Eintracht Frankfurt trennt sich von Trainer Albert Riera - Spanier muss nach nur dreieinhalb Monaten wieder gehen

Bundesligist Eintracht Frankfurt hat die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Albert Riera nach nur dreieinhalb Monaten wieder beendet. Das gab der Verein einen Tag nach dem letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart (2:2) bekannt. Die Trennung galt schon zuvor als wahrscheinlich: Riera fehlte im Umfeld jeglicher Rückhalt, zudem verpasste man erstmals seit sechs Jahren die Qualifikation für Europa.

Albert Riera von Eintracht Frankfurt

Fotocredit: Getty Images

Das spanische Missverständnis dauerte nur 104 Tage: Eintracht Frankfurt hat die Reißleine gezogen und seinen von Beginn an umstrittenen Trainer Albert Riera vor die Tür gesetzt.
Der 44 Jahre alte Mallorquiner hatte seinen Job als Nachfolger von Dino Toppmöller erst am 1. Februar angetreten, sein mangelnder Rückhalt im Umfeld und der sportliche Misserfolg machten die Trennung für den Fußball-Bundesligisten alternativlos.
"Nach intensiven Gesprächen sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden", sagte Sportvorstand Markus Krösche, der mit der Verpflichtung von Riera vor dreieinhalb Monaten für eine Überraschung gesorgt hatte.
"Albert und sein Team haben uns durch ihre akribische Arbeit zudem wertvolle Impulse gegeben, wofür wir uns ausdrücklich bedanken möchten. Gleichzeitig sind wir nach einer offenen und ehrlichen Analyse der sportlichen Entwicklung zu dem Schluss gekommen, dass wir zur kommenden Saison einen anderen Weg einschlagen möchten."

Fans gegen Riera: "Danke für nichts"

Schon in den vergangenen Wochen hatte Krösche ein Bekenntnis stets vermieden. "Wir lassen das heute erstmal sacken und werden dann natürlich in die Analyse gehen. Dann schauen wir mal, wie wir das angehen", hatte er nach dem Saisonabschluss gegen den VfB Stuttgart (2:2) gesagt.
Der unkonventionell auftretende Riera eckte in seiner kurzen Zeit bei den Hessen immer wieder an. Neben sportlichen Defiziten wurden dem Exzentriker interne Unstimmigkeiten zur Last gelegt. Zuletzt vor allem mit Stürmer Jonathan Burkardt. Auch mit den Medienvertretern legt sich der Ex-Profi an. Unter anderem fiel Riera bei einer bizarren Pressekonferenz mit einer Wutrede auf. Dabei bezeichnete er die Berichterstattung rund um den Klub als "totalen Bullshit".
Immer wieder appellierte er zwar an die Anhänger, der Verein müsse zusammenhalten. Doch im Saisonfinale hatten die Fans ausgedrückt, was sie von ihrem Trainer hielten. Erst schallten laute Pfiffe durch das Stadion, als Rieras Name bei der Mannschaftsaufstellung ertönte, dann präsentierte die Fankurve ein eindeutiges Plakat. "Nada de gracias, Alberto" (sinngemäß: "Danke für nichts, Alberto") stand darauf.

Krösche nach Riera-Missverständnis unter Druck

"Ich übernehme als Trainer die Verantwortung für die sportlichen Ergebnisse", wird Riera in der Klubmitteilung zitiert. "Ich hatte das Gefühl, den Klub und die Spieler schützen zu müssen, und ich würde jederzeit wieder genauso handeln. Persönliche Interessen spielten für mich dabei keine Rolle."
Obwohl Krösche bei der Präsentation Rieras große Hoffnungen in den neuen Coach gesetzt hatte, gab es keinen spürbaren Aufschwung.
Deshalb geriet zuletzt auch der Sportchef in die Kritik. Neben einem zu teuren und zu schwach besetzten Kader verantwortet Krösche auch den fatalen Fehler bei der Verpflichtung des neuen Trainers
(SID)
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Quelle: SNTV


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