Drei Dinge, die bei FC Bayern München - TSG 1899 Hoffenheim auffielen: Luis Díaz in absoluter Gala-Form

Der FC Bayern München gewinnt mit 5:1 gegen die TSG Hoffenheim und profitiert von einem strittigen Elfmeter mit Platzverweis. Bester Mann auf dem Platz war Bayern-Flügelspieler Luis Díaz, der an allen fünf Toren beteiligt war. Allerdings offenbarte der deutsche Rekordmeister auch Schwachstellen – unter anderem in Person von Manuel Neuer beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer.

Kompany schwärmt von Díaz: "Er liebt das Chaos"

Quelle: Perform

Der FC Bayern München hat dem Druck im Meisterschaftskampf standgehalten.
Durch den Sieg von Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg (2:1) war der Tabellenzweite auf drei Punkte herangerückt. Doch der FC Bayern hat sich am Sonntag mit 5:1 (3:1) gegen die TSG Hoffenheim wieder abgesetzt.
Harry Kane (20.) brachte Bayern per Foulelfmeter in Führung, nachdem TSG-Verteidiger Kevin Akpoguma mit der Roten Karte vom Platz gestellt wurde. Andrej Kramaric (35.) gelang zwar der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1. Doch Kane (45, FE) und Luis Díaz (45.+2) sorgten für eine komfortable 3:1-Halbzeitführung.
In der zweiten Hälfte legte Díaz mit zwei weiteren Treffern (62., 89.) nach. Dadurch gelang dem Flügelspieler sein erster Dreierpack beim FC Bayern. Drei Dinge fielen dabei auf…

1. Strittiger Elfmeter bringt Bayern auf die Siegerstraße

Gefühlt ereignete sich bereits nach 17 Minuten die Vorentscheidung. Schiedsrichter Tobias Stieler pfiff Elfmeter, als Díaz im Strafraum von Verteidiger Akpoguma zu Fall gebracht wurde. Damit nicht genug: Weil die Aktion von Akpoguma nicht dem Ball galt, sondern er mit Körpereinsatz den Offensivspieler zu Fall brachte, gab es die Rote Karte – eine strittige Entscheidung.
Díaz schien bereits vor dem Kontakt aus dem Gleichgewicht zu geraten. "DAZN"-Experte Michael Ballack stellte bei Betrachtung der Wiederholung fest, dass "Díaz ihn hier auch ein bisschen am Arm zieht. Es ist wirklich eine sehr harte Entscheidung – vor allem in Verbindung mit der Roten Karte."
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Harry Kane erzielte den umstrittenen Führungstreffer für die Bayern gegen Hoffenheim.

Fotocredit: Getty Images

Hoffenheim-Trainer Christian Ilzer fand deutliche Worte: "Es ist eine klare Fehlentscheidung. 75.000 Zuschauer haben sich hier auf ein Top-Spiel gefreut. Für die tut es mir leid, dass es ein Unterzahlspiel geworden ist."
Stieler blieb bei seiner Entscheidung und stellte gegenüber "DAZN" klar: "Das war nichts für den Videoassistenten." Das Foulspiel sei seiner Einschätzung nach unbestritten. Zudem stelle sich die Frage: "Warum sollte Díaz sich fallen lassen, wenn er ein Tor hätte schießen können?"

2. Luis Díaz in absoluter Gala-Form

Die TSG Hoffenheim wählte eine offensive Spielweise – und ließ den Unterschiedsspielern des FC Bayern zu viel Platz. Insbesondere Díaz bereitete der TSG große Probleme. Erst holte er zwei Elfmeter heraus, die Kane gewohnt sicher verwandelte, dann legte er mit drei eigenen Treffern nach.
"Er ist sehr beweglich, sehr agil, hat aber auch den Platz, den er in den letzten Wochen nicht hatte", fasste Ballack zusammen. "Genauso ist es bei Michael Olise. Andere Mannschaften doppeln die
beiden eher. Hoffenheim steht offener und gibt ihnen im Anlauf etwas mehr Platz. Diese paar Meter reichen den Offensivspielern aus, um mit Tempo und einer kurzen Körpertäuschung vorbeizugehen."
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Luis Díaz spielte gegen die TSG Hoffenheim groß auf.

Fotocredit: Getty Images

Vor dem Tor bewies der Ex-Liverpool-Star mehrfach seine Qualität. Beim 3:1 vollendete er einen Konter nach einer Vorlage von Kane. Dann verwertete er einen Querpass von Olise aus kurzer Distanz mit einem Kontakt zum 4:1, ehe er aus der Distanz zum 5:1 traf.
"Wenn man Díaz den Platz gibt, um Anlauf zu nehmen, dann hat er so einen Speed, so kurze Bewegungen und so flinke Füße, dass er kaum zu verteidigen ist", lobte Ballack und stellte eine positive Entwicklung fest: "Anfang der Saison hat er noch zu viel liegen gelassen – vor allem klare Chancen. Jetzt macht er diese Chancen – und nicht nur die ganz klaren Chancen. Er hat eine super Schusstechnik."

3. Bayern offenbart in Überzahl Defizite – und Neuer patzt

Die TSG blieb selbst in Unterzahl mutig. Bei eigenem Ballbesitz schoben nahezu alle Positionsgruppen nach. Ozan Kabak (25.) und Fisnik Asllani (29.) vergaben jeweils eine Kopfballmöglichkeit, dann scheiterte Andrej Kramaric (33.) aus kurzer Distanz an Manuel Neuer.
"Ich kann uns als Mannschaft wenig vorwerfen", sagte Mittelfeldspieler Grischa Prömel. "Wir haben unser Gesicht gezeigt, wollten mutig und aggressiv auftreten. Das haben wir über weite Strecke hinbekommen. Es macht mich ein Stück weit stolz, in der 1. Halbzeit hier in München fast auf Augenhöhe aufzutreten."
Überhaupt scheint es so, als wäre der FC Bayern anfällig bei hohen Flanken. Zur Erinnerung: Eine Woche zuvor kassierte der Rekordmeister beim 2:2 gegen den Hamburger SV den Ausgleich, weil Luka Vušković einen hohen Ball in den Strafraum per Kopf verwertete. Nun waren hohe Bälle erneut ein gefährliches Mittel.
Der zwischenzeitliche Ausgleich resultierte allerdings aus einem großen Patzer von Neuer. Nur zwei Minuten nach seiner Heldentat gegen Kramaric wollte der Torwart den Ball über Asllani zu Jonathan Tah chippen – doch der Ball war nicht weit genug gespielt. Asllani fing das misslungene Zuspiel ab und legte quer für Kramaric vor, der den Ball nur noch in das Tor schieben musste.
Später zeigte Neuer wieder seine Qualität, indem er unter anderem in der 57. Minute stark gegen Asllani parierte. Der Sieg geriet daher nicht mehr in Gefahr. "Wir haben Respekt vor Hoffenheim", sagte Trainer Vincent Kompany abschließend. "Wir wussten, dass das eine gute Mannschaft ist. Dementsprechend ist das Ergebnis gut. Viel mehr hätten wir uns nicht wünschen können."
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Quelle: Perform


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