klasse nahmen sich die beiden jedoch immer wieder Auszeiten.
Mit Doan und Burkardt hat Sportvorstand Markus Krösche zwei absolute Teamplayer neu dazugeholt. Anspringen des Gegners im hohen Pressing? Immer bereit. Weite Wege zurück, um wieder Anschluss ans Mittelfeld zu bekommen? Aus dem Lehrbuch.
Während die Offensivspieler sich hervorragend in die Defensive einordnen, funktioniert das Prinzip auch andersherum: Besonders Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen ist ein unermüdlicher Antreiber in der Offensive. Der Däne geht enorm weite Wege und taucht manchmal nur Sekunden nach der ersten Phase des Aufbaus ganz vorne auf.

Bahoya, Uzun und Collins starten durch

Collins (Sommer 2023), Bahoya (Januar 2024) und Uzun (Sommer 2024) sind schon eine Weile als vielversprechende Talente bei der Eintracht, wirken seit Saisonstart aber nun wie absolute Stützen der Mannschaft.
Collins mit seinem Tempo und seiner Körperlichkeit ist in der Defensive ein wichtiger Faktor, um hinter dem sehr offensiven Kristensen abzusichern. Bahoya begeistert vom linken Flügel mit seinen Hochgeschwindigkeitsdribblings und zeigt nun bei aller Kreativität und Spielfreude auch eine beeindruckende Ernsthaftigkeit in seinen Aktionen - wenig für die Galerie, alles zielstrebig und auf Torgefahr ausgerichtet.
Die überraschendste Entwicklung jedoch darf man Uzun attestieren. Als Toptalent aus Nürnberg geholt, stand er zu Beginn seiner Frankfurter Zeit klar im Schatten von Routinier Mario Götze. Uzun hat sich an das Tempo in der Bundesliga gewöhnt, trennt sich nun schneller vom Ball und muss seltener in körperliche Duelle. So kommt er wiederum häufiger in gefährliche Räume und kann dort seine Qualitäten beim letzten Pass oder beim Abschluss zeigen.
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Can Uzun hat den Durchbruch bei Eintracht Frankfurt geschafft.

Fotocredit: Imago

Aktuell deutet alles darauf hin, dass Frankfurt mit Uzun als Platzhirsch auf der Zehnerposition durch die Saison geht - und mit Götze einen erfahrenen Topspieler in der Hinterhand hat, der bei den sicherlich noch vorkommenden Formschwankungen und englischen Wochen seinen Wert zeigen wird.

Eurosport-Check: Frankfurts Erfolgsgeheimnis

Taktische Flexibilität, Kadertiefe, Intensität, eine gesunde Mentalität und das geplante/erhoffte Aufblühen einiger Jungstars: Eintracht Frankfurt bietet sehr viel an, was man für eine sehr gute Rolle in der Spitzengruppe der Liga braucht.
Gelingt es Toppmöller, seine Mannschaft weiterhin so lernwillig und intensiv zu halten, werden sie lange Zeit oben mitspielen - und sich vielleicht zum neuen Bayern-Jäger Nummer eins aufschwingen.
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SotipptderBoss: Bayern-Serie gegen den HSV hält

Quelle: Eurosport


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