FC Bayern: Michael Olise weckt Begehrlichkeiten von Real Madrid und Co. - An ihm entscheidet sich der Status des FCB
Update 09/06/2026 um 10:57 GMT+2 Uhr
Der aggressive Flirt von Real Madrid mit Michael Olise stellt den FC Bayern München auf die Probe: Der deutsche Rekordmeister will sich selbst bei schwindelerregenden Angeboten treu bleiben und nimmt sich weiterhin als Verkäuferverein wahr. Für das Image des FCB wäre eine Standhaftigkeit in dieser Causa von großer Bedeutung - wobei die Erinnerungen an einen gewissen Franck Ribéry hilfreich sind.
Eberl hält an Olise-Versprechen fest: "Unverkäuflich"
Quelle: Perform
Ein französischer Flügelspieler im Trikot des FC Bayern, der die Fußballwelt verzückt. Die Geschichte wiederholt sich in München - und das nicht nur auf dem Rasen.
Nachdem vor 17 Jahren einst ein gewisser Franck Ribéry trotz schwindelerregender Angebote für unverkäuflich erklärt wurde, erhielt nun auch sein Landsmann Michael Olise ebenjenes Prädikat.
"Michael ist ein Spieler von Bayern München, der noch einen langen Vertrag hat - und wir sind kein Verkäuferverein", erklärte Vereinspräsident Herbert Hainer jüngst bei einem Fanclubbesuch in der Oberpfalz. "Sollte uns Florentino Pérez ein Angebot schicken wollen - was bisher ja nicht der Fall ist - kann er sich das sparen."
Grund für die Töne in Richtung Real Madrid: Vereinspräsident Pérez hat seine Wiederwahl mit einem Rekordangebot von 150 Millionen Euro für einen Top-Spieler verbunden. Am Sonntag wurde der 79-Jährige in seinem Amt bestätigt - und Olise wird neben Julián Álvarez (Atlético Madrid), Vitinha und Désiré Doué (beide Paris Saint-Germain) als mögliches Ziel seines Versprechens gehandelt.
Höchster Marktwert, langer Vertrag: FC Bayern am längeren Hebel
Dass ein Spieler vom Format Olise Begehrlichkeiten bei den ganz großen Fischen im Teich weckt, ist selbsterklärend.
In der abgelaufenen Saison kam der 24-Jährige in 52 Pflichtspielen für den FC Bayern auf außergewöhnliche 22 Tore und 31 Vorlagen, wodurch er seinen Marktwert auf 150 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.com) trieb. Kein anderer Spieler im Kader des deutschen Rekordmeisters ist wertvoller.
Sollte dem hochtalentierten Rechtsaußen mit der französischen Nationalmannschaft, für die er im Testspiel gegen Nordirland (3:1) einen Dreierpack schnürte, bei der WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA der ganz große Wurf gelingen, wäre er im Rennen um den Ballon d'Or sogar der Topfavorit.
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Bei der Nationalmannschaft Kollegen, auf Klubebene auf absehbare Zeit nicht: Michael Olise und Kylian Mbappé
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Im Falle einer so historischen Krönung - die Weltmeisterschaft galt schon immer als Auslöser für monströse Deals - würde die Schlange an Interessenten vor der Geschäftsstelle an der Säbener Straße gewiss länger werden. Angesichts der finanziellen Dimension wäre diese aber nur auf ausgewählte Klubs wie Real Madrid, Paris Saint-Germain, Manchester City und den FC Liverpool beschränkt.
Aber auch in einem Poker mit derart elitären Klubs säße der FC Bayern am längeren Hebel. So läuft der Vertrag von Olise bis 30. Juni 2029, eine Ausstiegsklausel enthält das Arbeitspapier nicht.
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Deschamps: Olise "strotzt vor Selbstvertrauen"
Quelle: Perform
Ein Nein des Klubs würde also selbst in dieser schnelllebigen Welt tatsächlich "Nein" bedeuten - auch wenn den Fans noch ein Bekennen zum Verein seitens des bekanntlich wortkargen Franzosen fehlt.
Michael Olise: Kein Angebot lässt Bayern zucken
Mit Blick auf die Aussagen der Verantwortlichen des Vereins ist eine Absage in allen Fällen das wahrscheinlichste Szenario.
"Der kann fünf Augen auf Olise werfen, der kriegt ihn nicht", posaunte Ehrenpräsident Uli Hoeneß im Rahmen des DFB-Pokalfinals gegen den VfB Stuttgart (3:0) in Richtung Real Madrid und alle künftigen Interessenten. "Er bleibt unverkäuflich."
Nun mag so manch einer denken: Bei einem Angebot im Bereich des noch bestehenden Weltrekords von 222 Millionen Euro, die einst von Paris Saint-Germain für Neymar Jr. an den FC Barcelona überwiesen wurden, würden die Bayern sicherlich ins Wanken geraten. Doch auch für dieses Gedankenspiel hatte Hoeneß eine Antwort parat.
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Michael Olise zählt mittlerweile zu den besten Spielern der Welt
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"Wir spielen dieses Spiel für unsere Fans. Wir haben 430.000 Mitglieder, wir haben viele Millionen Fans auf der ganzen Welt, und es nützt ihnen wenig, wenn wir 200 Millionen auf dem Konto haben und jeden Samstag deswegen schlechter Fußball spielen", sagte er. Das Selbstverständnis eines Klubs, der sich nicht als Verkäuferverein wahrnimmt.
Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Rummenigge unterstrich derweil Ende April: "Für einen Spieler wie Olise gibt es kein Preisschild, das uns zucken lassen würde."
Bayern will den "Fehler Kroos" nicht wiederholen
Dabei erinnerte der 70-Jährige an die zuvor erwähnte Geschichte zu Ribéry.
Das vom FC Chelsea vorliegende Angebot "wäre damals ein Transfer-Weltrekord gewesen", sagte Rummenigge im Interview mit "t-online". "An diesem Tag haben wir dann etwas Grundsätzliches entschieden: Dass wir in Zukunft keinen Spieler mehr verkaufen werden, den wir sportlich vermissen würden. Und dieses ungeschriebene Gesetz gilt bis heute."
Der Verkauf von Toni Kroos im Sommer 2014 für 25 Millionen Euro wird in diesem Kontext gerne als Negativbeispiel angeführt. Die spanische "AS" schrieb sogar davon, dass der FC Bayern den "Fehler Kroos" vermeiden möchte - wobei angemerkt sei, dass es sich bei Olise um eine noch delikatere Angelegenheit handelt.
Während Kroos den vollendenden Schritt zur Weltklasse erst in Madrid gegangen ist, reifte Olise in den zurückliegenden zwei Saisons schon in München zu einem der besten Spieler des Planeten.
Ein Statement auf dem Transfermarkt wie damals bei Ribéry wäre daher von besonderer Bedeutung, die Personalie Olise ist für Bayerns Status entscheidend. Zumal auch die Transferfenster der vergangenen Jahre am internationalen Image des FCB gekratzt hatten.
Die außerordentliche Vehemenz, welche in den Worten von Hainer, Hoeneß und Rummenigge liegt, lässt vermuten, dass sich die Bayern ihrer Sache äußerst sicher sind und langfristig mit Olise planen.
Was auch für die Münchner spricht: Die abgelaufene Saison dürfte dem französischen Starspieler offenbart haben, dass er nicht ins Ausland wechseln muss, damit er um die ganz großen Titel spielen kann.
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