FC Bayern München: Offizielles Angebot für Kingsely Coman aus der Wüste - wird die Offensive noch weiter ausgedünnt?

Der FC Bayern München hat offenbar ein offizielles Angebot des saudi-arabischen Klubs Al-Nassr für Kingsley Coman erhalten. Das vermelden "Sky" und der Transfer-Insider Fabrizio Romano übereinstimmend. Der französische Flügelspieler sei demnach offen für einen Abgang vom deutschen Rekordmeister. Der Verein aus dem Golfstaat soll bereits am Freitag an der Isar vorstellig geworden sein.

Kingsley Coman (Mitte) spielt seit der Saison 2015/16 für den FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Laut "Sky" soll die Offerte von Al-Nassr, bei denen auch Cristiano Ronaldo unter Vertrag steht, bei rund 30 Millionen Euro liegen. Allerdings sollen die Verantwortlichen der Bayern um Sportvorstand Max Eberl auf eine Ablöse um die 50 Millionen Euro hoffen.
"Wenn ein Spieler gehen will, werden wir darüber sprechen, die Vor- und Nachteile abwägen und was das für den FC Bayern bedeutet, und dann entsprechend reagieren", zeigte sich Bayern-Präsident Herbert Hainer am Sonntag offen für Gespräche.
Dem Bericht zufolge winkt Coman im Wüstenstaat ein Jahressalär zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Eine Gehaltssteigerung, da er in München rund 17 Millionen Euro jährlich verdienen soll.
Coman, dessen Arbeitspapier noch bis 2027 läuft, spielt seit 2015 an der Isar und gewann in dieser Zeit neun deutsche Meisterschaften, dreimal den DFB-Pokal sowie einmal die Champions League, wobei er im Finale der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain (1:0) den Siegtreffer erzielte.
Diverse Verletzungen warfen ihn in seiner Zeit in rot und weiß aber immer wieder zurück. Durch die Verpflichtungen von Michael Olise und Luis Díaz hat Coman unter Vincent Kompany wohl nur Aussichten auf den Job als Edeljoker, auch wenn seine Chancen auf Startelfeinsätze durch die schwere Verletzung von Jamal Musiala bei der Klub-WM zumindest vorübergehend gestiegen sein dürften.

Coman-Abgang ein Hohes Risiko für Bayern

Coman wäre bereits der nächste in einer ganzen Reihe von Abgängen in der Bayern-Offensive im laufenden Transferfenster: Thomas Müller und Leroy Sané verließen den Verein ablösefrei, während Mathys Tel für 35 Millionen Euro an Tottenham Hotspur verkauft und Flügel-Alternative Bryan Zaragoza für ein Jahr an Celta Vigo verliehen wurde.
Auf dem Transfermarkt habe man "erreicht, was wir wollten", sagte Hainer am Sonntag: "Mit Jonathan Tah und Tom Bischof haben wir zwei deutsche Nationalspieler ablösefrei verpflichtet. Mit Luis Díaz konnten wir die Lücke auf der linken Außenbahn schließen. Jetzt haben wir den Luxus, abzuwarten, was in den nächsten drei Wochen auf dem Markt passiert."
Eurosport-Analyse: Aus finanzieller Perspektive macht ein Verkauf von Coman für die Bayern durchaus Sinn. Sportvorstand Eberl muss sparen, wäre mit dem Franzosen einen weiteren teuren Vertrag los und könnte zugleich eine millionenschwere Ablöse generieren. Sportlich sieht die Lage allerdings anders aus: Mit Díaz steht bisher nur ein einziger Neuzugang für den Angriff auf der Habenseite, während vier Offensive den Verein verließen (Müller, Sané, Tel, Zaragoza). Hinzu kommt die Verletzung von Musiala, der nicht vor der Rückrunde zurückkehren dürfte.
Zwar soll der vereinseigene Nachwuchs um Paul Wanner und Lennart Karl ebenfalls Spielzeit erhalten, die hochveranlagten Youngster müssen sich auf dem höchsten Niveau aber erst noch beweisen. Gelingt den Bayern-Talenten das nicht, droht dem Team von Trainer Vincent Kompany eine schwierige Hinrunde, zumal bei einem Abgang Comans nur noch Serge Gnabry als Backup für Díaz und Olise zur Verfügung stünde. Bei den gewohnt ehrgeizigen Zielen des Rekordmeisters ein eigentlich unverantwortliches Risiko - solange kein weiterer Neuzugang kommt.
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