FC Bayern: Konrad Laimer spielt um neuen Vertrag und mehr Gehalt - doch Einigung mit Rekordmeister könnte dauern
Update 13/03/2026 um 08:11 GMT+1 Uhr
Konrad Laimer ist die Allzweckwaffe des FC Bayern, bringt als Rechts- oder Linksverteidiger überwiegend stabile bis herausragende Leistungen. Dafür möchte der Österreicher in einem neuen Vertrag ab Sommer 2027 wie so viele seiner Mitspieler entsprechend entlohnt werden. Was ihm hilft: Vereinspatron Uli Hoeneß ist Laimer-Fan. Doch Sportvorstand Max Eberl bremst: "Momentan ruhen die Gespräche".
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Quelle: Perform
Konrad Laimer wurde in Bergamo zur Pause ausgewechselt, eine Vorsichtsmaßnahme wegen einer in der ersten Halbzeit erhaltenen Gelben Karte. Macht Bayern-Trainer Vincent Kompany sehr oft.
Nur nichts riskieren, bloß keine Unterzahl. Laimer, im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League wieder einmal als Linksverteidiger aufgestellt, hatte obendrein nicht seinen besten Tag erwischt. Ein paar Ballverluste und unterlegene Zweikämpfe. Der 28-Jährige kann es besser.
In der zweiten Halbzeit sah man Laimer in der "New Balance Arena" von Bergamo jedoch als den Typus Spieler, für den er bekannt ist – auch, wenn er nicht auf dem Platz steht: Teamplayer Konni.
Als beim 6:1-Erfolg der Bayern in der Lombardei nacheinander Alphonso Davies (Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur im rechten Bein), Jamal Musiala (Schmerzreaktion am im Sommer verletzten Sprunggelenk) sowie Torhüter Jonas Urbig (Gehirnerschütterung) den Platz verlassen mussten, tröstete Laimer seine Kollegen.
Da reicht ein Blick. Hier ein Klaps, dort eine Umarmung. Laimer versteht sich als eine Art Kitt in der Kabine, er kann mit nahezu jedem – nicht nur wegen seines Hobbys Golfen, das ihn mit Harry Kane verbindet und bis letzten Sommer intensiv mit Thomas Müller, der nun seine Schwünge in Kanada durchzieht.
Laimer muss verletzten Davies ersetzen
Trotz des Kantersieges in Bergamo war die Stimmung in der Bayern-Mannschaft gedämpft, als man sich bei den mitgereisten Fans bedankte. Laimer & Co. sprachen schon vor der Kurve über die Blessuren ihrer Mitspieler. Laimer hatte wohl die berühmten "Mixed Emotions" in sich.
Das passende Meme dazu wäre: Wenn er nachdenkt, etwa als Gegenüber in einer Interview-Situation, krault er sich gerne seinen Vollbart. Aufgrund des neuerlichen Malheurs von Dauer-Pechvogel Davies, der im Februar bereits wegen eines Muskelfaserrisses ausgefallen war, wusste Laimer sofort: Die Rolle links hinten als Davies-Ersatz wird er auch in den nächsten Spielen von Kompany zugewiesen bekommen – außer Tom Bischof (20) darf sich beweisen und Spielpraxis sammeln.
Apropos sammeln: Für Laimer ist es die Gelegenheit, sich Spiel für Spiel weiterzuempfehlen. Für einen neuen Vertrag, für eine höhere Vergütung.
Einst kam er als Sechser nach München
Die Physis, seine Laufbereitschaft und sein unbedingter Einsatzwille machen ihn so wertvoll – und das macht ihn teuer. Der Handel hat begonnen. Es geht um den nächsten Vertrag des Österreichers, dessen aktuelles Arbeitspapier im Juni 2027 ausläuft.
Die Sterne stehen gerade günstig für den Allrounder, der im Sommer 2023 als Sechser ablösefrei von RB Leipzig nach München kam und sich mittlerweile in der Startelf als Rechtsverteidiger unverzichtbar gemacht hat.
Wenn es sein muss, dann tauscht Laimer – manchmal auch mitten im Spiel – die Seiten und verteidigt links. Auch kein Problem. In seiner Heimat, Laimer stammt gebürtig aus Salzburg, nennt man so einen – auf Fußballneudeutsch – polyvalenten Spieler einen Wunderwuzzi, einen Allrounder, einen Tausendsassa.
"Ich bin jemand, der das annimmt und dort dann alles raushaut, egal wo mein Platz auf dem Rasen gerade ist", sagte er einmal und erzählte, begleitet von einem Grinsen, das in ein lautes, herzhaftes Lachen mündet: "Hinten habe ich alles durch, im Mittelfeld habe ich alles durch, links vorne habe ich gespielt, rechts vorne habe ich gespielt – nur Neuner und Torwart fehlen mir, aber ein paar Jährchen habe ich ja noch."
Müller schwärmte stets vom "Konni-Laimer-Feeling"
Seine Flexibilität, seine Anpassungsfähigkeit und sein Spielverständnis machen ihn doppelt wertvoll. Im Frühjahr 2024 sprach Thomas Müller nach dem Weiterkommen in der Champions League gegen den FC Arsenal vom "Konni-Laimer-Feeling", weil dieser "den Ödegaard wie einen Hund gejagt hat". Laimer ist kein Weg zu weit, keine Grätsche zu viel. Ein echter Gewinn, ein echter Teamplayer.
Für seine konstant guten bis sehr guten Leistungen möchte Laimer in Zukunft besser entlohnt werden. Ende Mai wird er 29, es dürfte sein letzter und wohl dickster Vertrag werden. Laimers Berater, die in Grünwald bei München ansässige Agentur "ROOF", die auch die Bayern-Profis Serge Gnabry, Leon Goretzka und Jonas Urbig betreut, weiß, was ihr Klient wert ist.
Und sie kennen sämtliche Gehälter. Gnabry hat im Februar zu leistungsbezogenerem Salär bis 2028 verlängert, die Wege von Goretzka und Bayern trennen sich nach Saisonende. Beides verlief – anders als der zähe Poker im Fall der Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano – relativ geräuschlos. Auch bei Laimer? Nein.
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Konrad Laimer (r.) geht giftig in den Zweikampf
Fotocredit: Getty Images
Eberl: "Gespräche gab es, momentan ruht's"
"Wir würden gerne mit Konni verlängern. Gespräche gab es, momentan ruht's", sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl am Montag vor der Abreise nach Norditalien und erklärte: "Man hat Vorstellungen, wir haben Vorstellungen, die müssen zusammenpassen in irgendeiner Art und Weise. Das tun sie momentan nicht, aber das ist auch nicht schlimm."
Klingt nach harten Verhandlungen. Laimer und seine Berater haben zwei Trümpfe in der Hand. Erstens: Uli Hoeneß, der Vereinspatron, schätzt Laimer und seine Spielweise. Wie früher bei Hasan Salihamidzic. Wer rennt und grätscht, wer sich aufopfert, der hat bei Hoeneß einen Stein im Brett.
Zweitens: Die kostspieligen Vertragsverlängerungen der letzten 13 Monate bei den Bayern (Jamal Musiala, Joshua Kimmich, Alphonso Davies und zuletzt Upamecano) samt happiger Unterschriftsboni zeigen der Laimer-Seite: Da geht was. Leistung lohnt sich. Auch wenn die Vereinskasse ordentlich belastet wurde.
Hört Neuer auf? Was das mit Laimer zu tun hat
Auf der anderen Seite konnten im Sommer 2025 von der Gehaltsliste gestrichen werden: Die Top-Verdiener Thomas Müller (nach Vertragsende ablösefrei zu den Vancouver Whitecaps), Kingsley Coman (für rund 30 Millionen Euro Ablöse zu Al-Nassr in Saudi-Arabien) sowie Leroy Sané (nach Vertragsende ablösefrei zu Galatasaray Istanbul).
Aber was wird aus Kapitän und Torhüter Manuel Neuer (39)? Hat dessen Entscheidung über eine Fortsetzung seiner Karriere für eine weitere Saison Einfluss auf die Verhandlungsstrategie der Bosse im Fall Laimer?
Indirekt. Hört Neuer Ende Mai auf, ist die Kasse der Münchner mit Blick auf die kommende Saison natürlich etwas üppiger gefüllt. Und der Job von Eberl ist es ja nach wie vor, den Kader überschaubar bis straff zu halten und die Gehälter auf lange Sicht zumindest nicht weiter explodieren zu lassen.
Dennoch wissen sie bei den Bayern, dass dieser ehrgeizige Laimer, dieser Teamplayer, der sich so gut eingefunden hat und keine großen Worte spuckt, eine Gehaltserhöhung verdient hätte. "Grundsätzlich bin ich einer, der Energie und Einstellung mitbringt und immer gewinnen will", sagte Laimer einmal über sich, "das beschreibt den FC Bayern – und so bin ich auch."
Passt gut zusammen. Dennoch: Der Vertragspoker könnte sich eine Weile hinziehen.
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