Manuel Neuers neue Welt: Plötzlich hat der beste Torhüter der Welt etwas zu verlieren - die Patzer häufen sich
Update 28/11/2025 um 14:56 GMT+1 Uhr
Nachdem so viele die Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Tor gefordert hatten, patzte der 39-Jährige in den letzten drei Spielen mehrmals, zuletzt beim 1:3 beim FC Arsenal. Hat er sein Gefühl und das Timing beim Herauslaufen verloren? Ist er nicht mehr die 1-A-Lösung, falls Marc-André ter Stegen für die WM nicht rechtzeitig fit wird? Beim FC Bayern verhandelt er im Frühjahr über einen neuen Vertrag.
Neuer-Patzer? Kompany: "Habe eine andere Meinung dazu"
Quelle: Perform
Fehler? Welcher Fehler? Vincent Kompany gab sich überrascht, als am Freitagvormittag während der Pressekonferenz an der Säbener Straße die Frage nach seinem Torhüter und dem Patzer beim 1:3 gegen den FC Arsenal in der Champions League gestellt wurde.
Fehler? Welcher Fehler? Von den beiden, die zu den Gegentoren Nummer eins und Nummer drei führten? Anderthalb waren es eher.
Doch Kompany, der Bayern-Trainer, gab den Verteidiger wie in seiner so erfolgreichen Spielerkarriere als Weltklasse-Abwehrchef von Manchester City. Ein Chefcoach ist immer der erste Anwalt seiner Spieler - wenn's gut läuft.
Also: Welcher Fehler? Es ging um den Treffer zum 1:3, der die Niederlage beim englischen Tabellenführer endgültig besiegelte und damit den ersten Patzer der Bayern überhaupt im 19. Pflichtspiel.
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Manuel Neuer erlebte in London einen gebrauchten Abend
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Wie Neuer seine Aktion vor dem 1:3 bei Arsenal erklärt
In dieser Aktion wurde der mehrfache Welttorhüter ein Opfer seiner Risikobereitschaft. Ein folgenreicher Fehler, da er mit dem Herausstürmen bis zur Mittellinie in Kauf nahm, dass Arsenals Flügelspieler Gabriel Martinelli ihn nach dem langen Ball schlecht aussehen lassen könnte. Was dem Brasilianer auch mit einem guten ersten Kontakt gelang.
Neuer kam den einen Schritt zu spät und versuchte in der Not, den Balldieb noch in flagranti zu fangen - wäre die Rote Karte wegen Notbremse gewesen. Er ließ es gut sein und Martinelli freie Bahn.
"Wenn du zurückliegst, ist es einfach so, dass man ein bisschen mehr Risiko gehen muss", sagte Neuer am späten Mittwochabend in London recht nonchalant. Er habe daher versucht, die Situation vorher "zu beseitigen, aber er nimmt den Ball gut zur Seite mit, der Touch war gut - und ich komme da nicht mehr hin".
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Manuel Neuer patzt gegen Gabriel Martinelli vom FC Arsenal
Fotocredit: Getty Images
Manu, der Libero - oft genug hat's funktioniert. Zu jeder Jahreszeit, in jedem Monat. "Hier ist es nach hinten losgegangen", meinte "DAZN"-Experte Michael Ballack, einst Mittelfeldspieler in der DFB-Nationalelf und beim FC Bayern.
"Ich habe da eine andere Meinung dazu", sagte Kompany am Freitagmorgen auf der Pressekonferenz und erklärte: "Was sollst du machen als Torwart, sollst du warten, bis er im Eins-gegen-Eins auf dich zuläuft? Oder willst du rauslaufen und deinem Kollegen helfen und entgegenkommen? Ich bin da ein bisschen überrascht - das höre ich zum ersten Mal, dass das ein Fehler gewesen sein soll."
Ungewohnte Unsicherheiten bei Neuer
Nicht, dass der 39-jährige Torhüter, der schon alles erlebt hat in seiner so langen Karriere, in Schutz genommen und in Watte gepackt werden müsste - aber die Bayern machen das.
Es soll ja kein falscher Zungenschlag aus dem Verein in die Öffentlichkeit kommen, schließlich ist man mehr als zufrieden und glücklich mit den Leistungen von Neuer in dieser Saison. Siehe etwas das Auswärtsspiel vor drei Wochen, als er den 2:1-Erfolg bei Paris Saint-Germain mit seinen Paraden festhielt.
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SotipptderBoss: Bayern macht das halbe Dutzend fast voll
Quelle: Eurosport
Dabei hat er aktuell ein paar unglückliche Aktionen drin. In allen drei Partien im November, den Ligaspielen bei Union Berlin (2:2) und gegen den SC Freiburg (6:2), patzte der Kapitän der Bayern wie nun auch beim 1:3 bei Arsenal.
Neuer, die Mauer oder "the wall" - wie er auf der Insel getauft wird, was jedem Deutschen widerfährt, der als Torhüter unüberwindbar scheint - wirkt aktuell durchlässig, nicht ganz so sicher und souverän wie in den Monaten zuvor.
Schafft ter Stegen das Comeback? Und wenn ja - wo?
Als er Spiel für Spiel glänzte, wurden die Rufe nach einer Rückkehr ins DFB-Tor lauter und lauter. Alles hängt am Rücken von Marc-André ter Stegen. Der 33-Jährige arbeitet nach seiner Rücken-Operation derzeit in der Reha an seinem Comeback, ist wieder schmerzfrei - doch wo soll er spielen?
Mit seinem Verein FC Barcelona soll sich ter Stegen überworfen haben, die Katalanen haben aktuell mit Joan García (24) eine neue Nummer eins gefunden. Das Wintertransferfenster wird über ter Stegens Zukunft entscheiden.
"Er muss sich in Barcelona durchsetzen oder im Januar einen neuen Verein finden", fordert Bundestrainer Julian Nagelsmann als Grundlage dafür, dass ter Stegen bei der WM 2026 in Nordamerika als Nummer eins ins Turnier geht. Wenn nicht?
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Marc-André ter Stegen - die Zukunft ist offen
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Dann steht der solide Oliver Baumann (35) von der TSG Hoffenheim parat, mit dem das DFB-Team die Qualifikation schaffte. Oder eben doch Neuer als Last-Minute-Rückkehrer kurz vor dem Turnier.
Auffällig ist: Seit so heftig über ihn diskutiert wird, hat Neuer plötzlich wieder etwas zu verlieren. Man fragt sich: Waren es nur Ausnahme-Patzer des Ausnahme-Torhüters oder hat er doch sein Gefühl und das Timing, vor allem beim Herauslaufen, verloren? Wie erwähnt, das sieht man bei Bayern keinesfalls so. Bloß keine Torwart-Diskussion!
Wie die Bayern Jonas Urbig als Nachfolger aufbauen
Denn im Hintergrund wird darüber gesprochen, wann man die Verhandlungen aufnehmen solle, um den Vertrag um eine weitere Saison zu verlängern?
Im Frühjahr, rund um seinen 40. Geburtstag Ende März könnte es so weit sein - womöglich sogar früher. Klarheit wäre für alle Partien zielführend. Auch für Jonas Urbig (22), den Kronprinzen, die aktuelle Nummer zwei, der diese Saison drei Pflichtspiele absolvierte und weiter als Nachfolger von Neuer aufgebaut werden soll.
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Jonas Urbig hat gute Karten, die Nachfolger von Manuel Neuer im Tor des FC Bayern anzutreten
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Dafür braucht er einigermaßen regelmäßig Spielpraxis - von den drei Partien war nur eine ein Verzicht von Neuer nach Absprache mit dem Trainerteam, in den beiden DFB-Pokalspielen durfte Urbig in erster Linie deshalb ran, weil die Nummer eins nach einer Roten Karte aus der Vorsaison noch gesperrt war.
Eberl: "Manu der beste Torwart Deutschlands"
Doch will Neuer wirklich? Hat er noch das Momentum, die notwendige Fitness und Gesundheit? "Wir brauchen bei ihm nicht über Perspektiven sprechen, es geht um ein Gefühl", sagte Max Eberl, "und im Moment fühlt er sich total wohl, und wir haben ein super Gefühl mit ihm".
Noch etwas spricht für eine Vertragsverlängerung von Neuer. Denn sollte man sich auf ein Karriereende einigen, wäre es im Frühjahr das genau falsche Signal, um nach Saisonende - im Notfall oder aus Gründen der Leistung - bei der WM wieder im DFB-Tor zu stehen.
Sportvorstand Eberl glaubt an Neuers WM-Teilnahme, sagte in "Sport Bild": "Ja! Er ist der beste Torwart Deutschlands! Wir sind unglaublich froh, dass wir mit ihm verlängert haben und er gesund ist."
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Kompany über Arsenal-Pleite: "Akzeptieren und mögen wir nicht"
Quelle: Perform
Ansonsten steht Urbig, dem man bei Bayern "sehr viel zutraut", so Eberl, parat. "Mit Jonas haben wir jemanden, bei dem wir auch genau hinschauen, ob wir ab dem Tag, an dem Manuel Neuer irgendwann seine Karriere beendet, auf ihn zählen", sagte der Sportvorstand und machte deutlich: "Wir sind optimistisch, dass auch er einer ist, der irgendwann die Fußstapfen von Manuel ausfüllen kann."
Das Kernwort fiel zwei Mal in Eberls Aussagen: irgendwann.
Darf Urbig am Samstag anstelle von Neuer gegen St. Pauli ran?
Im Heimspiel am Samstag gegen den FC St. Pauli (15:30 Uhr im Liveticker) könnte Urbig Neuer vertreten, damit dieser eine Verschnaufpause erhält.
"Wir wollen, dass Jonas Urbig Fortschritte macht - aber das Timing muss ruhig besprochen werden, das haben wir noch nicht gemacht", sagte Kompany.
Es soll bloß nicht danach klingen, als brauche Neuer eine Pause. Wenn, dann gönnt man ihm eine.
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Kimmich legt Finger in die Wunde: "Überhaupt nicht gut gemacht"
Quelle: SID
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