FC Bayern - Mentalitätsmonster Joshua Kimmich wird im Saisonendspurt zum X-Faktor: Wenn selbst der Gegner schwärmt
In den vergangenen Wochen drehte sich beim FC Bayern vieles um die überragende Offensivabteilung um Harry Kane, Luis Díaz und Michael Olise, bisweilen wurde auch das Tauziehen um Dayot Upamecano oder Manuel Neuers Zukunft thematisiert. Über Joshua Kimmich redete zuletzt kaum jemand. Das änderte sich nach dem Spitzenspiel in Dortmund, wo X-Faktor Kimmich selbst die Gegner zum Staunen brachte.
Kovac adelt Kimmich: "Der kleine, aber feine Unterschied"
Quelle: Perform
Auch nach dem Schlusspfiff übernahm Joshua Kimmich die Initiative. In dicker Winterjacke führte der Siegtorschütze seine Teamkollegen zur Münchner Kurve in Dortmund und hüpfte ausgelassen vor den Bayern-Fans - es sah aus wie eine vorgezogene Titelparty, auch Trainer Vincent Kompany schaute interessiert aus der Nähe zu.
Zweifel an der 35. Meisterschaft des Rekordchampions hat Kapitän Kimmich ohnehin nicht mehr. "Jetzt haben wir elf Punkte Vorsprung. Das werden wir nicht mehr abgeben", sagte der 31-Jährige nach dem 3:2 (0:1) im Bundesliga-Klassiker bei der Borussia am "Sky"-Mikrofon.
Dass niemand bisher ein solches Polster noch verspielte, werde "so bleiben", ergänzte er im Brustton der Überzeugung.
Dass der letzte Verfolger schon zehn Runden vor Schluss abgehängt ist, lag vor allem an Matchwinner Kimmich, der sogar den Doppeltorschützen Harry Kane auf dessen Jagd nach dem Bundesliga-Rekord in den Schatten stellte.
Kovac schwärmt von Kimmich: "Weltklasse"
"Weltklasse" sei die Leistung des Nationalmannschaftskapitäns gewesen, schwärmte sogar der Trainer des Gegners. "Andere hauen das Ding unters Dach", sagte BVB-Coach Niko Kovac über Kimmichs Volleyschuss mit links zur späten Entscheidung (87.), "er haut das Ding ins Tor".
Er habe sich nur darauf "konzentriert, den Ball vernünftig zu erwischen, da ist nicht viel mit Zielen", sagte Kimmich selbst über sein Traumtor - bereits sein zweiter sehenswerter Siegtreffer in Dortmund nach dem Lupfer im Mai 2020 zum 1:0. Nicht weniger begeistert war Kovac vom Chipball vor dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Kane (54.) - und stellte zu Recht fest: "Der kleine, aber feine Unterschied war Jo Kimmich."
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Joshua Kimmich (l.) traf in Dortmund zum 3:2 für den FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Der Gefeierte befand, ganz Perfektionist, kritisch, dass "es nicht unser bestes Spiel war", der Sieg aber "wichtig für die Mentalität, für den Zusammenhalt" sei, "das schweißt zusammen". Dass dabei Kane, der zudem per Foulelfmeter traf (70.), mit seinem vierten Doppelpack in Folge ein weiteres Kapitel Bundesligageschichte schrieb und mit 30 Toren nach 24 Spielen die Saisonbestmarke von Robert Lewandowski (41 in 2020/21) jagt, ging fast ein wenig unter.
Kimmich im Schatten von Kane und Co.
Zu sehr drückte Kimmich - nicht nur wegen der beiden Torbeteiligungen - dem Spiel seinen Stempel auf. Dabei war er es eigentlich, der - ob der Kane'schen Brillanz - in den vergangenen Wochen in den Hintergrund gerückt war, die Strippen im Verborgenen zog.
Doch jetzt, da die Meisterschaft entschieden ist und die Spielzeit in die entscheidende Phase geht, an deren Ende im Idealfall nicht nur die Schale, sondern erstmals seit sechs Jahren wieder Henkelpott und DFB-Pokal ihren Weg in die Isarmetropole finden, wird Kimmich mehr und mehr zum X-Faktor.
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Joshua Kimmich gewann 2020 mit dem FC Bayern die Champions League
Fotocredit: Getty Images
Kimmich, der in Abwesenheit von Kapitän Manuel Neuer als Spielführer agiert, verfügt über die nötige Erfahrung, weiß um vorzeitig entschiedene Meisterschaften und die daraus folgende Aufgabe, die Spannung auch im Bundesliga-Alltag hochzuhalten, damit neben der Pflicht eben auch die Kür namens Champions League gelingt.
Kimmich über BVB-Duell mit Atalanta: "War schon im Bett"
Dementsprechend richtet der Dauerbrenner den Blick bereits auf das anstehende Achtelfinal-Duell in der Königsklasse mit BVB-Bezwinger Atalanta Bergamo: "Die Dortmunder meinten gerade, dass der Platz dort relativ schlecht ist", verriet er.
Eigentlich hätte Kimmich sich - zumindest am TV-Gerät - selbst einen Eindruck über das nicht ganz einwandfreie Geläuf machen können, allerdings habe er die Begegnung zwischen Atalanta und Dortmund verpasst. Er sei bereits im Bett gewesen, erklärte der gebürtige Rottweiler und sorgte bei den Anwesenden für Fragezeichen - denn: Das Spiel in Norditalien war am vergangenen Mittwoch bereits um 18:45 Uhr angepfiffen worden.
In anderthalb Wochen, wenn er und seine Kollegen selbst in der New Balance Arena zu Bergamo ran müssen, wird Kimmich, das ewige Mentalitätsmonster, jedenfalls ausgeschlafen sein.
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(mit SID)
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Quelle: Perform
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