Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen den Hamburger SV auffielen: Gnabry wird zum Phönix aus der Asche, Jackson fremdelt
Update 14/09/2025 um 11:11 GMT+2 Uhr
Das 5:0 (4:0) des FC Bayern München gegen den Hamburger SV war eine Machtdemonstration. Die Offensive rund um Serge Gnabry lieferte speziell in den ersten 30 Minuten ein Spektakel ab. Nach der Halbzeit wollte Neuzugang Nicolas Jackson seinen Teil dazu beitragen, tat sich bei seinem Bundesliga-Debüt allerdings noch schwer. Drei Dinge, die bei der Bayern-Gala gegen den Hamburger SV auffielen.
Kompany zuversichtlich nach Kantersieg: Mit "Vertrauen" gegen Chelsea
Quelle: Perform
Zweites Heimspiel, identisches Ergebnis. Nachdem der FC Bayern zum Bundesliga-Auftakt mit 6:0 gegen RB Leipzig gewann, feierte die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany am Samstagabend gegen den Hamburger SV den nächsten Kantersieg.
Vier Treffer gelangen bereits in der ersten Halbzeit durch Serge Gnabry (4.), Aleksandar Pavlovic (9.), Harry Kane (26., HE) und Luis Díaz (29.). Nach der Pause legte Kane (62.) mit seinem zweiten Tor zum 5:0-Endstand nach.
Neuzugang Nicolas Jackson feierte sein Debüt, konnte als Kane-Ersatz allerdings noch nicht punkten.
Dennoch: Die Bayern stehen nach drei Spieltagen mit der Maximalausbeute von neun Punkten und einem überragenden Torverhältnis von 14:2 an der Spitze.
Drei Dinge, die bei Bayern gegen den HSV auffielen:
1. "Verbrannter" Gnabry wie Phönix aus der Asche
Die Laufbereitschaft war groß, die Bälle kamen an - der FC Bayern spielte sich in einen Rausch! Der Gastgeber hatte 70 Prozent Ballbesitz, lief aber mit 119,63 Kilometern erheblich mehr als der HSV (113,9 km) - eine gefährliche Mischung. "Wir haben von Anfang an gezeigt, wer hier das Spiel gewinnen möchte", sagte Sportvorstand Max Eberl. "Speziell in der ersten Halbzeit haben wir das eindrucksvoll getan. Die Jungs haben wirklich Vollgas gespielt."
Gnabry, der den verletzten Jamal Musiala weiterhin im offensiven Mittelfeld vertritt, leitete den Sieg mit dem Führungstreffer ein. Bemerkenswert: Der oftmals in der Kritik stehende 30-Jährige hat nach drei Bundesligaspielen bereits zwei Tore und zwei Vorlagen auf dem Konto.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/09/16/image-016c3954-f29a-497a-982a-23010a745dc9.jpeg)
Zählte einmal mehr zu den Stärksten beim FC Bayern: Serge Gnabry
Fotocredit: Getty Images
"Serge ist ein großer Profiteur davon, dass Vinnie im letzten Sommer Trainer wurde", sagte Sportvorstand Max Eberl. Ähnlich sei dies bei Leon Goretzka oder den abgewanderten Bayern-Spielern Leroy Sané und Kingsley Coman gewesen. "Ich meine das nicht negativ, aber sie waren verbrannt, es fühlte sich nicht mehr so an. Er hat quasi aus diesen alten Spielern Neuzugänge gemacht. Vinnie hat einfach ein unglaubliches Gespür für die Jungs."
Dies hätte sich bei Gnabry bereits vergangene Saison gezeigt. "Und das zeigt er jetzt wieder, trotz der extrem kurzen Vorbereitung", so Eberl. "Dass Serge ein außergewöhnlicher Spieler sein kann, hat er nachhaltig bewiesen. Er ist ein elementar wichtiger Spieler für uns. Im Zentrum kann er noch mehr seine Cleverness an den Tag legen, weil er sich geschickt in den Räumen bewegt. Und die Jungs drumherum machen es ihm leicht, kreativ zu sein und Fußball zu spielen."
Vom verbrannten Spieler zum Leistungsträger: In dieser Form erinnert Gnabry aktuell ein wenig an Phönix aus der Asche.
2. HSV erlebt böses Déjà-Vu - und darf doch hoffen
Eigentlich war bereits nach einer halben Minute zu erahnen, dass der HSV dieser Aufgabe nicht gewachsen ist. Die mutige Anstoß-Variante der Hanseaten misslang. Bayern-Flügelspieler Michael Olise wagte den ersten Vorstoß in Richtung Strafraum und konnte von Verteidiger Aboubaka Soumahoro lediglich per Foul gestoppt werden - kurz vor der Strafraumgrenze. Dafür gab es bereits Gelb.
Nur zwei Minuten später zappelte der Ball im Netz. Mit seinem Kurzpassspiel und den vielen Positionsänderungen nahm der Rekordmeister den Aufsteiger regelrecht auseinander. Kurz gesagt: Der HSV war für den FC Bayern einfach zu langsam.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/09/13/image-1a15c561-dfc3-4f11-a97c-a0130b3c7336.jpeg)
Geknickte Hamburger in München: Ein gewohntes Bild
Fotocredit: Getty Images
Entlastung fand speziell in den ersten 45 Minuten kaum statt. Für Fabio Vieira, den gefeierten Last-Minute Neuzugang vom FC Arsenal, blieb so nur die Zuschauerrolle. Bei der Klub-WM sorgte er noch für Furore, weil er im Trikot des FC Porto den Weltstar Lionel Messi tunnelte. In München allerdings hatte er in den ersten 30 Minuten nur einen einzigen Ballkontakt, ehe er zumindest ansatzweise Einfluss auf das Spiel nahm.
Und doch gibt es (kleine) Hoffnungsschimmer für den HSV. Nicht nur aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, sondern auch wegen der Fans, die ihren Verein trotz der Niederlage feierten.
Bei Spielern und Verantwortlichen war die Stimmung nach Abpfiff dennoch finster. "Das Derby war natürlich scheiße", sagte HSV-Mittelfeldspieler Nicolai Remberg gegenüber Eurosport in Anspielung an das 0:2 gegen St. Pauli vor zwei Wochen. "Danach haben wir gesagt, dass wir hier in München eine Reaktion zeigen müssen. Dann liegen wir hier nach 30 Minuten bereits 0:4 hinten. Das ist kein gutes Zeichen. Aber ich kann die Mannschaft nicht schlecht reden. Wir müssen auf die zweite Halbzeit aufbauen."
Vielleicht klappt es dann kommende Woche gegen Heidenheim (Samstag, 15:30 Uhr im Liveticker) mit dem ersten Sieg. Es ist bereits jetzt ein echtes Kellerduell, der HSV empfängt als 17. den Tabellenletzten.
3. Neuzugang Jackson fremdelt noch
Die Bemühung war ihm anzusehen. Die fehlende Anbindung zum Spiel des FC Bayern allerdings auch.
Nicolas Jackson wurde zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Und somit zu einem Zeitpunkt, als das Spiel längst entschieden war. Heißt: Der FC Bayern verspürte nicht mehr die Dringlichkeit, weitere Tore zu erzwingen. Und für den HSV ging es lediglich um Schadensbegrenzung - also um das Verteidigen.
Dies ist keine ideale Ausgangssituation für einen Offensivspieler, der ein starkes Debüt hinlegen möchte. Ein Torschuss und eine Torschussvorlage bekam der Leihspieler des FC Chelsea zustande, ohne sich dabei wirklich in Szene zu setzen. Vielfach wurde er von seinen Mitspielern einfach nicht gesehen - zum Beispiel bei der Entstehung des 5:0, als er ebenfalls einen guten Laufweg hatte, der Ball allerdings bei Olise und Kane landete.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/09/13/image-fb2a60dd-b3e8-43b3-b3eb-3f074fae050d.jpeg)
Bemüht, aber noch ohne Anbindung zum Spiel: Neuzugang Nicolas Jackson
Fotocredit: Getty Images
"Er hat eine sehr kurze Zeit gehabt, sich einzugewöhnen", sagte Eberl, als er von Eurosport auf den Neuzugang angesprochen wurde. "Es ist schön, dass er die Möglichkeit hatte, über eine Halbzeit die Luft in der Allianz-Arena zu schnuppern. Er hat ein, zwei Möglichkeiten gehabt und hätte sicherlich gerne ein Tor gemacht. Aber man merkt, dass er auch noch Zeit benötigt, bis das adaptiert ist, wie wir Fußball spielen wollen. Aber ich glaube, er wird das sehr schnell lernen."
Möglicherweise ist er am Mittwochabend bereits einen Schritt weiter, wenn in der Champions League (21:00 Uhr im Liveticker) sein eigentlicher Arbeitgeber, FC Chelsea aus London, der Gegner sein wird.
Das könnte Dich auch interessieren: Neuer schließt Comeback in der Nationalmannschaft aus
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/09/13/image-313370a3-35bb-4334-90d0-6854eca20460-85-2560-1440.jpeg)
Meister? Kovac scherzt über Beier: "Werde ich ihm austreiben"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung