FC Bayern: Den Worten von Uli Hoeneß zum Trotz - warum Nicolas Jackson dennoch eine Zukunft in München hat
Uli Hoeneß schlug Nicolas Jackson noch vor dem ersten Spiel für den FC Bayern München die Tür vor der Nase zu - oder? Tatsächlich artikulierte der Ehrenpräsident des deutschen Rekordmeisters im "Sport1-Doppelpass" auf undiplomatische Art lediglich die Fakten. Auf 40 Startelf-Einsätze wird Jackson an der Isar tatsächlich nicht kommen, was das Ende der Kaufpflicht bedeutet. Wertvoll ist er dennoch.
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Quelle: Eurosport
Es war ein Satz, der nur von Uli Hoeneß stammen konnte. "Das muss nur dann bezahlt werden, wenn der 40 Spiele von Anfang an macht - und die macht er nie!", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München vergangennen Sonntag im "Sport1-Doppelpass" mit Blick auf die Kaufpflicht über 65 Millionen Euro, die im Leihvertrag von Neuzugang Nicolas Jackson stehen soll.
Rumms. Der Klub-Patron schien den Zukunftsaussichten des Senegalesen an der Isar eine Absage erteilt zu haben. Und das noch bevor dieser eine einzige Minute im Trikot des deutschen Rekordmeisters absolviert hatte.
Was bei Hoeneß' Gepoltere jedoch unterging, war die Tatsache, dass der 73-Jährige damit keineswegs ausschloss, dass Jackson auch über den nächsten Sommer hinaus in der bayerischen Landeshauptstadt aufläuft.
FC Bayern Wird Jackson-Kaufpflicht vermeiden
Letztlich wollen die Münchner nur die horrende Kaufpflicht vermeiden. Nachvollziehbar für einen Stürmer, der es für Chelsea in 81 Spielen auf 30 Tore und zwölf Vorlagen brachte - und bei Bayern erstmal nur Ergänzungsspieler sein soll.
Das muss aber nicht bedeuten, dass in einem Jahr nicht erneut über Jackson verhandelt und dabei eine niedrigere Ablöse herausgeschlagen werden kann, sollte dieser im Saisonverlauf einen guten Eindruck hinterlassen.
Man darf also getrost davon ausgehen, dass, selbst wenn Jackson überraschend viele Spiele von Beginn an machen sollte, Cheftrainer Vincent Kompany die genaue Zahl jederzeit im Kopf hat. Und der Zähler bei spätestens 39 stehenbleiben wird.
Jackson ist ein Kane-Backup
Dass es überhaupt so weit kommt, darf ohnehin bezweifelt werden. Zwar ist Jackson aufgrund seiner Geschwindigkeit offensiv flexibel einsetzbar, kommt aber hauptsächlich als Entlastung für Dauerbrenner Harry Kane. Und wird im Winter auch noch beim Afrika-Cup weilen.
Über seine Lieblingsposition sagte Jackson auf seiner Vorstellungs-Pressekonferenz: "Ich bin offensichtlich eine Nummer 9, kann aber auch als zweite Spitze spielen. Ich möchte einfach nur der Mannschaft helfen und für den Trainer und den Verein spielen."
Kompany unterstrich mit Blick auf die Rolle des Offensiv-Allrounders: "Wir sind im Sturm sehr flexibel. Sein Profil passt perfekt zu uns, er kann mit jedem zusammen spielen. Er wird in dieser Saison eine wichtige Rolle spielen."
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Nicolas Jackson kümmert sich nicht um die Aussagen von Uli Hoeneß zu seiner Leihe
Fotocredit: Getty Images
Der Engländer startete in der vergangenen, durch die Klub-WM zusätzlich aufgeblähten Spielzeit in 46 von 56 Pflichtspielen. In dieser Saison können die Bayern noch maximal 54 Partien absolvieren, wenn es in der Champions League erneut nicht mit dem direkten Sprung in die K.o.-Runde klappt und man sowohl in der Königsklasse als auch dem DFB-Pokal das Finale erreicht.
Zwar blieb Kane in seiner Karriere bisher weitgehend von Verletzungen verschont, aber ein Restrisiko bleibt. Niemand ist vor Unfällen à la Jamal Musiala gefeit und selbst eine Tormaschine wie Kane braucht ab und zu eine Pause.
Diese Möglichkeit bietet Jackson nun, nachdem man den unerfahrenen Jonah Kusi-Asare last minute noch an den FC Fulham verlieh.
Jackson bietet Geschwindigkeit
Zumal die neue Nummer elf der Bayern das Team auch in puncto taktische Variabilität verstärkt.
Der senegalesische Nationalspieler ist deutlich schneller als Kane und bietet Trainer Kompany damit eine weitere Alternative zu Serge Gnabry, der als Sturmspitze bislang nicht überzeugen konnte.
Durch das Leihgeschäft (16,5 Millionen Euro Leihgebühr, von der die Jackson-Seite laut Hoeneß selbst drei Millionen übernahm) vertagte Bayern das Problem "Verjüngungskur im Angriff" einfach um ein Jahr, nachdem man mit ansehen musste, wie Wunschobjekt Nick Woltemade für 90 Millionen Euro zu Newcastle United ging. Eine Summe, die der Ex-Stuttgarter laut Hoeneß "nicht wert" sei.
Macht's Kane wie Lewandowski?
Jackson jedenfalls sollte sich von den Worten des Ehrenpräsidenten nicht entmutigen lassen. Der Senegalese hat auch so eine reelle Chance, sich beim FC Bayern über die Saison hinaus für weitere Aufgaben zu empfehlen.
Er passe, sagte Eberl, "mit seiner Dynamik und Präsenz sehr gut in unser Anforderungsprofil, ist hungrig und wird sofort eine Verstärkung sein". Sportdirektor Christoph Freund lobte ein "großes Spektrum" bei Jackson. Zudem sei der Nationalspieler, der bei Villarreal in Spanien zum Profi wurde, "ein offener, positiver Typ. Er wird keine Anpassungsschwierigkeiten haben."
Mit 24 Jahren passt der Angreifer auch durchaus ins Beuteschema der Münchner; und 2026 wird die Notwendigkeit eines Backups für den dann 33-jährigen Kane nicht kleiner - sollte dieser nach der WM 2026 überhaupt noch weiter in der bayerischen Landeshauptstadt spielen. Gerüchte um einen Abgang des Superstars flammen jedenfalls immer wieder auf.
Zum Vergleich: Auch Robert Lewandowski hatte die Münchner 2022 33-jährig in Richtung FC Barcelona verlassen. Und so ist es auch nicht nur als Floskel zu verstehen, wenn Jackson sagt: "Ich habe große Ziele und Träume hier." Hoeneß' Worten zum Trotz.
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Quelle: Perform
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