Sacha Boey blüht beim FC Bayern München plötzlich auf: Vom Fehlerteufel zum Mr. Zuverlässig

Sacha Boey hatte beim FC Bayern seit seinem 30-Millionen-Euro-Wechsel aufgrund von mehreren unglücklichen Auftritten lange einen schweren Stand, galt im Sommer als Verkaufskandidat Nummer eins. Trainer Vincent Kompany hielt überraschend an dem Franzosen fest. Das zahlt sich mittlerweile aus, Boey hat sich in München zum Startelf-Kandidaten gemausert. Doch seine Rolle ist nicht in Stein gemeißelt.

Kompany will noch mehr: "Ab morgen steht alles auf null"

Quelle: Perform

Viel schlimmer hätte es für Sacha Boey damals, Anfang Februar 2024, nicht laufen können.
Gerade frisch von Galatasaray zum FC Bayern gewechselt, musste der gelernte Rechtsverteidiger bei seinem Startelf-Debüt in Leverkusen unter Trainer Thomas Tuchel auf der linken Defensivseite aushelfen. Bereits nach 18 Minuten pennte der Neuzugang eklatant, ließ ausgerechnet den per Leihe zur Werkself abgewanderten Münchner Josip Stanisic aus den Augen.  
Das Bayern-Eigengewächs traf seinen Heimatklub mit dem 0:1 ins Mark, am Ende stand aus Sicht der Gäste ein 0:3 zu Buche. Leverkusen baute den Vorsprung auf den Dauer-Dominator seinerzeit auf fünf Punkte aus und brach letztlich als erster ungeschlagener Meister der Bundesliga-Geschichte die elf Jahre anhaltende Vormachtstellung des FCB.
Dass es dazu kam, war sicherlich nicht bloß einer einzigen Boey-Unachtsamkeit geschuldet, das misslungene Debüt zog sich dennoch lange Zeit wie ein roter Faden durch Boeys Bayern-Zeit. Immer wieder fiel der 30-Millionen-Mann nach Einwechslung mit teils gravierenden Fehlern negativ auf, zudem fehlte er regelmäßig verletzungsbedingt.

Kompany setzte sich für Boey-Verbleib ein

Das vernichtende Urteil etlicher Experten und Fans: Boey ist nicht Bayern-tauglich, sondern der vermeintlich teuerste Flop der Vereinshistorie. Dementsprechend kam es nicht allzu überraschend, dass der 25-Jährige im Sommer als Verkaufskandidat Nummer eins gehandelt wurde.
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Sacha Boey galt lange als Transfer-Flop

Fotocredit: Getty Images

Umso überraschender im Umkehrschluss, dass Trainer Vincent Kompany sich für einen Verbleib stark machte. Ein vorausschauender Schachzug, wie sich mittlerweile herausgestellt hat. Aufgrund der Verletzungen von Alphonso Davies (Kreuzbandriss), Hiroki Ito (Mittelfußbruch) und Josip Stanisic (Innenbandverletzung) muss Boey seit einigen Wochen in die Bresche springen.
Vor allem nach Stanisics Ausscheiden (51.) im Champions-League-Duell mit dem FC Chelsea (3:0) und Boeys ansprechender Leistung nach Einwechslung (80 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 100 Prozent erfolgreiche Tacklings) wird der einstige Pechvogel mit reichlich Einsatzzeit bedacht.

Boey auch gegen den BVB ordentlich

So auch im jüngsten Spitzenspiel vor heimischer Kulisse gegen Borussia Dortmund (2:1). Zwar reißt Boey im Spiel nach vorne weiterhin keine metaphorischen Bäume aus, in puncto Defensivverhalten und körperlicher Präsenz zeigte er sich aber auch im Aufeinandertreffen mit dem BVB deutlich verbessert. Was den Aufschwung bedingt? Das Vertrauen des Coaches. "Es geht mir sehr gut – mental, körperlich, mit der Mannschaft. Ich spüre das Vertrauen des Trainers, das ist sehr wichtig für mich", sagte er jüngst bei "beIN Sports".
Dass Kompany in Boey offensichtlich mehr sieht als viele andere, ist nicht neu: Schon während seiner Zeit als Burnley-Trainer versuchte er, den Außenverteidiger zu sich auf die Insel zu locken. "Er wollte mich nach Burnley in die Premier League holen", verriet Boey einst gegenüber "Sport1".
Er schob nach: "Er hat schon lange Interesse an mir gezeigt. Wie man so schön sagt: Nichts im Leben passiert zufällig. Jetzt sind wir in München zusammengekommen – und das ist schön."
Laut Boey haben aber auch die Mitspieler erheblichen Anteil an seinem Wandel. "Sie haben mich immer unterstützt, ich fühle mich sehr wohl. Es ist ein großartiger Saisonstart für uns. So wollen wir weitermachen", schwärmte er unlängst.

Boey droht die Bank

Ob Boey bei diesem Vorhaben weiterhin regelmäßig seinen Anteil beisteuern darf, ist allerdings zweifelhaft. Davies wird in naher Zukunft wieder im Mannschaftstraining zurückerwartet, Kompany setzte eine Rückkehr des Kanadiers für den Dezember an: "Wenn es weiter so gut mit der Reha läuft, haben wir irgendwann im Dezember einen sehr fitten Alphonso Davies zurück", freute sich Kompany: "Wenn er im Dezember noch ein paar Spiele machen kann, haben alle wunderbar gearbeitet."
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Bald wieder auf der Bayern-Bank? Sacha Boey

Fotocredit: Getty Images

Sobald Davies vollumfänglich auskuriert und einsatzbereit ist, wird Teilzeit-Linksverteidiger Konrad Laimer aller Voraussicht nach wieder nach rechts rücken und Boey somit auf die Bank verbannen.
Womöglich muss sich Boey sogar schon früher damit anfreunden, wieder ins zweite Glied zu rotieren. Stanisic könnte nach überstandener Verletzung schon am Mittwoch gegen Brügge (21:00 Uhr im Liveticker) wieder im Kader stehen und Boey Konkurrenz machen.
Selbst wenn Boeys Spielzeit in naher Zukunft wieder abnehmen wird – völlig außen vor dürfte er nach den Eindrücken der vergangenen Wochen nicht bleiben. Immerhin ist der Kader des Rekordmeisters personell weiterhin auf Kante genäht, wie Max Eberl kürzlich noch einmal unterstrich: "Sacha war ein Kandidat, bei dem wir darüber nachgedacht hätten", erklärte der Sportvorstand hinsichtlich eines möglichen Sommer-Verkaufs: "Wir haben dann aber entschieden: Nein, machen wir nicht, weil der Kader in der Anzahl nicht so groß ist."
Gut für Bayern, gut für Boey, der mit Verspätung gezeigt hat, dass eine Verwandlung vom Fehlerteufel zu Mr. Zuverlässig im Bereich des Möglichen liegt.
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Kompany zur Causa Boateng: "Nicht größer machen, als es ist"

Quelle: Perform


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