FC Bayern: Serge Gnabry von "verbrannt" zu verzaubert - der Nationalspieler wird zu Bayerns X-Faktor
Publiziert 15/09/2025 um 23:41 GMT+2 Uhr
Serge Gnabry trumpft beim FC Bayern München aktuell auf. Gegen den Hamburger SV erzielte der Nationalspieler Saisontor Nummer zwei, insgesamt steht der 30-Jährige bereits bei vier Scorerpunkten nach drei Spielen. Nach der HSV-Gala erhielt er daher ein Sonderlob von Sportdirektor Max Eberl. Die Formkurve des oft gescholtenen Offensiv-Stars steigt genau zur rechten Zeit - aus zweierlei Gründen.
Kompany zuversichtlich nach Kantersieg: Mit "Vertrauen" gegen Chelsea
Quelle: Perform
Es war das schönste der fünf Bayern-Tore an diesem Abend: Als Serge Gnabry die Kugel wuchtig im Toreck unterbrachte, war der Torreigen gegen den bemitleidenswerten Hamburger SV eröffnet.
Es folgte der obligatorische "Koch"-Jubel, schon zum zweiten Mal in dieser Saison trug sich der 30-Jährige in die Torschützenliste des FC Bayern ein.
Gnabry erlebt beim Rekordmeister aktuell ein kaum für möglich gehaltenes Revival. In der Vergangenheit häufig scharf für sein Auftreten auf und neben dem Platz kritisiert, zeigt er gerade als Ersatz für den verletzten Jamal Musiala im offensiven Mittelfeld, zu welchen Leistungen er fähig ist.
Nicht wenige hatte ihm im Sommer einen Abgang aus München nahegelegt, Gnabry arbeitete hart und hoffte auf seine Chance. Nun trumpft er auf und bringt den Klub damit beinahe in die Bedrängnis.
Gnabry beim FC Bayern: Lang genug "verbrannt"
"Ganz ehrlich: Serge ist ein großer Profiteur von Vini", sagte Sportdirektor Eberl bei "Sky" nach dem Kantersieg gegen den HSV und lobte so Trainer Vincent Kompany für seinen Umgang mit dem nicht immer unproblematischen Gnabry.
"Vini hat ein sehr gutes Gespür für die Jungs. Sie waren sehr lange da und trotzdem waren sie irgendwie ja auch - ich meine das nicht negativ - aber sie waren verbrannt. (…) Und er hat quasi aus diesen alten Spielern Neuzugänge gemacht", fügte Eberl hinzu und verglich Gnabry mit Leon Goretzka und den mittlerweile abgewanderten Kingsley Coman (Al-Nassr) und Leroy Sané (Galatasaray).
Vor allem von den Abgängen der beiden Letztgenannten profitiert der Offensiv-Mann aktuell enorm. Auf den Außenbahnen war in der vergangenen Saison oft kein Vorbeikommen an Sané und Olise, nun wiederum zeigt Gnabry im offensiven zentralen Mittelfeld seine Stärke.
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Serge Gnabry und der FC Bayern jubeln gegen den Hamburger SV
Fotocredit: Getty Images
Laut Eberl könne er dort "noch mehr seine Cleverness an den Tag legen" und nannte ihn einen "außergewöhnlichen Spieler".
Gnabry selbst fühlt sich sichtlich wohl: "Ich habe nichts geändert, ich trainiere gleich, ich gebe Gas. Als Sportler musst du ein gewisses Glück auf deiner Seite haben, dass es vielleicht klappt. Letztes Jahr hatte ich mich dann auch nach einer guten Phase ein bisschen rausgehauen mit dem Knie. Wie gesagt, ich bin gut drauf, gesund, fühle mich gut und Selbstvertrauen kommt dazu gerade aus dem Flow."
Gnabry und der FC Chelsea: ein gutes Omen
Flow und Selbstvertrauen - das ist genau das, was der FC Bayern auch beim Champions-League-Auftakt am Mittwoch (21:00 Uhr im Liveticker) gegen den FC Chelsea braucht. Gegen den amtierenden Klub-Weltmeister will der deutsche Meister optimal in die Königsklasse starten und drei Punkte einfahren.
Ein Gnabry in der aktuellen Verfassung könnte gegen die Mannschaft von Trainer Enzo Maresca zum X-Faktor werden. Beim letzten Titelgewinn in der Champions League, der Triple-Saison 2020, war er einer der Leistungsträger, sein Marktwert schraubte sich damals auf Höchstwerte von 90 Millionen Euro.
Ein gutes Omen: Letztmals trafen beide Teams in ebenjener Titel-Saison aufeinander. Die Münchner gewannen zu Hause mit 4:1, ehe sie im Rückspiel in London mit 3:0 triumphierten.
Doppeltorschütze an der Stamford Bridge damals: Serge Gnabry.
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Doppeltorschütze beim letzten Aufeinandertreffen mit Chelsea: Serge Gnabry
Fotocredit: Getty Images
Gnabry hofft auf neuen Vertrag beim FC Bayern
Doch der gebürtige Stuttgarter spielt am Mittwoch nicht nur um den guten Start in der Königsklasse. Gnabry will sich mit guten Leistungen für einen neuen Vertrag beim Rekordmeister empfehlen. Sein Arbeitspapier läuft im Sommer 2026 aus.
Nach dem HSV-Spiel wurde er bei "Sky" darauf angesprochen, wollte sich aber nicht in die Karten schauen lassen: "Ist noch ein bisschen hin, ich schaue, dass ich so weitermache, dass ich auch gute Argumente habe, falls es dazu kommt. Darauf konzentriere ich mich und genieße gerade die Phase, in der wir sind. Alles andere kommt später. Es ist nicht ausgeschlossen."
Sportdirektor Eberl scheint eine Verlängerung des Arbeitspapiers durchaus in Betracht zu ziehen: "Serge ist ein elementar wichtiger Spieler momentan für uns. Wie und wann wir Gespräche machen, versuche ich hinter verschlossenen Türen anzufangen."
Aktuell kann sich Gnabry ganz auf sich konzentrieren, bald schon wird Jamal Musiala ihm Konkurrenz auf der Position hinter Stoßstürmer Harry Kane machen. Der 22-Jährige arbeitet nach seinem Wadenbeinbruch an seinem Comeback.
Und auch Neuzugang Nicolas Jackson - ausgerechnet von FC Chelsea ausgeliehen - hofft auf einen Stammplatz bei den Münchnern. Gegen den HSV musste Gnabry in der Halbzeit bereits für den Senegalesen weichen. Das allerdings war eher auf die Belastungssteuerung zurückzuführen, Jackson fremdelte noch sichtbar mit dem Spiel der Bayern.
So liegt es an Gnabry selbst, sich vom Dauer-Verkaufskandidaten zum unverzichtbaren Stammplatzkandidaten aufzuschwingen.
Vom "verbrannten" Kind zum "Neuzugang" eben.
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Quelle: Perform
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