Drei Dinge, die beim Sieger der Bayern gegen Augsburg auffielen: Serge Gnabry ist der Gewinner des Transferfensters

Der FC Bayern liefert in Augsburg fast ein Spiegelbild seines Pokalauftritts ab. Die herausragend besetzte Offensive scheint nicht zu stoppen - und hat mit Serge Gnabry einen heimlichen Gewinner des Sommers in petto. Doch defensiv wartet noch viel Arbeit auf Trainer Vincent Kompany. An sich arbeiten kann überdies der neue Nationaltorhüter Finn Dahmen, der von Manuel Neuer eine Lehrstunde erhielt.

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Quelle: Perform

Der FC Bayern München hat auch das zweite Spiel der Saison gewonnen. Beim FC Augsburg setzte sich der Rekordmeister mit 3:2 (2:0) durch. Trotz einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung mussten die Bayern aufgrund defensiver Unzulänglichkeiten aber bis zum Ende zittern. Für Augsburg war es die erste Niederlage unter dem neuen Trainer Sandro Wagner.
Serge Gnabry brachte die Bayern nach feiner Vorarbeit von Harry Kane per Kopfball in Führung (28.). Diese baute Neuzugang Luis Díaz mit seinem zweiten Saisontor kurz vor dem Seitenwechsel aus (45.+4). Mit dem 3:0 durch Michael Olise (48.) schien das Spiel entschieden.
Doch Augsburg kam kurz danach durch Kristijan Jakic (53.) noch einmal heran und sorgte mit dem Anschlusstreffer durch Mert Kömür (76.) für eine spannende Schlussphase. Am Ende stand aber ein verdienter Sieg der Münchner.
Drei Dinge, die beim 3:2-Sieg des FC Bayern in Augsburg auffielen.

1. Geniale Offensive überdeckt altbekannte Defensivprobleme

Aus Sicht des FC Bayern muss man sagen: Es ist nicht immer Auftaktspiel. Gegen Leipzig fiel das Toreschießen leichter. Im Vergleich zum berauschenden 6:0 gegen RB hatten die Münchner in Augsburg mehr klare Möglichkeiten (xG-Wert 3,5) - aber die Chancenverwertung war ab der ersten Minute, als Luis Díaz das 1:0 hätte machen müssen, wie schon im Pokal bei Wehen Wiesbaden (3:2) ungenügend.
Dazu zeigte der Gegner etwas mehr Gegenwehr als die hilflosen Leipziger. Dass die Bayern aber auch in diesem Spiel bis zum Schluss zittern mussten, hatten sie sich erneut selbst zuzuschreiben.
Wie gegen Wehen Wiesbaden schaffte es die Kompany-Auswahl nicht, das Spiel kontrolliert und souverän nach Hause zu spielen. Am Ende standen wieder zwei sehr einfache Gegentore, bei denen die Konsequenz im Zweikampf fehlte und die Bayern auch dank individueller Fehler (Sacha Boey) kräftig mithalfen.
Torhüter Manuel Neuer nervten die Gegentreffer im "Sky"-Interview "extrem". Aber der Kapitän stellte vor allem die offensive Stärke heraus. "Es ist ein gutes Zeichen, dass wir uns so viele Chancen erarbeiten. Wir haben viel liegen lassen. Auf Strecke werden wir die Dinger reinhauen."
Die Münchner werden an dieser Unwucht in ihrem Spiel arbeiten müssen, um auf Dauer erfolgreich spielen zu können. Noch funktioniert die Gleichung: Vorne einfach mehr schießen als hinten bekommen. Aber historisch gesehen haben sich nicht nur erfolgreiche Bayern-Mannschaften durch defensive Stabilität ausgezeichnet.
Dazu kommt, dass die defensive Anfälligkeit ein altbekanntes Problem ist, das es bereits unter den vorherigen Trainer gab und das auch Vincent Kompany in seiner ersten Saison nicht abstellen konnte.
Kompany zeigte sich ob der "vielen, vielen, vielen Chancen" zufrieden, adressierte aber auch die Schwierigkeiten in der Defensivarbeit. "In diesem Moment, wo wir noch ruhig verteidigen müssen, da gibt es noch Arbeit. Es ist eine Sache von Ruhe. In gewissen Momenten Tempo rausnehmen, Flanke verteidigen und dann geht’s wieder nach vorne."
Noch darf er aufgrund der kurzen Vorbereitung und der ungewöhnlichen Umstände mit der Klub-WM auf mildernde Umstände plädieren, aber im zweiten Jahr wird der Anspruch an ihn sein: Die Defensive stabilisieren, um nicht immer drei oder mehr Tore für einen Sieg schießen zu müssen.
Auch wird er sich die Frage gefallen lassen müssen, warum Boey immer wieder spielen darf, obwohl er regelmäßig entscheidende Fehler vor Toren begeht, während andere Spieler nicht oder weniger zum Zug kommen. Der Belgier ist auf jeden Fall überzeugt: "Es ist nicht perfekt, aber wir kriegen das hin."

2. Gnabry Gewinner des Sommer-transferfensters

Harry Kane blieb in seinem 100. Pflichtspiel für den FC Bayern tatsächlich ohne Treffer. Dennoch gehörte er auch in Augsburg wieder zu den besten Spielern seiner Mannschaft. Sein Wert für die Mannschaft bemisst sich trotz seiner Abschlussqualität nicht allein an seinen geschossenen Toren.
In Augsburg servierte er praktischerweise Serge Gnabry den Ball vor dem 1:0 so butterweich, dass dieser mit seinem Treffer ebenfalls seinen neu gewonnen Wert fürs Team dokumentieren konnte.
Schon gegen Leipzig spielte Gnabry eine wichtige Rolle im gut funktionierenden Offensivspiel der Bayern, schaffte es aber anders als Kane (3), Olise (2) und Luis Díaz (1) nicht in die Torschützenliste.
Klar scheint aber nach dem Auftakt in die Saison: Gnabry ist der Gewinner dieses Sommertransferfensters beim FC Bayern.
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Serge Gnabry gehört zu den Gewinnern des Sommer-Transferfensters beim FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Nach den Abgängen von Thomas Müller, Kingsley Coman und Leroy Sané und in Abwesenheit des verletzten Jamal Musiala ist Gnabry als hängende Spitze gesetzt. Diese Sicherheit und das Vertrauen des Trainers scheinen ihm gutzutun. Außerdem wirkt der 30-Jährige fit und bereit, sich in diesem Jahr in München noch einmal neu zu erfinden.
Der erste Eindruck dieser Saison hat ihm auch einen Platz im DFB-Kader und ein explizites Lob von Bundestrainer Julian Nagelsmann verschafft. Sané muss dagegen zuschauen und hat vom Bundestrainer einen klaren Leistungsauftrag in der weniger hochklassigen türkischen Liga bekommen. Vorteil Serge Gnabry.

3. Lehrstunde vom Allerbesten für Nationaltorhüter Dahmen

Die Woche hielt einen frühen Höhepunkt für Finn Dahmen bereit: Julian Nagelsmann berief den Augsburger Torhüter in den Kader für die anstehenden Länderspiele. Ein Traum gehe für ihn in Erfüllung, meinte der Keeper.
Der alltägliche Arbeitstag am Samstag lief dagegen nicht ganz so traumhaft - auch weil es ins direkte Duell mit dem vermutlich immer noch besten deutschen Torhüter, Manuel Neuer, ging und dabei Mängel besonders augenscheinlich werden.
Es war alles andere als eine unterirdische Leistung des Augsburger Schlussmanns, vor allem im Eins-gegen-eins zeigte er, warum er sich im Dunstkreis der Nationalmannschaft bewegt. Er verhinderte so eine höhere Niederlage.
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Parierte stark, offenbarte aber auch Schwächen: Neu-Nationaltorhüter Finn Dahmen

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Aber besonders im Spiel mit dem Fuß offenbarte Dahmen gegen die Bayern deutliche Schwächen. In der 3. Minute hatte er Glück, dass sein verunglückter Pass direkt auf Olise vom Franzosen nicht bestraft wurde und Dahmen den harmlosen Abschluss noch parieren konnte.
Konsequenter nutzten die Bayern dagegen den zweiten schlechten Abschlag in der zweiten Halbzeit, als Dahmen Luis Díaz den Ball servierte und er beim folgenden Abschluss von Olise zum 0:3 auch nicht ideal aussah.
Dagegen Neuer: Fand eine fantastische Lösung in der Entstehung des ersten Treffers, als er unter Druck den Ball nicht einfach auf die Tribüne oder ins Mittelfeld drosch, sondern mit links technisch herausragend Kimmich anspielte und so den Spielaufbau beschleunigte.
Trotzdem fand Neuer nach dem Spiel bei "Sky" nur lobende Worte für Dahmen, der die Nominierung absolut verdient hätte: "Der soll einfach so halten, wie er hier auch gehalten hat. Ich meine, gegen Wiesbaden hatte man einen Torwart als MVP und heute hat er (der Keeper des Gegners, A.d.R.) wieder seinen Job gut gemacht. Das hat man gesehen. Er hat sich das verdient und ich wünsche ihm alles Gute dafür."
Für Dahmen war das Spiel auf jeden Fall etwas Besonders. "Manuel Neuer hat meine Jugend sehr geprägt. Seitdem ich denken kann, war er im Tor. Er war früher als Kind immer ein Vorbild, wo man hochgeschaut hat. Es ist mega cool, gegen ihn zu spielen."
Jetzt heißt es: Lernen vom Besten.
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Quelle: Perform


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